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P.A.I.N. Management: Lobotomy

Mit Schmerz hat das weniger zu tun, eher mit den Folgen einer Lobotomie
Wertung: 4.5/10
Genre: Alternative Metal
Spielzeit: 49:25
Release: 29.06.2009
Label: STF Records

P.A.I.N. Management melden sich nach der ersten ausverkauften CD „Save The Day“ nun mit Plattendeal und elf neuen Songs zurück. Man philosophiert über Licht und Schatten und schaltet eigentlich vom Titel her den Schatten aus. Denn nach einer erfolgreichen Lobotomie sollte kein Schmerz mehr zurück bleiben, wenn die Nervenbahn zwischen Thalamus und dem Stirnhirn durchtrennt ist. Was bleibt, ist ein Mensch, der sich stark verändert. Deshalb ist diese Schmerzbekämpfung auch inzwischen der Behandlung mit Psychopharmaka gewichen. Wenn nicht, wäre ja auch eine weitere P.A.I.N. Management- Behandlung unnötig. Ob sich die Band dessen bewusst ist?

„I Disagree“ beginnt deutlich zu Keyboard-lastig, was man aber noch als Intro durchgehen lassen sollte. Etwas unaufgeräumt entwickelt sich dann aber langsam der eigentliche Song. Kräftig mit einer gewissen Portion Frust rockt man sich in einer Melange aus Metal und Rock der aggressiveren Sorte durch den Song. Leider hinterlässt dieses Stück aber keine deutlicheren Spuren im Gedächtniszentrum. Für fast viereinhalb Minuten wird hier zuwenig Fesselndes geboten.

„Weak“ gerät dann zum nächsten Stampfer, der sehr energetisch von den Gitarren angetrieben wird, auch wenn die Keyboards etwas zu aufdringlich einen deutlich abgemilderten Eindruck zu erwecken versuchen. Das Riffing ist gelungen, aber insgesamt entwickelt sich der Song nicht so, wie man es sich wünschen würde. Obwohl der Gesang von Markus Stahlhut zu überzeugen weiß, fehlt doch das letzte kleine Stückchen, um den Gesamtsound über das Mittelmaß zu hieven.

Die Band zockt eher solide als fulminant. Gute Ideen kann man auch in „Serious“ entdecken, das Ganze wird dann zwar auch wieder etwas von den zu dominanten Keyboards, gespielt von Andreas Vogt, zugeschüttet, aber das ist nicht das einzige Problem. Die guten Ideen werden noch ein wenig zu schwach herausgearbeitet. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. 

„Bleed Forgiveness“ wird mit einem hart gespielten Keyboard-Klavier eröffnet, bevor man in bereits kräftig beanspruchte Pfade entschwindet. Irgendwie sind die bisherigen Songs alle ein wenig zu nah beieinander. Das Grundthema ist teilweise auswechselbar und so tritt trotz differenzierter Songs ein gewisse Eintönigkeit ein. Patrick Sondermann kann da mit seiner Gitarre auch nur wenig retten; ein kurzes Solo ist zu wenig, um mal richtige Akzente zu setzen. Zu sehr wird das Ganze von der zwar guten, aber insgesamt gesehen etwas zu eintönigen Stimme am Mikro und den immer wieder dominanten Keyboards umspült.

„Apeggio“ und „Dark Star“ vervollständigen den bisher gewonnenen Eindruck. Auch wenn immer wieder mal ein wenig Nu Metal-Splitter in den eigenen Sound eingedrungen zu sein scheinen, wirklich abwechslungsreich wird es selbst bei dem recht trockenen „Open Knife“ nicht. Trotzdem hat man den Eindruck, als ob die Band gerade bei „Open Knife“ versucht, ein wenig Sentenced-Flair mit einzubringen. 

Wer böse ist, könnte sagen, dass der Titel des nächsten Tracks die Ideenlosigkeit deutlich unterstreicht. Allerdings könnte ein Songname auch nicht treffender sein wie dieser: „Instrumental“. Gute Ansätze verschwinden im Gesamtkunstwerk.
„Holy Vengeance“ versucht dann aber, ein wenig aus den Sound auszubrechen. Es wird deutlich mehr verzerrt, aber die zündende Songidee wird trotzdem nicht gefunden. Zwar überrascht unter anderem das emulierte Klaviersolo, aber wirklich Akzente kann das auch nicht setzen. Zumindest handelt es sich hier um den ersten Song, der mit dem Refrain zumindest ein wenig zur Stimulierung des Gedächtniszentrums beiträgt.

„Massparade“ und der abschließende Song „God“ versumpfen dann aber wieder. Zu wenig, um wirklich für Aufmerksamkeit zu sorgen, aber auch zu viel, um nicht wahrgenommen zu werden. Teilweise hat man das Gefühl, dass hier doch eher rohe Versionen der Songs veröffentlicht wurden, welche noch nicht ganz ausgereift sind. So bekommt der Hörer verstärkt gute Ideen, ohne dass die aber so richtig final ausgearbeitet erscheinen. 

Fazit: Dem Gesamtsound fehlt es etwas an Abwechslungsreichtum. Dies ist zwar der auserkorene Stil der Band, aber mich kann das nicht begeistern. Die Keyboards sind oftmals zu dominant und der Sänger mit der an sich guten Stimme wirkt insgesamt zu eintönig, auch wenn er gerne mal an die Schreigrenze geht Auch die Gitarre spielt eher solide als innovativ. Musikalisch sicher nicht schlecht, aber irgendwie deutlich zu wenig überraschend, trotz des eigenen Stils. Andererseits könnte das auch wieder zur Emotionslosigkeit passen, die nach einer erfolgreichen Lobotomie eintreten kann.


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