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Orpheus: Philosopher Of The Sublime

Starkes Debüt
Wertung: 8/10
Genre: Folk/ Pagan Metal
Spielzeit: 51:38
Release: 24.05.2010
Label: Paradigms Recordings

Nein, diese Band kommt nicht aus Norwegen oder Schweden, auch wenn sie sich zu einem Großteil danach anhört – die Herren Young und Vallely, die hinter der nach dem berühmten Sänger aus der griechischen Mythologie benannten Combo stehen, kommen aus dem Vereinigten Königreich, welches bislang ja nicht unbedingt besonders bekannt dafür war, Bands aus dem Pagan-/Folk-Sektor hervorzubringen. Wobei es sich bei „Philosopher Of The Sublime“ nicht unbedingt um typischen Pagan Metal handelt, auch wenn die Gitarren immer wieder an Enslaved denken lassen.

Bei Orpheus gibt es keine Growls oder sonstigen Extrem-Gesang, es wird ausschließlich auf klare Vocals gesetzt, und zumeist bewegt man sich trotz vereinzelter Blastpassagen in eher gemäßigten Temporegionen. Insgesamt ist die Musik der Briten daher eher schwer einzuordnen – was allerdings ja im Prinzip ein gutes Zeichen ist, da dies für Eigenständigkeit spricht.

Die Jungs selbst bezeichnen ihr Debütalbum als „atmosphärisch, unverwechselbar, lebhaft und nostalgisch“, womit sie sicher nicht daneben liegen. Lang hat es gedauert, bis die Scheibe endlich in trockenen Tüchern war, die Aufnahmen zogen sich von April 2008 bis März 2009 hin, der Mix erfolgte im Sommer 2009, und erst im Mai diesen Jahres wird das Werk endlich über die Ladentheken gehen. Ein sehr langwieriger Prozess, doch da man mit Paradigms Recordings mittlerweile ein Label gefunden hat, bei dem der Silberling nun endlich veröffentlicht wird, hat sich der Aufwand natürlich gelohnt. Schließlich ist es immer besser, sich Zeit zu nehmen, als einen Schnellschuss zu landen – gerade bei einem Debütalbum, das maßgeblich über die Zukunft einer Band entscheidet.

Herausgekommen ist in der Tat eine überdurchschnittlich starke CD, die zudem annehmbar produziert wurde – etwas dumpf im Klang zwar, dies stört das Hörvergnügen jedoch nicht wirklich. Das Ganze beginnt in Form des Intros „Lost For Centuries“ mit atmosphärischen, beinahe majestätischen Orgelklängen, die von verträumten Flöten- und Harfen-ähnlichen Sounds untermalt sind, bevor mit „To Resolve The Enigma Of Defeat“ der erste richtige Song ertönt. Hier wechseln sich Blastbeats mit folkigen Akustikgitarren ab, verspielte Melodien treffen auf einprägsames Riffing, und darüber schwebt die klare Stimme Thomas Youngs. Letztere könnte insgesamt ein wenig mehr Durchsetzungsvermögen vertragen, passt prinzipiell jedoch gut zur Musik.

Schon hier wird deutlich, dass Orpheus sehr viel Wert auf anspruchvolle Arrangements legen – man muss sich nicht mal hinter den schon erwähnten Enslaved verstecken. Sicherlich wird das hohe Niveau der Norweger noch nicht ganz erreicht, aber für ein Debüt ist das sehr beachtlich. Anfänger sind hier jedenfalls nicht am Werk.

Trotz aller Komplexität laufen die Engländer auch nicht etwa Gefahr, den Blick für durchdachtes Songwriting zu verlieren, wovon beispielsweise auch der folgende Track „The Mastery Of Freedom (If Only It Were In My Power)“, mit acht Minuten eines der längsten Stücke des Albums, zeugt: Etliche Tempowechsel sorgen für Abwechslung und nicht für Verwirrung, sphärische Keyboards verleihen zusätzliche Farbtupfer, und in einer traumhaften Akustikpassage findet der Song einen krönenden Abschluss.

Hohe Qualität bieten auch die folgenden Stücke, Ausfälle sucht man vergeblich: Beim Titeltrack wird sehr hübsch eine Klavierstimme eingebaut, „Tutelary’s Loss Of Albion“ ist ein weiterer gelungener Longtrack jenseits der acht Minuten, und „Solemn Rites“ walzt sich erhaben-melodiös dahin und erinnert einmal mehr an – ihr wisst schon – Enslaved. Lediglich „It Shall Be Thus“ und „Whispering Of The Stars“ scheinen mir etwas kurz und enden zu abrupt – um schwache Tracks handelt es sich aber auch hier nicht.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, sei noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt, dass Orpheus durchaus einen eigenständigen Charakter haben – um ein Enslaved-Rip-off handelt es sich hier keinesfalls. Vielmehr ist die Band auf einem guten Weg, sich einen Namen zu machen, da sie originellen Pagan-/Folk Metal fabriziert, der sich klar von allen Nachmachern und Langweilern abhebt; ein sehr schönes und passendes Artwork rundet diese gelungene Scheibe außerdem ab. Wenn Thomas Young noch ein wenig an seinem Gesang arbeitet und die Produktion noch einen Tick verbessert wird, sind beim nächsten Mal sogar noch mehr als acht Punkte drin.

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