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Pagan: Black Wash

Mitreißender Genre-Mix aus Australien
Wertung: 7,5/10
Genre: Hardcore/Rock/Alternative
Spielzeit: 37:56
Release: 06.07.2018
Label: Hassle Records

Man tritt der Dame und den drei Herren von Pagan sicher nicht zu nahe, wenn man behauptet, dass sie hierzulande noch recht unbekannt sind. Die Mitglieder der Band spielten allesamt schon in anderen Formationen, bevor man sich 2014 zusammenschloss und nun das Debütalbum vorlegt.

Herausgekommen sind elf Titel, welche die eine oder andere Überraschung bereithalten. Und tatsächlich fängt dies schon mit der eigentlichen Musikrichtung an, könnte man doch beim Bandnamen auf Folk oder Metal tippen, gibt es stattdessen eine gelungene Mixtur aus Hardcore, Punk’n’Roll und einem kleinen Schuss Metal. Pagan nennen diese Mischung selbst „Blackened Rock & Roll“ und viel besser kann man dies wohl auch nicht umschreiben.

Mit „Il Malocchio Si Apre“ schaffen die Australier einen Einstieg ins Album, der verhalten, spannend und anfangs instrumental daherkommt, bevor Nikki stimmgewaltig einschreitet und es nun ordentlich was auf die Mütze gibt. Nun sind Frauen in der Szene sicher nicht mehr so wahnsinnig überraschend und Walls Of Jericho-Brüllamazone Candace beweist nur zu gut, dass die Damenwelt mittlerweile anständig Druck hinterm Mikro macht, trotzdem bricht man bei derlei Besetzung nicht immer in Begeisterungsstürme aus. Auch im Falle von Pagan mag man letztlich geteilter Meinung sein, da ständig schreiende und keifende Frauen eben halt oft zur Belastungsprobe für Nerven und Ohren mutieren. Da kann man beim fetten „Death Before Disco“, was sich mit flirrenden Gitarren und einigen Breaks ganz nach oben schiebt, wirklich noch über das Dauergebrüll jubilieren, spätestens gen Mitte der Scheibe unterzieht sich das Gehör aber dann doch einem gewissen Stresstest.

Nichtsdestotrotz gelingt den Australiern ein starkes Debüt, mit welchem sich der Vierer die eigene Messlatte recht hoch legt. Die Wanderung zwischen den verschiedenen Genres, Tempoverschiebungen und Breaks lassen „Black Wash“ zu einem vielseitigen und spannenden Album erheben, welches einige Rotationen ohne den Gebrauch der Skip-Taste vollbringen dürfte und vor allem zum Abgehen einlädt. So steigt man in „Imitate Me“ schon so anständig in die Steigeisen, dass es einen kaum auf dem Hocker hält. Noch einen Ticken besser kommt allerdings „Blood Moon“ um die Ecke, welches zwar anfangs noch mit einem etwas sphärischen Start überrascht, dann aber volle Gitarrenbreitseite gibt und sich im Wechsel mit dem Schlagzeug zu einem förmlichen Inferno aufbauscht, bei dem schon der Mosh-Pit vor dem geistigen Auge des Hörers entbrennt.

Ebenfalls gelungen zeigt sich „Year Of The Dog“, wo es einen Wechselpart aus weiblicher und männlicher Stimme gibt, den man sich eigentlich des Öfteren wünschen würde, macht er doch die Stimmbreite weiter und nervenschonender. Das abschließende „Il Malocchio Si Chiude“ greift das Motiv des Intros wieder auf und rundet schließlich das Album ab, zumal es noch mit seinem Post-Rock-Touch überzeugt. Insgesamt also eine abwechslungsreiche, mitreißende Scheibe, auf der sich Pagan verspielt zeigen und zugleich überaus versiert agieren.

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