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Order To Ruin: Reborn In Grimness

Der berühmte rote Faden ist verblasst
Wertung: 6,5/10
Genre: Melodic Death Metal/ Folk/ Power Metal
Spielzeit: 32:39
Release: 14.12.2012
Label: Eigenregie

Aus Münster kommen Order To Ruin, die in der Vergangenheit schon in veränderter Besetzung als Grimblade auf sich aufmerksam machen konnten und sich irgendwo zwischen Black, Pagan und Heavy Metal einordneten. Mittlerweile aber haben Grimblade das Zeitliche gesegnet, Bandkopf und Gitarrist Denis, der als einziger von der alten Besetzung übrig geblieben ist, hat dann für Order To Ruin eine Kurskorrektur verordnet, neue Leute zusammengetrommelt und nun dieses erste, etwas über eine halbe Stunde lange Album realisiert. Und zusammentrommeln bietet da auch ein sehr gutes Stichwort, denn offensichtlich gehen die Münsteraner als Studioprojekt durch und haben glatt auf einen Trommler aus Fleisch und Blut verzichtet, weswegen sich gleich zwei Fragen aufdrängen: Braucht man heutzutage noch ein reines Studioprojekt? Und kann man eine Band ernst nehmen, die keinen Drummer hat, wo doch gerade in der Hartwurstszene der Platz hinter den Kesseln besetzt gehört?

Im Juli 2012 jedenfalls hatten Order To Ruin schon ein erstes Lebenszeichen mit ihrer EP „Underworld Path“ hinterlassen, auf dem auch schon der Track „Wraithlord“ zu finden war, der hier auf dem „Longplayer“ eine Wiederbelebung des verstorbenen Geistes bekommt. Melodic Death mit den passenden kehligen Vocals bieten die Studentenstädter hier, mal schön groovig, mal rasend schnell mit einer leichten Prise aus dem Schwarzwurzelsektor abgeschmeckt. Dass sich Order To Ruin nicht als festgefahren sehen, machen sie allein schon mit dem starken Intro deutlich, verbauen viele klassische Zitate und kratzen stellenweise an einigen Ideen, wie sie Waltari auf ihrer „Yeah! Yeah! Die! Die! – Death Metal Symphony in Deep C“ von 1996 schon vormachten, doch wie so häufig ist die Einführung mit fast 90 Sekunden einfach auch viel zu lang geraten.

Aber auch vor Einflüssen aus dem Folk sind die drei Stammmitglieder nicht abgeneigt, was sich besonders in „My Darkest Side“ oder etwas abgeschwächt in „Dawn Of A New Life“ bemerkbar macht – ersterer Song übrigens ist auch mit ein paar harmonisch stimmigen Keyboards untermalt, was für deutlich mehr Atmosphäre sorgt. Während „The Beast In Me“ weitestgehend durch das standardmäßige Riffing vorbeiplätschert, kann das anschließende, balladesk startende „A Decade Of 1000 Hymns“ schon eher auf sich aufmerksam machen, zumal mit Martina Ebers erstmalig femininer Gesang auf dem Rundling die manchmal etwas zu eindimensionale Stimme von Julian auflockert, wobei sie da auch eher mit powermetallischen Gitarren und sphärischen Keyboards unterfüttert wird. In „The Malicious Race” funktioniert das Wechselspiel aus deathigen Vocals und dem klaren Gesang Martinas dann besser, wobei hier auch immer die folkigen Einflüsse durchblitzen.

Fiel es schon bei den Grimblade-Scheiben den Kollegen David und Ben schwer, den Sound der Band in die passende Schublade zu packen, so hat sich das im Grunde bei Order To Ruin nur unwesentlich geändert. Natürlich blitzt da immer wieder ein bisschen Folk mit durch, zwischendurch aber dominiert eher das deathmetallische Folkriff oder auch der powermetallische Einfluss, weswegen hier ein wenig der berühmte rote Faden im Stilwirrwarr verblasst. Möglicherweise wäre Bandkopf Denis ganz gut beraten, einige sehr gute Ideen noch ein bisschen sacken zu lassen, noch ein wenig mehr an den Inspirationen zu werkeln, was allerdings natürlich auch nach hinten losgehen kann. Mehr als sechseinhalb Punkte sind aber für „Reborn In Grimness“ hier nicht abzustauben, wovon schon mindestens ein Punkt durch den seelenlosen Schlagzeuger verloren ist.

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