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Panzerfaust: The Lucifer Principle

Düster wie die Polarnacht
Wertung: 8,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 26:00
Release: 19.12.2016
Label: Avantgarde Music

Dieses düstere Werk aus Kanada erblickte das Licht der Erde bereits im vergangenen Jahr. Nicht im Frühling, in dem das Leben wieder erwacht, sondern mitten im Winter. Für kanadische Verhältnisse wahrscheinlich sogar im tiefsten Winter.

Da passt die EP der Black Metaller von Panzerfaust auch perfekt hin. Düster, karg, lebensfeindlich, kalt. Das sind Attribute, die einem zuerst einfallen, wenn sich die Musik der Scheibe aus den Boxen quält. Sie ist schwer und ein bisschen wie Thorium. Noch kein Blei, aber auch nicht mehr richtig schwer radioaktiv. Die Songs auf „The Lucifer Principle“ sind eindeutig dem Black Metal zuzuordnen, tendieren aber durchaus zum sehr langsamen Ende des schwarzmetallischen Spektrums. Die Kanadier unternehmen zwar auch ein paar Ausflüge in den schnelleren Sektor, diese bleiben aber eher die Ausnahme.

Die Platte erstreckt sich über drei Eigenkompositionen und ein Johnny Cash-Cover. Betrachtet man nur einmal die selbstgestalteten Songs, so kann man der Truppe schon ein gewisses Geschick unterstellen. Die Konzepte der Lieder sind schlüssig und funktionieren auch in der Regel auf Anhieb. Träge und wuchtige Gitarrenriffs paaren sich mit einem unkonventionellen Drumsound, der den destruktiven Eindruck der Musik noch zementiert.

Über der wütenden Soundmasse wurde der nicht minder furiose Gesang gesetzt. Mit fast unmenschlicher Stimme speit der Shouter seine galligen Vocals über der Musik aus. Seine Wirkung verfehlt die giftige Mischung nicht. Die Kompositionen der Kanadier kühlen bis weit unter den Gefrierpunkt ab. Einspielungen von Goebbels bei „The First Con Man, The First Fool“ tun dann ihren Rest zur Gänsehaut.

Die Band hat trotz der Tatsache, dass sie nur drei neue eigene Lieder auf diesen Datenträger gepackt hat, eine beeindruckende Scheibe abgelegt. Die Musik klingt authentisch und nachvollziehbar, das kompositorische und das klangtechnische Konzept gehen ebenfalls auf.

Einziger Kritikpunkt sind die nur drei Songs plus die Coverversion. Auch wenn diese eine gelungene Interpretation darstellt kann sie nicht als eigenständiger Titel gewertet werden. Jetzt bleibt abzuwarten, wann die Truppe mit dem neuen Album herausrückt und dann Gift und Galle in voller Länge sprüht.

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