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Pabst: Crushed By The Weight Of The World

Eine Reise durch (fast) das gesamte Rockspektrum der 90er und 2000er
Wertung: 8,5/10
Genre: Garage Punk/Rock, Alternative Rock, Grunge
Spielzeit: 34:01
Release: 02.09.2022
Label: Ketchup Tracks

Beim Namen Pabst sollte eigentlich ein Glöckchen klingeln, wenn man sich ein bisschen für die deutsche Punkrock-Szene interessiert. Dass das Berliner Dreiergespann es bisher noch nicht in unser Archiv geschafft hat, ist dann eigentlich schon wieder unentschuldbar, liegt doch mit „Crushed By The Weight Of The World“ derzeit bereits die dritte Full-Length-Scheibe der Jungs vor, die sich irgendwie im Schmelztiegel zwischen Grunge, Garage Rock, Punkrock und Alternative Rock einnistet und stellenweise dann sogar auch einen Hauch Stonerstaub mit sich schleppt. Passender wurde vermutlich selten ein Album im Zeitgeist betitelt, entsprechend kann man sich schon vor dem ersten Durchlauf zumindest oberflächlich mit der Truppe anfreunden.

Dabei bleibt es selbstverständlich nicht, denn Oberflächlichkeit ist Pabstens Ziel nicht: Stetig pendelt die Band auf den zwölf Tracks zwischen Hysterie und Resignation, zwischen prä-apokalyptischer Partystimmung und post-apokalyptischer Depression, untermalt von erfreulich lärmigen Gitarren und dem zuerst etwas gewöhnungsbedürftigen, punkrock-affinen Gesang.

Gestartet wird aber beim Opener „Dead Ahead“ zumindest instrumental mit einer donnernden Gitarrenwand, die stark an die Kollegen von LYGO oder FJØRT erinnert, schon stimmlich aber kaum noch Vergleichsmöglichkeiten bietet und daher einfach stumm genossen werden darf. Wer sich noch Vergleiche heranziehen möchte – und manchmal muss man das ja, allein für den eigenen Seelenfrieden – kann sich beim deutlich flotteren „Mercy Stroke“ zumindest im Intro bei Erinnerungen an Queens Of The Stone Age wohlfühlen, wobei hier deutlich tanzbarer und ein bisschen hektischer agiert wird, was insgesamt dann wieder ein bisschen an Größen wie The Hives erinnert… So kann man sich zumindest ungefähr vorstellen, für Fans welcher Gangart Pabst ein echtes Schmankerl sein könnten.

Das starke Doppel aus „Locker Room“ und „Daddy‘s Boy“ atmetet dann schon den zynischen Coming-of-age-Geruch, den Punkrock gerne mal ausdünstet, wobei vor allem „Daddy‘s Boy“ mit seinem gelangweilten Unterton und der Neunziger-Synthie-Explosion einen der stärksten Tracks der Platte darstellt. Gereizt stampfend bahnt sich „Shoulder To Cry“ seinen Weg durch die Boxen, verteilt ein bisschen Staub in den Membranen und lässt den ganzen Körper im Takt wippen – wenn Pabst mal loslegen, kann man sich eigentlich nur dem Rhythmus hingeben. Resistance is futile, wie man so schön sagt, und das weiß das Trio ganz genau.

Wenn die Berliner sich allerdings Gefilde wagen, die man schon auch guten Gewissens mehr dem Pop Punk zuordnen kann („Never Again“), dämpft das die Begeisterung ein bisschen, aber auch hier sprechen wir natürlich von der berühmten Geschmackssache. Blöße geben sich die Musiker allein schon technisch nicht, fremdschämen ist gottlob auch nicht angesagt – „You Blink, You Miss It“ stimmt uns mit seiner Kauzigkeit und dem fast romantisch hallenden Gesang in Kombination mit schnarrenden Gitarren schon wieder versöhnlich.

Ein starkes Album haben Pabst da rausgehauen und eine beinah komplette Reise durch alle wichtigen Rock-Stile der Neunziger und Nuller Jahre veranstaltet, nur um auf dem Heimweg noch ein Fitzelchen Punk mitzunehmen. Wer auf „Crushed By The Weight Of The World“ nichts für seinen Geschmack findet, sollte vielleicht noch einen Durchlauf wagen. Und noch einen. Und möglicherweise noch einen.

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