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Pantaleon: Inner Impact

Beeindruckendes Prog-Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal/Power Metal
Spielzeit: 39:57
Release: 05.05.2010
Label: Eigenproduktion

Man ist bemüht, objektive Worte für die EP „Inner Impact“ der Kölner Band Pantaleon zu finden, kommt aber wohl nicht darum herum, von deren Schaffen zunächst einmal beeindruckt zu sein: Das Quintett spielt Progressive Metal mit deutlichem Power Metal-Einschlag und tritt mit „Inner Impact“, von einem 2009 erschienenen Demo einmal abgesehen, zum ersten Mal mit einem Tonträger in Erscheinung. Und obwohl die Scheibe von der Band in Eigenfinanzierung aufgenommen und gepresst wurde, wirken optische Aufmachung und Sound geradezu erschreckend professionell – da kann sich so manche Combo mit Plattenvertrag ein Beispiel nehmen. Gerade die klare, ausgewogene Produktion hätte man bei einer jungen, ungesignten Band so absolut nicht erwartet.

Mindestens so beeindruckend wie die Professionalität, mit der Pantaleon an ihre Musik herangehen, ist ihr handwerkliches Können, das sie in knapp 40 Minuten zu Schau stellen. Hoch anrechnen muss man ihnen zudem, dass sie sich bei aller Progressivität nicht im heillosen Gefrickel verlieren (und bei einer Band, die als Einflüsse u. a. Dream Theater nennt, ist das immer zu befürchten), sondern absolut song- und konzeptdienliche Kompositionen abliefern. Selbst „Wheel Of Fortune“, als über zehn Minuten langer Instrumentalsong sicherlich als Herzstück der EP zu betrachten, bleibt dank ausgefeilter Dramaturgie, sparsam dosierter Synthies und jeder Menge guter Riffs über die volle Länge spannend und hörbar.

Es ist vor allem die Kunst der richtigen Dosierung, die Pantaleon vielen Genrenachbarn voraus haben. Statt ihre Songs in orchestralen Klängen und Orgeln zu ersaufen, setzen sie gerade die Tasteninstrumente gezielt und pointiert ein. So geschehen beispielsweise im Opener „Two Worlds“, einem beispielhaften Track nicht nur für Songdienlichkeit im Prog, sondern darüber hinaus auch noch für großartige Gesangsmelodien und unkitschigen Gesangsvortrag.

Sänger Patrick Sühl macht eben nicht den Fehler, seine Stimmgewalt in unzähligen Kapriolen unter Beweis zu stellen, sondern setzt auf Intensität und Ausdruck. Nicht zuletzt deshalb gerät „Two Worlds“ zu einem absoluten Über-Song, der die Messlatte so hoch legt, dass man um den rest der Platte bangen muss.

Doch siehe da: Pantaleon halten das hohe Niveau konsequent durch; begeistern mit gekonnten Melodien und beeindrucken mit irren Instrumentalpassagen und abgefahrenen Sounds. Selbst die Klavierballade „Any Silence Breaks“ möchte man über volle drei Minuten genießen; trotz pathetischem Text und allgemeiner Kitschgefahr.

„Holy Journey“ beschließt die EP und fährt in acht Minuten noch einmal all das auf, was man in den fünf vorangehenden Songs schätzen gelernt hat. Danach bleibt nur zu hoffen, dass man von Pantaleon nach diesem gelungenen Einstand noch viel hören wird, denn auch wenn die fünf Jungs den Prog nicht neu erfinden, so drücken sie ihm doch einen deutlichen Stempel auf und – viel wichtiger – vermeiden so gut wie alle Anfängerfehler. Die Tatsache, dass man den Silberling trotz 40 Minuten Länge als EP betitelt hat, lässt jedenfalls auf ein kommendes Album hoffen.

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