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Pandemia: Feet Of Anger

Eine Death Metal-Scheibe der alten Schule, wie sie sein sollte
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 51:12
Release: 16.10.2009
Label: War Anthem Records

Manchmal denkt man sich wirklich „Och nö, nicht schon wieder!“, wenn man eine Promo CD bekommt, die als „Death Metal mit Thrash Einflüssen“ beschrieben wird. Es ist eben nicht so, als ob das etwas völlig Neues wäre. Vielmehr treibt dieser Stil mittlerweile ebenso viele Blüten wie der italienische Power Metal vor einigen Jahren. Pandemia, soviel sei direkt verraten, zählen glücklicherweise nicht zu den Bands, die zur Übersättigung dieses Marktes beitragen. War Anthem Records haben mit den Tschechen einen echten Geheimtipp unter Vertrag. Album Nummer vier des Quartetts knallt auf jeden Fall ordentlich. Ich habe mich übrigens beim Albumtitel nicht verschrieben, es heißt tatsächlich „Feet Of Anger“ und nicht „Feats“, wie man eventuell vermuten könnte.

Die „Füße des Krieges“ haben es mir wirklich angetan, deswegen will ich die wenigen Kritikpunkte direkt zu Beginn loswerden. Jeder weiß, dass Andy Classen ein super Produzent ist. Anderseits dürfte auch schon vielen aufgefallen sein, dass der Drumsound nicht unbedingt seine Stärke zu sein scheint. Mir klingt das Schlagzeug bei ihm immer etwas zu künstlich, was aber auch Geschmackssache ist und weit davon entfernt, wirklich zu nerven. Der zweite Kritikpunkt ist der Gesang von Frontmann Jirka, der ein wenig mehr Abwechslung vertragen könnte. Aber auch hier ist es wirklich zu verzeihen, da der Mann ein Organ hat, das ihn durchaus in die Nähe von Chuck Schuldiner (R.I.P.) zu „Scream Bloody Gore“- und „Leprosy“-Zeiten rücken lässt. Somit passt er wunderbar zum Songmaterial, was neben den genannten Großtaten von Death auch stark von Morbid Angel, Carcass und auch etwas von Bolt Thrower beeinflusst ist.

Pandemia beherrschen die gesamte Bandbreite des Death Metal und föhnen einem beim Opener „Blind Sense“ erwartungsgemäß erstmal die Matte nach hinten. Fans von Grindcore und „Brutal-bloody etc.“-Death werden darüber nur müde lächeln, aber dem Fan der alten Schule geht das Herz auf. Geschickt pendelt die Band zwischen Blast und Groove hin und her, was zu einem der ganz großen Pluspunkte von „Feet Of Anger“ zählt. Pandemia können die verschiedenen Aspekte ihrer Musik flüssig ineinander übergehen lassen, was wohl vor allem an ihrem Gitarristen liegt. Vlasta heißt der gute Mann und schüttelt sich ein Knaller-Solo nach dem anderen aus dem Ärmel.

„Behind The Reason“ ist extrem thrashig ausgefallen, was Erinnerungen an eine andere Classen-Band (Legion Of The Damned) wach werden lässt. Auch Fans von Dew Scented dürften mit dem Song sofort warm werden, mir persönlich ist er zu berechenbar. Pandemia funktionieren für mich besser, wenn sie nicht so sehr auf dem Thrash-Sektor wildern. Beweise dafür gibt es reichlich: sei es die Abrissbirne „Epitath“, das Krabathor-Cover „Unneccessary“ oder der melodische Abschluss „Death Symbols“, der wie eine Mischung aus Hypocrisy und, aufgrund der cleanen Vocals, Devin Townsend wirkt.

Fazit: Ich nenne in diesem Review einige Bands, die alle ihre Spur im Klang von „Feet Of War“ hinterlassen haben. Man könnte also leicht denken, dass Pandemia sich überall bedienen und nichts eigenes schreiben. Dem ist aber mitnichten so, wie jeder beim Hören der Platte feststellen sollte. Der spürbare Enthusiasmus gepaart mit dem Talent und der Professionalität der Musiker machen diese Scheibe zu einem Geheimtipp, der man lediglich ankreiden kann, dass sich noch nicht DEN einen Song enthält. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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