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Panteón Rococó: Ni Carne Ni Pescado

Nicht Fisch, nicht Fleisch
Wertung: 6,5/10
Genre: Latin/ Ska
Spielzeit:
Release: 02.05.2014
Label: Unter Schafen Records

Mit „Ni Carne Ni Pescado“ bringen die Mexikaner Panteón Rococó ihr nunmehr neuntes Album an den Start. Dass sich das neunköpfige Ensemble trotz zahlreicher Festivalauftritte und einer Tour mit Die Ärzte keiner allzu großen Bekanntheit erfreut, liegt sicher in erster Linie in ihrem für europäische Ohren etwas eigenwilligen Mix verschiedener Stile begründet.

Lateinamerikanische Klänge treffen auf Reggae, Ska und können ebenfalls einen Anflug von Punk-Rock aufzeigen. So könnte man sie gut als mexikanisches Pendant von Russkaja einstufen. Auf ihrem neuesten Output gibt es dabei nicht nur neue Werke, sondern auch Cover und Neuvertonungen zu hören.

„Hostilidades“ macht den Anfang, bei dem die ersten Sekunden einen verhaltenen Start andeuten. Dies ändert sich allerdings zu Halbzeit des Songs, wenn der Titel deutlich an Energie zunimmt und mit seinem Drive für ein erstes Aufhorchen sorgen kann. Das nachfolgende „Poema Intro“ ist recht ruhig und auch leider etwas kurz geraten, hier hätte man sicher gerne noch ein paar Sekunden mehr vertragen.

Dafür lässt „Renace En La Montaña“ kaum Wünsche offen und lädt den Hörer zum Mitgrooven ein. Damit ist man auch schon in der Abteilung Coversongs angekommen: „Gangsters“ von The Special kommt frisch und mit einer gehörigen Portion Ska um die Ecke. Ein Titel, der nicht nur auf dem Album, sondern vor allem auch live bestens funktionieren dürfte. Dass auch im Falle von Panteón Rococó aller guten Dinge drei sind, zeigt die Neuvertonung des Deichkind-Titels „Remmi Demmi“, bei dem sich die Mexikaner nochmals von der besten Seite zeigen. Der Song fliegt förmlich in die Gebeine und schreit mit jedem Ton nach körperlicher Ertüchtigung.

Konnte dies im Vorfeld beispielsweise auch noch „No Sé Porque“, verfliegt der außerordentliche Charme der Lateinamerikaner im letzten Drittel des Albums zunehmend. Mag sein, dass die verpflichteten Gastsänger, die nun verstärkt zu Tage treten, einen sehr deutlichen Stempel hinterlassen oder man einfach nur die Gangart wechseln wollte – richtig zünden können die Titel nicht mehr. „La Rubia Y El Demonio“ möchte man in einen eher schlagerhaften Bereich verdammen, bei dem es auch noch an Eindringlichkeit fehlt. Einen Tick von Letzterem kann zwar „Vete Lejos“ sein Eigen nennen, dafür wirkt der Titel, der von El Clan unterstützt wird, recht sperrig. Die hier ins klassische Genre driftende Stimme, mag zwar durchaus über eine gewisse Faszination verfügen, steht aber in einer Diskrepanz zum Stück, an die man sich nur schwer gewöhnen mag.

Mit dem abschließenden „Déjala Tranquila“ geht es zwar wieder deutlich mehr in den eingängigen und auch treibenden Bereich, dies kann man allerdings nur noch als halbwegs versöhnlichen Abschluss werten. Der Bruch, den man gen Ende des Albums vernimmt, bleibt trotzdem zu sehr haften. So bildet „Ni Carne Ni Pescado“ ein durchaus positives Gesamtbild, kann aber nicht komplett überzeugen. Der stimmige und frische Beginn des Silberlings wird leider durch einige nach unten abfallende Stücke stark getrübt. Weder musikalisch noch stimmungsmäßig scheint man sich im Hause der Mexikaner wirklich entscheiden zu können, unterm Strich ist dieses Album tatsächlich weder Fisch noch Fleisch.

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