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Paragon: Hell Beyond Hell

Die Fahnen werden dauerhaft am Vollmast gehisst
Wertung: 8,5/10
Genre: Power Metal/ Speed Metal
Spielzeit: 55:29
Release: 18.03.2016
Label: Remedy Records

„Gut Song braucht Weile“, so kann man das Ganze durchaus bei den Hanseaten Paragon zusammenfassen. Damit ist nicht nur das einmal mehr hochklassige Album gemeint, wie in diesem Falle der elfte Studiolongplayer „Hell Beyond Hell“, sondern auch Rückkehrer Martin Christian (schon von 1990 bis 2010 an der Klampfe dabei) musste integriert werden – da verkommt der schon 2013 neu dazu gestoßene Schlagzeuger Sören Teckenburg (ex-Buried In Black) fast zur Randnotiz. Zudem kehrt das Quintett nach ein paar „Labelexperimenten“ wieder zu Remedy Records zurück und macht damit die Hamburg-Connection so ganz beiläufig wieder komplett, hatte man doch in der Vergangenheit Alben wie beispielsweise „The Dark Legacy“, „Law Of The Blade“ oder auch „Forgotten Prophecies“ ebenfalls dort ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt.

Als würde das alles noch nicht reichen, schaffen sich die Hamburger dann auch noch selbst ein großes Problem: „Devil's Waitingroom“. Die erst kurz vor CD-Schluss auftauchende und balladesk startende, mit reichlich doomigem Esprit sich zu einer monumentalen Metalhymne auftürmende Nummer dürfte die wohl größte und auch beste Überraschung auf dem Longplayer sein. Klar, das 1. Weltkriegsschützengrabenthema ist kein leichtes, wird aber ohne jegliches Pathos einfach nur hymnisch gelöst – fast neun Minuten mit balladeskem Anfang und friedlichem Flair, der wachsenden Sehnsucht, der sich langsam unaufgeregten Steigerung, wo das Pendel mal hin zu sehnsuchtsvoller Befriedigung schlägt, im nächsten Moment aber eher wieder eine bedrohliche Kulisse aufbaut – Paragon auf dem Zenit der kreativen Schaffensphase, könnte man meinen.

Nach diesem Hammer verkommt das anschließende „Thunder In The Dark“ eher zur totalen Durchschnittsnummer, wobei sich viele andere Bands noch darüber freuen dürften, dieses Niveau überhaupt zu erreichen. Doch Paragon haben auch so noch ein paar richtig fette Songs im höllischen Gepäck. Viel Wert haben sie dabei natürlich auch immer wieder auf den Refrain gelegt, der wie in „Hypnotized“ oder auch „Buried In Blood“ unwiderstehlich mitschmetterbar ist und sich locker als hanseatisches Erkennungsdienstzeichen aufschwingt. Wer nicht gleich schon von der vollen Riffbreitseite des „Rising Forces“-Hanseatenhammers – ohne jegliche Intro-Pufferzone – überrollt wurde, bekommt auch in der Folgezeit nur bedingt eine Pause zum großen Durchatmen. Natürlich sind immer wieder ein paar leichte Solinger Reminiszenzen wie im Titeltrack „Hell Beyond Hell“ – inklusive der typischen Helloween-Färbung – oder auch wie in „Stand Your Ground“ nicht zu überhören, doch die liebevoll arrangierte Klampfenarbeit, die auch mal wie in „ Meat Train“ an der Grenze zum Thrash kratzt, sorgt für volle Unterhaltung. Die Paragon-Fahnen werden also dauerhaft am Vollmast gehisst.

Und so fällt das Fazit doch erstaunlich leicht: Was auch immer passiert, auf Paragon ist Verlass. „Hell Beyond Hell“ ist keine schlicht verfängliche Schnapszahlangelegenheit, sondern der gelungene Versuch, auch heute noch unverkrampft einfach nur ein richtig gutes Album zu veröffentlichen. Klingt so einfach, ist aber so verdammt schwer, doch die Hanseaten haben den güldenen Schlüsselcode geknackt.

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