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Panychida: Paganized

Durchwachsen
Wertung: 6.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 38:21
Release: 30.06.2007
Label: Folter Records

Pagan Metal liegt im Moment voll im Trend. Überall schießen junge Bands aus dem Boden und in herrlicher Eintracht singt man von den guten, alten Zeiten. Bei solch inflationärer Produktion wird der Musikfreund natürlich nicht immer verwöhnt und so manche Kapelle sollte sehr schnell wieder in der Heimaterde versinken.

Die vier Tschechen von Panychida, die sich als eine dieser jungen Bands erst 2004 ernsthaft zusammengefunden haben, treiben mit auf dieser heidnischen Welle der Begeisterung und wollen mit ihrem Erstling einen Beitrag leisten, der nicht so sang- und klanglos im Nordmeer untergeht.

Das Konzept hierfür liest sich schön einfach: Saftiger Pagan Metal, möglichst Black-Metal-lastig, unterstützt von einigen Folk-Elementen. Nicht gerade revolutionär. Aber seit wann ist der durchschnittliche Pagane auf Revolution aus?

Auf dem Papier steht der guten Scheibe also nichts im Wege, doch was hat man praktisch zu bieten? Nun ja, man kommt aus Pilsen. Mehr Metal geht nicht. Davon mal abgesehen kann man vor allem mit gutem Songwriting punkten. Die Jungs beweisen ein gutes Händchen für die Kunst der Komposition. Ob nun klassisch schleppend oder auch deutlich dynamischer, alles kann man durchaus ansprechend vertonen.

Bei der Instrumentalarbeit hingegen fängt das Bild vom neuen Standardwerk des Pagan Metal langsam an zu wackeln. Während Gitarren und Bass zwar keine Bäume ausreißen, aber ihren Beitrag solide runterspielen, rumpelt das Schlagzeug nur etwas unbeholfen nebenher. Der Gesang erinnert streckenweise an Immortal-Röhre Abbath, kann aber auch nur rudimentär Akzente setzen. Die häufig eingesetzten Samples wirken zum Teil etwas befremdlich, ohne jedoch wirklich zu stören.

Zumindest eine lobende Erwähnung gibt es für die geschickt verwendeten Flöten und den Dudelsack, die die Musik doch um einiges aufwerten, beziehungsweise erst so richtig aus der klebrigen, grauen Masse des Mittelmaßes herausziehen.

Die Reihenfolge der Songs auf diesem Silberling ist relativ abwechslungsreich gestaltet – ein weiterer Pluspunkt, denn rauer Schwarzmetall kränkt doch häufig an einer gewissen Eintönigkeit, der man hier elegant vorbeugt. Nach unspektakulärem Intro beginnt die Scheibe denkbar drückend mit ihrem längsten Song „Final Donation To The Oath“, der sich über seine komplette Länge von rund sechs Minuten von „sehr träge“ bis zu „ist ja schon ganz schön schnell“ zu steigern und es trotzdem schafft absolut nichtssagend zu bleiben.

Quasi diametral steht da der dritte Song „Dream About The Roaring Sky“ gegenüber. Hier wird in erster Linie mit eingängiger Melodie gepunktet. Ohrwurmgefahr. Auch die folgenden Titel können durchaus noch überzeugen, doch der Zenit ist bereits nach dem vierten Titel „…When Drums Of War Will Sound“, in dem besonders die Gitarren einen guten Job machen, überschritten. Von nun an wird das Album, größtenteils im Up-Tempo-Bereich, von den mittelalterlichen Instrumentarien höhepunktarm nach Hause getragen.

Fazit: Insgesamt hinterlässt die CD einen durchwachsenen Eindruck. Man offenbart zahlreiche gute Ansätze und besitzt sicherlich noch ein bisschen Entwicklungspotential, allerdings wird man es in der jetzigen Form schwer haben, sich dauerhaft in der Szene zu etablieren, zumal die hervorstechenden Folk-Einlagen von Gastmusikern beigesteuert wurden. Als Erstling ist diese Platte absolut in Ordnung, doch für die Zukunft würde ich eine stärke Konzentration auf die Bläserfraktion empfehlen, denn bei dieser Konkurrenz müssen die Tschechen schon ein bisschen mehr bieten, um in das Asgard des heidnischen Metals einzuziehen.

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