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Outrun The Sunlight: Terrapin

Ein Album, auf das man sich einlassen muss
Wertung: 7,5/10
Genre: Instrumental Progressive Metal
Spielzeit: 46:50
Release: 16.12.2014
Label: Rogue Records America

In einem stetig wachsenden Musikmarkt gibt es logischerweise eine riesige Anzahl geiler Bands zu entdecken, leider gehen aber auch immer wieder echt gute Alben komplett an einem vorbei. „Terrapin“ von den Chicagoer Progressive Metallern Outrun The Sunlight ist so ein Album. Schon im vergangenen Dezember veröffentlicht, hat das Instrumentalalbum nun zwar etwas verspätet, aber immerhin doch noch den Weg zu The-Pit.de gefunden. Gut so, denn auch wenn „Terrapin“ schon wieder mehr als ein Quartal alt ist, so ist es doch definitiv eine Besprechung wert.

Was die Genrebeschreibung angeht, trifft es der Begriff „Progressive Instrumental Post Rock“ wohl am besten. Leicht zu konsumierende Hintergrundmusik ist das definitiv nicht, als eine zumindest größtenteils ruhigere und träumerische Animals As Leaders-Version hat „Terrapin“ aber durchaus seinen Reiz. Wobei, ganz so simpel lässt sich der Longplayer dann doch nicht zusammenfassen.

Die beiden ersten Songs beginnen heavy und verbinden abwechslungsreiches Riffing mit starken Melodieverläufen, bevor die Amis auf „And Every Glance Given Has Only One Meaning“ zu einem anderen Ansatz übergehen, der weit mehr von Atmosphäre und Emotionalität als von hartem Riffing geprägt ist.

In dieses Schema fallen dann auch die nächsten beiden Nummern, bei denen Outrun The Sunlight nach einem ruhigen Intro wiederum ihre progressiven, aber technisch größtenteils dann doch nicht zu anspruchsvollen Kompositionen geschickt zu einem atmosphärischen Ganzen verweben, das sich stets dynamisch weiterentwickelt und den Hörer zum Träumen einlädt.

„The Pace Of Glaciers“ beginnt ähnlich und man meint so langsam einen roten Faden, beziehungsweise ein konsequentes Schema ausfindig machen zu können – immerhin fallen die Songs in diesem Teil des Albums immer ruhiger aus - irgendwo in der Mitte des mit immerhin zehn Minuten längsten Tracks des Albums kehren die Postrocker dann aber plötzlich zu dem harten Riffing zurück, mit dem sie „Terrapin“ eingeleitet haben.

Der langsam fließenden Entwicklung ihres Albums treu bleibend, setzen die Amis diesen Trend dann auch auf der nächsten Nummer „Diminishment“ fort. Zwar gibt es als kurzen Zwischenkontrast auch ruhige Passagen, insgesamt fällt der Song aber ähnlich wie sein mit einem verstörenden Intro beginnender Nachfolger „Permanence“ mindestens eine Spur härter als die vorangegangenen Titel aus, bevor das bis auf eine Steigerung im Mittelteil äußerst entspannte „Achievement“ das Album passend abrundet und langsam ausklingen lässt.

Insgesamt ist „Terrapin“ also ein starkes progressives Instrumentalalbum geworden, das dem Hörer einen hohen Grad an Aufmerksamkeit abverlangt, diesen aber auch allemal wert ist. Mit abwechslungsreichen Kompositionen, ruhig-emotionalen genauso wie harten Passagen sowie einer konstanten Entwicklung innerhalb der Songs, die zu einem geschlossenen Gesamteindruck führt, muss man sich im Hause Outrun The Sunlight auch vor Genregrößen à la Animals As Leaders nicht verstecken.

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