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Panychida: Měsíc, Les, Bílý Sníh ~ Moon, Forest, Blinding Snow

Zwar bekannte Strukturen, aber trotzdem gut gemacht
Wertung: 7/10
Genre: Pagan Metal, Folk Metal
Spielzeit: 49:40
Release: 20.10.2010
Label: Folter Records

Allerorts sieht man Korrekturleser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ob der vielen fremdartigen Buchstaben in den Songtiteln von Panychidas neuer Scheibe „Moon, Forest, Blinding Snow“. Allerdings muss man das und noch viel mehr in Kauf nehmen, wenn man sich die Tschechen anhören will, die zwar ohne Booklet, dafür aber mit extra beigelegten Songtexten daherkommen, von denen einige sogar in ihrer Heimatsprache verfasst und somit für unsereins völlig unleserlich sind.

Ihre schwarzmetallisch geprägte Pagan-Gesinnung haben die Herren mit dem Cover ihrer aktuellen Scheibe ganz gut eingefangen – ein stämmiger Baum im Nebel, überhaupt komplett in Grau gehalten; dazu passt der Titel doch recht gut. Musikalisch fahren die fünf Sänger (!) alles auf, was die Szene zu bieten hat: Von Keyboards, die glücklicherweise nicht allzu penetrant im Weg herumstehen, über Flöten, Trommeln und natürlich Gitarre und Bass wurde alles auf den Tisch gepackt, was irgendwie etwas mit Pagan, Black oder Folk Metal zu tun hat, gesanglich pendelt man zwischen meist gekeiften Texten und (seltener) klarem Gesang, der auch recht urig daherkommt. Im Prinzip ist es eine schöne Mischung – mal hören, was der Fünfer da herausgeholt hat.

„Red Moon Rising (The Drink Offering)“ hat nicht nur einen schönen Titel, sondern kommt mit fast mittelalterlichem Folk-Rhythmus daher, zu dem man sich eigentlich nur zweiteilen kann: Eine Hälfte möchte headbangen, die andere tanzen, aber schon bevor man sich für eins von beiden entscheiden kann, kommen die Tschechen mit ruhigeren Gitarrenklängen ums Eck. Damit hat das Quintett zwar nicht gerade das Rad neu erfunden, aber zumindest etwas Altbewährtes schön verpackt. Immer wieder beweisen die Tschechen ihr Können auch in instrumentalen Zwischenstücken, die mit traditionellen Instrumenten wie Flöten und Dudelsäcken gefüllt werden und ein sehr folkmäßiges Feeling verbreiten.

Mit typischer Pagan-Melodie, die ein wenig an Eluveitie erinnert, steigt „Alatyri“ in den munteren Reigen ein, überzeugt mit schön tanzbaren Melodien, die sich in rasche Headbangpassagen verwandeln, und bietet neben Growls und schwarzmetallischeres Gekeife. Richtig episch mutet dagegen „O Orile i Zmiji“ an, das mit Doublebass und tragenden Gitarren eingeleitet wird. Automatisch stellt man sich den Track live auf einem Festival vor und kann sich vor Gänsehaut kaum retten. Danach geht es leider nicht ganz so hochkarätig weiter; „Ryhope“ beispielsweise hat zwar ordentlich Power im Hintern, kann aber trotz coolem Mainriff und eigentlich recht mitreißender Dynamik nicht hundertprozentig überzeugen. Zu langatmig gestaltet sich der Gitarrenpart, obwohl natürlich weder Sinneral noch Honza V. auch nur annähernd schlecht spielen; die immer gleiche Akkordabfolge stört aber trotzdem nach kurzer Zeit.

Ans Ende der Platte haben Panychida einen fast zwölfminütigen Reißer gestellt, der aber gar nicht so lang erscheint, wenn man weiß, dass er aus zwei Songs gesteht. „The Myth Of The Eternal Return“ leitet das Finale mit interessant gezupften Gitarren ein, bevor die der Band scheinbar eigenen Dynamik wieder die Oberhand gewinnt und zum Headbangen animiert. Den Rest der Zeit klöppelt sich der Song leider etwas monoton durch die Lautsprecherboxen, dafür haben die Herren mit Running Wilds „Black Wings Of Death“ noch ein recht gelungenes Cover hintenan gestellt - und das sogar ohne nerviges, minutenlanges Schweigen.

Fazit: Panychida sind sicherlich eine Band, die live Stimmung machen kann und auch auf Platte gibt es einige Highlights, wobei die Stärke der Tschechen hier mehr im Heraufbeschwören paganistischer Stimmungen besteht als darin, sich groß ins Gedächtnis der Hörerschaft zu brennen. Schlecht ist das Zweitlingswerk der Combo aber bei Weitem nicht, auch wenn natürlich die üblichen Genre-Zutaten verwendet wurden.

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