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Overkill: White Devil Armory

Overkill sind wie guter Wein und werden mit der Zeit immer besser
Wertung: 9,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 50:41
Release: 18.07.2014
Label: Nuclear Blast

Achtzehn Studioalben veröffentlichen, davon können die allermeisten Musiker nur Träumen. Wenn man jetzt die Urgesteine und diverse Studiomusiker außer Acht lässt, dann dürften wirklich nur die allerwenigsten Künstler in diesen Genuss kommen. Overkill haben diesen Meilenstein erreicht und seit einigen Alben erlebt die Altherrencombo einen wahren künstlerischen Höhenflug. Die letzten beiden Alben waren geniale Scheiben. Nun ist die Frage, ob „White Devil Armory“ da anknüpfen kann.

Es gibt einen Schlüsselmoment auf der Scheibe. Und zwar ist das der Moment, in dem das Intro endet und „Armorist“ beginnt. Entweder man ist ab dieser Sekunde an vollkommen weg vom Fenster oder man wird die ganze Platte nicht mögen. Overkill schlagen nämlich einen ganz ähnlichen Weg ein wie bei der Vorgängerscheibe. Dennoch ist auch einiges anders. Man muss aber genau hinhören, um die Unterschiede zu erkennen. Das erste Merkmal ist der noch schnittigere Sound. Overkill klingen sauberer und klarer denn je. Trotzdem hat die Platte ordentlich Dampf und versprüht einen gewissen Live-Club-Charme. Zum zweiten haben die Gitarristen Dave und Derek noch mal einen ganzen Schritt in Richtung perfektes Timing unternommen. Ein jeder Anschlag klingt genau platziert und stimmt auf die hundertstel Sekunde. Besonders geil klingt das bei schnellen zweistimmigen Parts, die sich dann wie genau getaktetes Stakkato-Massaker anhören. Für eine Thrash-Platte gibt es fast keine bessere Zutat als zwei wirklich interagierende Gitarristen. Overkill haben das Glück, dass sie zwei solche Individuen am Start haben. So klopfen Songs wie „Armorist“ und „Freedom Rings“ die Kreislaufpumpe gleich mal in einen anderen Takt. „Pig“ dagegen ist die große Stunde des Drummers. Ron Lipnicki drischt sich nen Wolf und versteckt zwischen ständigen Rhythmikwechseln auch noch das eine oder andere gewagte Fill. Dabei wird sein Trommeln weder nervig oder aufdringlich. Dezent, aber immer mit genügend Nachdruck drischt er die Songs vorwärts. Ein schönes Beispiel hierfür ist auch der abschließende Song „In The Name“. Hier setzt er viele besondere Akzente, unterstützt die Gitarristen und gibt dem Titel den richtigen Biss.

Zu Bobby Elsworth muss man nicht viel sagen. Seine Kreissägenstimme ist markant und eine Art Markenzeichen der Band. Allerdings merkt man auch beim Fronter seit ein paar Alben, dass er sich immer mehr singen traut und nicht nur mehr kreischt. Die Schritte in diese Richtung sind marginal, aber nicht zu überhören.

Zusammengefasst haben Overkill eines der besten Alben ihrer Karriere ausgearbeitet. Alle Songs sind kraftvoll und haben eine klare Linie. Von Langeweile ist auf der ganzen Platte keine Spur zu finden und obwohl alle Lieder eindeutig Overkill und Thrash Metal sind, klingen keine zwei Riffs auch nur ähnlich. „White Devil Armory“ ist ein wirklich großes Album einer lebenden Legende.

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