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Pain Of Salvation: Scarsick

Eine abgefahrene Platte
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Alternative Metal
Spielzeit: 67:54
Release: 19.01.2007
Label: InsideOut Music GmbH

„Scarsick“ oder wahnsinnig vernarbt?

Meine letzte musikalische Begegnung mit „Pain Of Salvation“ (POS) liegt gute sieben Jahre zurück. Anno 2000 ist Album No.3 erschienen und bescherte der Band eine Reihe überdurchschnittlicher Kritiken. Die Nähe zu den Progressiv-Helden Dream Theater & Co. tat gut.

„Scarsick“ ist Streich No.7 nach dreijährigem Abstand zur letzten Studioscheibe. Und es hat sich einiges getan im Lager der Schweden. Die Bandbreite der be-/genutzten Stile ist umfangreicher geworden. Reiner Progressiv-Metal ist längst nicht mehr angesagt.

„Scarsick“ : Der Opener prescht in echter Alternativemetal–Manier los. Hardcore-Riffs fegen aus den Boxen, unterstützt von einem eher Hip-Hop – typischen Sprechgesang. Zwei Minuten dauert der Spuk, bis der Song ins psychedelische kippt. In der zweiten Hälfte wird es melodischer und es wird hörbar, wer hier werkelt. Das Wechselbad aus Melodie und Härte zieht sich konsequent durch den Titel. (Schweissperlen und ein großes Fragezeichen auf meiner Stirn!)

„Spitfall“ : Nochmals Sprechgesang und heftiges, fast stakkatoartiges Riffing mit unterlegtem Glockengeläut. Eigenwillig. Deutliche Industrialeinflüsse machen das Zuhören sehr anstrengend. Gelegentliche kurze melodische Einschübe bewahren mich vor dem Drücken der Skip – Taste. (Noch mehr Schweissperlen und ein noch grösseres Fragezeichen hinterlassen Ratlosigkeit!!!)

„Cribcaged“ : Eine sanfte Gitarre, Babylachen und melodischer Gesang erlösen mich. Ein ruhiger, fast balladesk wirkender Song, getragen von einer wunderschönen Melodie, dringt aus den Boxen. So bleibt es. Toll!!! Zum Ende wird es dramatisch, das Klavier stimmt als dominantes Instrument mit ein und wieder erschallt Babylachen. (Typischer POS – Titel. Gerettet?!)

„America“ : Der Songaufbau aus Strophe, Bridge, Refrain ist konsequent und die drei Bestandteile können unterschiedlicher nicht sein. Eine wilde, ungezügelte von Gitarre/ Schlagzeug dominierte Strophe trifft auf einen superpoppigen Refrain, während die Bridge POS–typische Prog–Einschübe liefert. Damit nicht genug, wird auch noch eine Countryeinlage im Titel untergebracht. Irre!? (Schon wieder Schweissperlen!)

„Disco Queen“ : Es geht abgedreht weiter. Disco Queen hält, was der Titel verspricht. Donna Summer trifft George McCray und ab geht es in die späten Siebziger. Discotime. Seltsam fiepige Synthieklänge, komischer Frauengesang und das Monster verändert sich. Erst in POS, dann in John Travolta. (Aarrrghh. Wo bin ich bloß gelandet?) Nach ca. fünf Minuten hat die Band ein Einsehen und lässt die „Queen“ zu etwas POS–typischen werden. Danke. (Schweissgebadet suche ich nach einer Discokugel in meinem Zimmer. Keine da! Glück gehabt!)

„Kingdom Of Loss“ : POS statten Pink Floyd und Kate Bush einen Besuch ab. Das Ergebnis ist ein sehr schönes, getragenes Liedchen, das die Tugenden der drei Beteiligten hervorragend vereinigt. Ein Sprachsample dient als Eröffnung und weitere dieser Samples folgen im Verlauf der nächsten Minuten. Ein echtes Schmankerl ist die Gitarrenarbeit, die den Hörer eher an Mandolinen- und Balalaikaklänge erinnert. (Relaxen ist angesagt. Wundervoll!)

„Mrs. Modern Mother Mary“ : Es bleibt ruhig. Typischer 70-er Prog mit psychedelischen Anleihen erklingt, untermalt von den Klängen einer Hammondorgel. Ähnlich wie bei einem Mantra wiederholen sich bestimmte Teile des Liedes immer wieder. Der Refrain erinnert ein wenig an die viel zu früh verschiedenen Psychotic Waltz. (Ab nach Indien?)

„Idiocracy“ : Tribaldrums, unheilschwangere Keyboardklänge und sägendes Riffing starten ein weiteres eher ruhiges Stück. Slapbass, Gitarrenkunststückchen und diese seltsamen Synthieklänge schaffen eine leicht schaurige Atmosphäre. Sparsamer Gesang, beschwörende Chöre und wieder diese Balalaikaklänge. (Creepy crawly – happy happy halloween!)

“Flame To the Moth” : Aufgewacht – es wird wieder etwas lebhafter. Herr Alternativemetal kehrt in Form entsprechender genreüblicher Gitarrenarbeit zurück. Die den Song dominierende Rhythmusarbeit ist äußerst abwechslungsreich, der zwischendurch erschallende Hardcore-typische Schrei-“Gesang“ eher anstrengend. Ein aufrüttelnder Refrain und leicht orientalische Einflüsse machen die Konfusion perfekt. Extremer geht es nicht! (Bitte nicht mehr davon.)

„Enter Rain“ : Der Regen beginnt, sanft unterlegt von Militärtrommeln. Atemlos geniesse ich diesen Moment der Entspannung. Ein aufwühlender Refrain, getragen von bombastischen Drums und einem gewaltigen Gitarrenriff, befreit mich aus meiner Lethargie. Doch kaum entronnen, umhüllen mich weibliche Stimmen. Ruhe sanft? Fehlanzeige – denn der Refrain rüttelt mich erneut wach. (Mein Favorit auf dieser CD! Nur diesen einen Titel als Endloswiederholung programmiert und fertig ist das Vergnügen.)

Fazit : Im wahrsten Sinne des Wortes eine abgefahrene Platte, die musikalisch extrem vielfältig ist, dem Hörer aber gleichzeitig eine Menge Geduld und Stehvermögen abverlangt.

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