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Paintbox: Bright Gold And Red

Entspannte, kunstvolle Popmusik ohne Kitsch
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Pop
Spielzeit: 41:52
Release: 05.12.2008
Label: Wild Chance Music

Für gewöhnlich sind die Schweden Linnea Olsson und Fredrik „Gicken“ Johansson mit der Band Isildur’s Bane eher im Progressive Rock beheimatet. Mit ihrem Nebenprojekt Paintbox orientieren sich die beiden – zusammen mit Magnus Helgesson – in eine Richtung, die man vielleicht am ehesten mit Art Pop beschreiben kann: Poppig aber nicht kitschig, süß aber nicht klebrig, experimentierfreudig und trotzdem zugänglich.

Mit Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Cello, Synthesizer und allerlei weiteren - meist klassischen – Instrumenten bietet das Trio auf „Bright Gold And Red“ schwelgerisch-gelassene Songs mit Charakter und Format, voller Melodien, die sich weit jenseits jeder Beliebigkeit bewegen. Linnea Olssons elfengleicher Gesang wirkt vom ersten Augenblick an wie ein starkes Sedativum und lässt den Hörer hineingleiten in eine Welt voller Sonnenaufgänge und – immerhin sind wir ja in Schweden – roten Holzhäusern mit weißen Fensterrahmen in idyllischen Landschaften.

Schon im Opener „Lighthouse“ wird man von der Sängerin derart elegant um den Finger gewickelt, dass es schwer fällt sich den Rest des Albums nicht auch noch anzuhören. Nicht, dass ich das nicht ohnehin vorgehabt hätte – aber trotzdem. Mit reichhaltiger, aber absolut nicht überladener Instrumentierung, atmosphärischer Gestaltung und genialer Melodieführung ist schon dieser erste Song ein definitives Highlight der Platte.

Das nachfolgende Stück „Stop Running“ besticht vor allem durch seine textliche Einfachheit: „Stop running from yourself“ bekommt man von gleich zwei Stimmen zu hören, als sei es das einfachste auf der Welt. Lyrisch vielleicht nicht sonderlich innovativ, aber trotzdem charmant. Im Mittelteil kommen dann kammermusikalische Streicher zum Einsatz, die im Hintergrund ein flirrendes Gefiedel produzieren, das auch im - dank Percussion und meditativem Bass - leicht schamanisch anmutenden Song „Heaven“ wieder auftaucht. Paintbox begnügen sich dabei nicht damit, die Stücke mit klassischen Elementen zu hinterlegen; diese Elemente werden auch schon mal in rückwärts geloopter Form eingebaut, was ihnen experimentellen Charakter verleiht – auch wenn der Trick mindestens so alt ist wie die Beatles.

Ansonsten wurden die Songs mit unglaublicher Detailverliebtheit mit kleinen Instrumentalgimmicks wie allerlei Glöckchen, Schellenkränzen, Xylophonen, Trommeln, Flöten und natürlich Streichern verziert und ausgeschmückt. Auch mehrstimmige Vocals werden des Öfteren eingesetzt; am lustigsten wohl am Ende von „45 on“, wo der Backgroundgesang eher an – hierzulande – unangebrachte, halbverbale Äußerungen am Essenstisch erinnert. Ein weiterer Pluspunkt für „Bright Gold And Red“ ist die erfreulich warme Produktion, die kleine „Störgeräusche“, wie die Bundgeräusche beim Akkordwechsel auf der Gitarre, keinesfalls kaschiert und den Sound so lebendig hält.

Wie bereits erwähnt: Das Album klingt schlichtweg nach Sommer und Wohlfühlatmosphäre: manchmal fröhlich, ohne aufgesetzt zu wirken; manchmal melancholisch und nachdenklich, ohne jedoch traurig oder niederschmetternd zu klingen. Mit jeder Menge Spaß am Spielen, Musikalität, Kreativität und vor allem Stil spielen sich Paintbox durch alle elf Songs.

Auf ihrer Myspace-Seite schreibt die Band über sich selbst: „We are Paintbox. We play and make music that makes us happy! Buy our album Bright Gold and Red now!” Freunden anspruchsvoller Popmusik sei hiermit genau dieser Ratschlag gegeben.

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