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Palace: Divine Intervention

Gut und mit ehrlicher Begeisterung gespielt
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 43:52
Release: 11.04.2008
Label: STF Records

Palace sind schon lange im Geschäft, waren mir aber bis dato völlig unbekannt. Sehr seltsam, ist ihre erste Veröffentlichung doch immerhin auf das Jahr 1996 datiert. In diesem Sinne kann man bei dieser traditionellen Metalband schon von „alten Haudegen“ sprechen.

Ich will mich auch nicht lange mit einer Einführung aufhalten, sondern gehe direkt in die Vollen. „Divine Intervention“ hat neben dem Titel absolut nichts mit dem gleichnamigen Album von Slayer zu tun. Vielmehr standen hier bekannte deutsche Metalbands wie Accept, U.D.O., Grave Digger und Running Wild Pate, was ja nicht die schlechtesten Vorbilder sind.

Ein herrliches Old School Riff eröffnet das Album bei „Generation Psi Forces“. Preise für Kreativität werden Palace sicherlich niemals gewinnen, aber die Musik ist hingebungsvoll gespielt, das hört man einfach heraus. Das Einzige, was mich stört, ist der Gesang von HP Piller, der häufig so klingt, als würde er aus dem letzten Loch pfeifen. Im Prinzip ist sein Gesang schön rotzig, was gut zur Musik passt, aber leider bei weitem nicht ausdrucksstark genug.

„Metal Angels“ ist ähnlich flott gestrickt, nervt aber ein wenig mit seinem „cheesigen“ (was liebe ich dieses Wort) Chorus. Der nachfolgende Titeltrack bietet ein tolles Zusammenspiel aus Gitarren – und Bassspiel (was auf dem ganzen Album teilweise wirklich beeindruckend gut ist) und kommt angenehm eingängig daher. Progressiv ist zwar die ganze Platte nicht, aber dieser Song dürfte live gut ankommen. Auf Platte werden beim Refrain auf geschickte Weise Hintergrundstimmen eingesetzt und kaschieren so ein wenig die gesanglichen Schwächen.

Ich will keine Songs unterschlagen, denn wirklich schlecht ist keiner, sondern höchstens eher belanglos. Man kann nur fast alle Lieder auf ähnliche Art und Weise beschreiben, denn heraus stechen tun nur die Wenigsten. Einer davon ist „Bloodsuckers“! Ein ruhiger Beginn mit Frauengesang, ein Bassintro und dann ein Groove, der auch Accept auf „Balls To The Wall“ gut zu Gesicht gestanden hätte. Da zuckt die Nackenmuskulatur schon von alleine mit und auch am Gesang habe ich mal nichts zu meckern.

„The Healer“ muss aber auch unbedingt noch erwähnt werden. Der Song steigert sich langsam und beinhaltet alle Tugenden, die den deutschen Metal ausmachen (ja, ich weiß, wie das klingt!). Der mit knackigen Riffs unterlegte schnellste Song der Platte hat definitiv das Zeug zum Ohrwurm.

Nein, aus den zahlreichen True Metal Veröffentlichungen ragen Palace mit „Divine Intervention“ bestimmt nicht heraus. Aber ich vermute mal, das wollen sie auch nicht. Ihnen macht die Musik Spaß und ganz ehrlich: Mir auch!

Ich werde zwar immer noch nicht warm mit der Stimme des Frontmannes, finde sie aber auch nicht so schlimm, dass sie mir das ganze Album versauen würde.

Fazit: Positiv anmerken möchte ich nochmal den hörbaren Enthusiasmus der Musiker und die Texte, die gesellschaftlich orientiert und nicht voller „Conan schlachtet 'nen Drachen“ Klischees sind. Schon alleine das Albumhighlight „The Healer“ rechtfertigt es, das Album zumindest einmal anzutesten. Natürlich nur mit der Einschränkung, dass ihr auf traditionellen Metal steht, der gar keine neuen Wege gehen will. 0,5 Punkte habe ich übrigens abgezogen, weil ich mich immer noch ein wenig an der Stimme störe. Andere können das natürlich völlig anders sehen!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann