Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Overkill: The Electric Age

Machen locker dem Nachwuchs noch was vor
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 50:33
Release: 30.03.2012
Label: Nuclear Blast

Irgendwie scheint der Wechsel zu Nuclear Blast glatt wie ein Jungbrunnen auf Overkill gewirkt haben, denn nach dem bärenstarken „Ironbound” kommen die noch immer sehr tourfreudigen New Yorker Thrasher zwei Jahre später mit „The Electric Age“ daher und schaffen es null Komma nichts zu fesseln, sprichwörtlich zu elektrisieren. Die Skullcrushers rund um den Globus fallen eh per se bei jedem Release wie ein Blitz in den Staub, doch das neue Album hat einfach das Potential, wieder ein paar neue Thrashheads dazu zu gewinnen. Natürlich, auf Bobbys Stimme können nun nicht alle, aber sein Organ gehört genauso zu den Trademarks Overkills wie der unverkennbare Bass- und Gitarrensound.

Doch wenn man die Personalien einmal beiseite schiebt und sich auf die Songs konzentriert, dann kommt man nicht umhin, gleich wieder reihenweise Klassikerpotential zu erkennen. So z.B. „Electric Rattlesnake“, den sie mittlerweile auch im Liveprogramm haben und der sich so nahtlos in das Overkill-Set einfügt wie sonst kaum etwas. Erst rasen sie in bester Thrash-Manier los und bauen ein paar ungeheuer fette Grooves ein (die nicht ganz inspirationsfrei sind). Schon der Opener „Come And Get It“ legt furios los und nachdem die knapp einminütige Einleitung die Vorfreude schon ein wenig angeheizt hat, entwickelt sich der Track zum moshpitfreudigen Headbanger mit reichlich Drive.

Besonders hervorzuheben ist auch „Save Yourself“, denn hier spielen die New Yorker mit ihren punkigen Wurzeln (man erinnere sich nur daran, woher die Namen D.D. Verni, Rat Skates oder gar Blitz’ Spitzname herkommt) – ganz sicher ein Kandidat für die zukünftigen Overkill-Setlisten. Das hymnische „Drop The Hammer Down“ mit diesem unendlich geilen Killerrefrain, den fetten Stampfgroover „Black Haze“, der Overkill auf diesem Album von einer anderen, aber nicht sanfteren Seite zeigt, oder die wuchtige Abrissbirne „Old Wounds, New Scars“ – durch und durch Overkill pur.

Bei „Good Night“ hätten sie gerne auch ein wenig mehr beim Intro experimentieren und z.B. ein Klavier mit einsetzen dürfen, vermutlich hätte aber die Hälfte der Thrash-Szenepolizisten daraufhin einen Aufstand geprobt. Egal: Overkills „The Electric Age“ ist durchweg fisch und repräsentiert die Truppe für die richtige Verquickung zwischen Old-School-Thrash und jungmodern geblieben.

Muss man noch Argumente für eine Kaufentscheidung suchen? Wer bisher noch nicht zugegriffen hat, sollte sich eigentlich schämen, spätestens wer sich als Thrashhead bezeichnet, denn an „The Electric Age“ von Overkill geht einfach kein Weg vorbei. Nur Sammler dürfen sich einmal mehr wieder ärgern, denn allein das Vinyl erscheint schon in mehreren Farben – da hätte doch die grün-schwarze Attacke gereicht – trotz allem definitiv ein Muss unter den Releases.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna