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Order To Ruin: The Loss Of Distress

Ja Kacke, oder?
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 39:59
Release: 15.05.2014
Label: Eigenproduktion

Die Schlagzeile soll sich keineswegs auf das hier vorliegende Album beziehen, sondern einfach nur auf die Tatsache, dass Order To Ruin tatsächlich nur ein Studioprojekt sind. Jetzt findet man zur heutigen Zeit mal eine (verhältnismäßig) neue Melodic-Death-Metal-Band und dann verweigert diese jegliche Liveaktivitäten. Was ist das denn? In den Neunzigern ging das, aber heute?

Order To Ruin erklären ihr Verhalten damit, dass sie eine reine Freizeit- und Hobby-Band bleiben wollen. Diese Aussage ist wenig stichfest, denn auch die meisten anderen Bands da draußen bestreiten mit ihrer Musik nicht ihren Lebensunterhalt. Eher im Gegenteil. Sei es wie es ist. Es ist schade, dass man die Songs voraussichtlich nie live hören wird, denn die Musik, die Order To Ruin zelebrieren, gehört auf die Bühne. Sie hat nämlich ein Attribut, dass live unglaublich wichtig ist: Die Mucke tritt mächtig Arsch!

Order To Ruin mischen sehr geschickt modernen Melodic Death mit einer düsteren Industrieatmosphäre aus stinkender Luft, Maschinenlärm und trostlosen Betonbunkern. Falls noch wer das (zugegeben inzwischen steinalte) Computerspiel Syndicate kennt: Dieses Album wäre der perfekte Soundtrack zu dem Strategie-Mafia-Gemetzel.

Musik wirkt aber nicht mal eben so kalt und mufflig-feucht-unangenehm. Da muss man schon was zu tun. Die erste Anlaufstelle, um diesen Empfindungen auf den Grund zu gehen, ist Shouter Jens Schönfelder. Hohl und giftig schreit er seine Texte ins Mikro. Damit erzeugt er schon von Grund auf eine sehr surreale und unwirkliche Stimmung. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Titeltrack „The Loss Of Distress“. Auch die Gitarristen Denis und Simon geben sich alle Mühe um den Sound der Combo möglichst fremdartig zu gestalten. Dabei setzen sie aber weniger auf ungewöhnliche Sounds als mehr auf ausgefallenes Riffing, mehrstimmige Passagen und ausgefallene Läufe. Das eine oder andere Psycho-Solo darf natürlich auch nicht fehlen. Alle der angesprochenen Elemente sind in „The Martian Monarch“ verbaut. Clever spielen die Musiker mit verschiedenen Tempi und generieren so noch zusätzlich vielerlei verschiedene Sinneseindrücke von ihrer Musik. Man kann die Band schlecht mit einer anderen vergleichen. Ein bisschen modernere In Flames treffen auf Deadlock und Carcass. Irgendwann gesellen sich At The Gates und Dark Tranquillity hinzu. Irgend so eine Schnittmenge trifft es wohl am besten.

Jetzt mal ernsthaft Jungs: Kneift euren Arsch zusammen und seid keine Pussies. Ihr gehört auf die Bühne und nicht in irgendeinen Keller.

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Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen