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Pantera: Vulgar Display Of Power (Deluxe Edition)

Wer die Original-CD noch nicht hat, schlägt hier unbedingt zu
keine Wertung
Genre: Thrash/Groove Metal
Spielzeit: 57:55 (CD) / 43:17 (DVD)
Release: 11.05.2012
Label: Rhino (Warner)

2010 veröffentlichten Pantera anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ihres von vielen Fans als eigentliches Debüt angesehenen Albums „Cowboys From Hell“ eine remasterte Deluxe-Edition jener Scheibe – zwei Jahre später folgt nun konsequenterweise dasselbe mit dem damaligen Nachfolger „Vulgar Display Of Power“. Auf dieser Langrille hatte die Band noch einmal eine Schippe Härte draufgepackt und legte damit den Grundstein für den endgültigen internationalen Durchbruch. Die langjährige harte Arbeit zahlte sich endlich aus, die Platte hielt sich ganze 77 Wochen in den amerikanischen Billboard-Charts.

Völlig zurecht, denn das insgesamt sechste Album in der Pantera-Diskographie birgt durchgängig hochwertiges Songmaterial – kein Wunder, dass es als eines der einflussreichsten Metalalben der Neunziger Jahre gilt. Geradezu unglaublich, wie sich Killerriff an Killerriff reiht und tatsächlich nicht ein einziger Ausfall auszumachen ist. Brillant, wie beim Opener „Mouth Of War“ gegen Ende das Tempo angezogen wird, unendlich fett der Groove beim unsterblichen „Walk“, absolut mitreißend das kurze und knackige „Fucking Hostile“ und musikalisch hochklassig, wie man zwischen den thrashig-groovigen Attacken für ein wenig Auflockerung in Form von „This Love“ und „Hollow“ sorgt, indem man dort ein paar melodische beziehungsweise akustische Elemente einbaute.

Hinzu gesellt sich eine furztrockene, exzellente, der Atmosphäre der Scheibe exakt gerecht werdende Produktion, eine technisch versierte Instrumentalfraktion und mit Phil Anselmo ein Shouter, der mit seinem unverkennbaren, aggressiven Gesang noch heute als einer der besten Sänger in der Schnittmenge von Hardcore und Extrem-Metal gilt und auf „Vulgar Display Of Power“ zweifelsohne eine der großartigsten Leistungen seiner Karriere darbietet.

Ob es nun wirklich so genau herauszuhören ist, dass alle Tracks remastered wurden, sei dahingestellt und so oder so lässt sich über Sinn und Unsinn von Re-Releases immer wieder trefflich streiten, doch sollten zumindest alle Leute, die das Werk noch nicht in ihrem CD-Regal stehen haben, zu der hier vorliegenden Version greifen, denn natürlich werden ein paar Extras geboten. Mit „Piss“ wurde ein lang verschollenes Stück in die Tracklist integriert und wenn Drummer Vinnie Paul sagt, er hätte, als er den Song wiederentdeckte, kaum glauben können, dass es die Nummer damals nicht auf das Album schaffte, ist das schon nachvollziehbar, denn der Track ist deutlich besser als der wenig einfallsreiche Titel vermuten lassen könnte und fügt sich völlig nahtlos ins Gesamtkonzept ein.

Als Sahnehäubchen ist der CD eine Bonus-DVD hinzugefügt worden, die sechs Songs vom ’92er Konzert der Texaner beim italienischen Monsters Of Rock sowie drei Videoclips zu „Mouth Of War“, „This Love“ und „Walk“ enthält. Gerade bei dem Liveauftritt wird einem einmal mehr deutlich vor Augen geführt, was für eine wahnsinnig tighte Band Pantera damals waren – das Zusammenspiel von Vinnie Paul, dessen Bruder Dimebag Darrell (R.I.P.) an der Gitarre und Bassist Rex Brown sucht wahrlich seinesgleichen, und auch hier ist ein Phil Anselmo in Bestform zu bewundern, der energiegeladen über die Bühne pest, in gewohnter schön prolliger Manier durch die Gegend rotzt und sich sichtlich beeindruckt von der riesigen Crowd zeigt, der er mächtig einheizt und die es sich nicht nehmen lässt, zu der mächtig Arsch tretenden Mucke ein paar Circle-Pits zu starten. Sehr cool auch, wie Anselmo zwischendurch einen Fotografen auf die Bühne holt, damit dieser von dort aus einen Schnappschuss vom Publikum knipsen kann.

Bild und Ton der Aufzeichnung gehen in Ordnung und besitzen den Charme der frühen Neunziger und besonders die Kameraführung weiß zu gefallen. Keine hektischen, übertrieben häufigen Schnitte wie heutzutage oft der Fall, sondern auf das Nötigste reduziert; die wichtigsten Details (Heranzoomen bei Gitarrensoli zum Beispiel) wurden jedoch eingefangen.

Mit der Ansicht, dass „Vulgar Display Of Power“ es als Klassikeralbum verdient hat, wiederaufgelegt zu werden, kann man konform gehen, dennoch muss jeder, der das Teil bereits besitzt, selbst entscheiden, ob er sich die Neuauflage nur wegen des knapp halbstündigen Livemitschnitts und des „neuen“ Tracks (die Clips sind im Zweifelsfall wohl eher verzichtbar) zulegen will. Sicherlich ist es irgendwo lohnenswert, aber bestimmt kein Pflichtkauf. Alle anderen schlagen wie oben erwähnt selbstverständlich sofort zu.

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