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Otargos: No God, No Satan

Durchaus hörbarer Black Metal aus Frankreich
Wertung: 6/10
Genre: Avantgarde Black Metal
Spielzeit: 55:42
Release: 30.08.2010
Label: Season Of Mist

Mit der bereits siebten CD, betitelt „No God, No Satan“, legen Otargos aus Frankreich einen ganz schön schweren Stein in die Wagschale. Direkter, kompromissloser Black Metal der ohne Umschweife oder irgendwelche Schnörkel voll auf die zwölf trifft, ist die Spezialität der Band. Und so verwundert es auch nicht, dass die CD genau aus diesem aggressiven Black Metal gemacht ist - und sonst aus nichts. Die avantgardistischen Songstrukturen erschließen sich einem nicht sofort, belohnen den Hörer aber umso mehr, wenn der Groschen dann gefallen ist.

Otargos wurde 2001 als Soloprojekt von Dagoth gegründet. Seit 2008 steht das aktuelle Line Up, bestehend aus Dagoth, XXX, Astar8th und Thyr. 2009 waren die Franzosen für elf Gigs in Brasilien und 2010 spielten sie auf dem Hellfest. So ganz unbekannt sind sie somit nicht mehr.

„No God – No Satan“ wurde im BST Studio, in dem unter anderen auch Aborted schon aufgenommen haben, produziert. Für das Artwork von „No God, No Satan zeigt sich 3_Crosses Design verantwortlich. Hinter dem Pseudonym steckt XXX von Otargos. Er entwarf auch schon Covers für z.B.: Whiplash, The Few Against Many, Annihilation, Enthroned und Chulain.

Das Intro „ Hoax-Virus-God“ stimmt gleich auf die folgenden 55 Minuten Spielzeit verstörenden Black Metals ein. Kurz und direkt verdichtet und verdunkelt es die Atmosphäre um den Zuhörer. Mit Vollgas geht es dann bei „ Cloning The Divine“ zur Sache. Vermeintlich langsamere Zwischenparts wechseln sich immer wieder mit Blastparts ab und schaffen so einen interessanten Song ,der durch die keifende Gesangsstimme immer wieder angepeitscht wird.

Der kompromissloseste Song auf „No God, No Satan“ ist „Worship Industrialized“. Die beinahe ununterbrochen im Dauerfeuer hämmernde Double Bassdrumm treibt den Titel wie einen gehetzten durch die Lautsprecher.
Dem Anspruch des Avantgarde Black Metals wird als erstes Stück des Albums „Hexameron“ gerecht. Diese sehr schwer eingängige Kreation der Franzosen ist mitnichten jedermanns Sache.

„Origin “ hämmert dann nach der Synthieeinlage „I, Flesh Of God“ wieder richtig los. Ein dezenter Vergleich mit Dark Funeral drängt sich hier auf.
10.15 Minuten Spielzeit bietet „Cuiusvis Hominis Est Errare“ und ist somit die längste Komposition auf „No God, No Satan“. Auch schlägt hier das Pendel wieder mehr in die experimentelle Seite, wenn auch nicht so deutlich wie bei „Hexameron“.
„I, Blood Of Satan“ beschreitet den Weg der erfinderischen Neugier weiter und heraus kommt ein recht verstörendes Stück Musik mit erst sehr spätem und nur sehr geringem Vocaleinsatz.

Den Abschluss der CD bilden die Titel „XXI“ und „ The Hulk Of Conviction And Faith“. Mit diesen zwei Titeln setzten sich Otargos weiter von der Black Metal Masse ab. Hier beweisen die Protagonisten, dass sie es mit dem inneren Anspruch, mehr zu bieten als nur Geholze, ernst meinen.

Das Team des BST Studio hat beim Sound ganze Arbeit geleistet. „No God, No Satan“ klingt wie aus einem Guss. Die Gitarren klingen nicht zu mittenlastig, matschen aber auch nicht im Bassbereich herum. Die Bassdrumm knallt wie Maschinengewehrfeuer und der Gesang klingt klar und deutlich, ohne dabei zu laut zu sein.

„No God, No Satan“ ist mitnichten für jedermann interessant. Wer CDs wie beispielsweise „Higher Art Of Rebellion“ von Agathodaimon oder die experimentellen Emperor mag, ist hier gut beraten.

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