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Pagan Altar: The Time Lord

Zurück in die Siebziger!
keine Wertung
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 32:49
Release: 13.07.2012
Label: Buried By Time And Dust Records / Cruz Del Sur Music

Pagan Altar sind eine der zeitweilen in Vergessenheit geratenen Kultbands der ersten New Wave Of British Heavy Metal. Mit ihrer doomigen Musik standen sie damals Ozzy und Co. in nichts nach. Nach einigen Jahren musikalischer Abstinenz hat sich die Band im Jahr 2004 wiedervereinigt und im gleichen Jahr erschien auch die EP „The Time Lord“. Genau diese EP – übrigens die einzige der Gruppe – wird nun wieder neu aufgelegt und erscheint in zwei Formaten: als CD im Jewel Case und als LP in grünem Vinyl.

Auf dem Silberling befinden sich fünf Tracks, die insgesamt für eine Spielzeit von knapp 33 Minuten sorgen, was im Schnitt eine Spiellänge von über sechs Minuten pro Song ergibt. Das ist eine ganze Menge und deutet schon einmal darauf hin, dass man es hier nicht mit Fahrstuhlgeplänkel zu tun hat. Ein weiteres Indiz hierfür sind die Songtitel: „The Time Lord“ und vor allem „The Black Mass“ signalisieren schon sehr deutlich, dass die Lieder wohl nicht radiotauglich sein werden. Die erste Annahme ist denn auch vollkommen richtig; die fünf Stücke entpuppen sich allesamt als aufwändig konstruierte Lieder mit eingängigen Melodien, aber ohne die typischen Refrain-Text-Refrain-Text Schemata. Dafür sind die Songs eingängig und fordern den Hörer zum konzentrierten Hören auf. Die Behauptung über die Radiotauglichkeit stimmt dagegen nicht ganz - alleine wegen der Songlänge wird zwar schon kein Lied über den Äther gehen, aber rein musikalisch wäre das zumindest in einem Fall doch vorstellbar. „Reincarnation“ ist ein typisch träger und schleppender Song in bester Led Zeppelin-Manier. Das Stück ist auch eingängig genug, um einfach mal nebenbei gehört zu werden.

Die anderen Lieder pendeln zwischen psychedelisch angehauchtem Heavy Metal der langsameren Gangart und tief doomigen Passagen. Schnelle Stücke sind auf der EP gar nicht zu finden. Das macht aber auch gar nichts, denn die Stimmung des Tonträgers ist so schon sehr perfekt.

Störend, weil mit Gewalt zu retro gehalten, ist allerdings der Sound der Platte. Klar braucht man ein gewisses Klanggewand, um die richtige Atmosphäre für solche Musik zu erzeugen, aber mit Nachdruck auf authentisch zu machen war noch nie eine gute Idee. Der Silberling ist zum ersten Mal 2004 gepresst worden und da gab es längst in jedem Heimstudio Equipment, mit dem der Sound zwar weniger authentisch, aber besser hörbar gelungen hätte. Wenn man Sound aus den Siebzigern braucht, dann sollte man sich eine LP aus der Zeit anhören - das ist wenigstens echt.

Ob es die Wiederauflage der EP wirklich gebraucht hätte, muss der Hörer entscheiden. Die Anschaffung des Teils ist nur für wirkliche Fans des Vintage Doom Metals und des Classic Rocks sinnvoll. Alle anderen werden wohl eher nicht so begeistert sein.

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