Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Pantheon I: Worlds I Create

Zwischen Raserei und warmen Cello-Melodien
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 47:10
Release: 31.07.2009
Label: Candlelight Records

Pantheon I wurden 2002 in Oslo gegründet und legen mit „Worlds I Create“ nach „Atrocity Divine“ (2006) und „The Wanderer And His Shadow“ (2007) bereits ihr drittes Album vor. Und so viel sei gleich vorweg gesagt: Diese Band fährt in Sachen Härte und Geschwindigkeit ein amtliches Brett und überzeugt als eine Art Mischung aus Deathspell Omega, Dark Funeral, Keep Of Kalessin und Emperor.

Die fest zum Line-Up gehörende Cellistin Live Julianne jedoch verleiht den Norwegern eine gewisse eigene Note (früher hatte man auch noch eine Violinistin, diese ist jedoch nicht mehr Teil der Band). Von Exotenbonus zu sprechen, wäre spätestens seit Apocalyptica sicherlich etwas zu hochgegriffen, aber auch wenn es natürlich völlig anders als bei den Finnen eingesetzt wird, bekommt das Cello durchaus mehr zu tun, als nur ein paar Mal im Hintergrund zu erklingen, ohne dass dies in irgendeiner Weise den Härtegrad beeinflussen würde. Vielmehr sorgen die melancholischen, warmen Melodien, die immer wieder über dem Blastbeat-Gemetzel schweben (ja, diese scheinbaren Gegensätze können sich manchmal wirklich erstaunlich gut ergänzen) oder den ruhigeren Momenten noch mehr Tiefe verleihen, für Gänsehautatmosphäre und zusätzliche Farbtupfer. 

Doch der Reihe nach: „Worlds I Create“ startet furios; das Blastinferno, das einem beim Opener „Myself Above All“ zu Beginn um die Ohren geknallt wird, macht von der ersten Sekunde an klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden und führt einem gleich das offenkundige Ziel der Band vor Augen, bei allem Bombast die Kompromiss- und Gnadenlosigkeit des Black Metal nicht außer Acht zu lassen. Die wahnwitzige Geschwindigkeit insbesondere der Gitarrenriffs, aber auch der Blastbeats lassen an die bereits erwähnten Dark Funeral oder Deathspell Omega denken. Dabei wird genau wie bei den Schweden und den geheimnisumwobenen Franzosen selbstredend nicht einfach nur stupide drauflosgeknüppelt; das Ganze ist unheimlich treibend und energiegeladen, auch dank einer brillanten Produktion, die mit ordentlich Schmackes daherkommt.

Dennoch ist im selben Song auch Platz für gemäßigtere Passagen mit Akustikgitarren, die sich allerdings glänzend in den Kontext des Stückes einfügen und dem Ganzen einen leicht progressiv angehauchten Charakter verleihen. Pantheon I legen also Wert auf abwechslungsreiches, dynamisches Songwriting, verlieren aber trotzdem nicht den roten Faden, weil sie bei allem technischen Vermögen nicht auf Frickelei, sondern auf Atmosphäre setzen und wissen, wie man richtig Breaks platziert. Problemlos schafft der Fünfer den Spagat zwischen Melodiösität und Härte, zwischen Progressivität und Eingängigkeit.

Dabei sind neben dem hervorragenden Opener einige weitere großartige Songs entstanden, größtenteils im Uptempo, machmal auch im Midtempo angesiedelt, aber stets auf einem unglaublich hohen Energielevel. „Defile The Trinity“, der zweite Track des Albums, ist genau wie sein Vorgänger eine hammerharte Blastbeat-Attacke, wohingegen es beispielsweise bei „Sepent Christ“ insgesamt etwas Midtempo-lastiger zur Sache geht.

„Burn The Cross“ überrascht mit Hochgeschwindigkeits-Gemetzel nach einem eigentlich relativ ruhigen Beginn in der ersten Hälfte, um in der zweiten Hälfte zu einer gnadenlosen Riff-Walze zu mutieren, „Bannlyst“ wechselt gekonnt zwischen cleanen Gitarren und mit verträumten Cello-Melodien versüßten Doublebass-Passagen und „The Last Stand“ fegt mit seinen Blasts und dem erbarmungslosen, geradlinigen Riffing wie ein Sturm alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt, wobei es trotzdem auf bemerkenswert gelungene Weise geglückt ist, noch ein klassisches Gitarrensolo einzubauen. „Written In Sand“ ist dann das finale Epos, in dem noch einmal alle Register gezogen werden: Ein getragenes Intro weicht brutaler Härte, epische Gitarren folgen auf eine leicht vertrackt-proggige Sequenz und am Ende lässt das Cello einsam und allein das Ganze wunderschön ausklingen.

Ausfälle gibt es wirklich nicht zu beklagen, sondern ganz im Gegenteil mit „Ascending“ sogar noch eine besonders herausragende Nummer zu bejubeln, bei der vor allem der cleane Gesang erwähnenswert ist, der sich stark nach Jonas Renkse anhört. Keine Ahnung, ob es sich tatsächlich um den Katatonia-Fronter handelt oder ob sich die normale Stimme von Sänger und Gitarrist Kvebek nur zufällig so ähnlich anhört.

Fazit: „Worlds I Create“ ist ein starkes Album geworden, das durch abwechslungsreiches Songwriting, hervorragende Arrangements und eine knackige Produktion glänzt, bei dem sich Härte und Bombast gekonnt die Waage halten. Alles klingt, als wäre es mit absoluter Leichtigkeit aufgenommen worden, frisch und voller Power. Pantheon I beweisen mit dieser Scheibe, dass das Mutterland des Black Metal nach wie vor eine Menge exzellenter Acts aus diesem Genre zu bieten hat. Aufgrund der Komplexität des Songmaterials seien mehrere Durchläufe empfohlen, besonders auch unter Kopfhörern.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“