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Order To Ruin: Lunar Asylum

Auf in eine neue Runde!
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 37:20
Release: 01.02.2017
Label: Eigenproduktion

Und hier sind sie wieder, die unermüdlichen Melo-Deather aus Münster. Order To Ruin legen nach nur einem Jahr den Nachfolger zu „Where The Future Shadows Unfold“ auf den Tresen.

Wenig überraschend knüpft „Lunar Asylum“ ziemlich nahtlos an den Vorgänger an und schon nach dem Intro kann man als Hörer feinsten Melodic Death Metal erleben. Interessanterweise scheint sich das Genre gerade ja wieder von den Toten zu erheben, zumindest wird das so publiziert. Es bleibt abzuwarten, ob Order To Ruin dann auf einer möglicherweise auftretenden Welle mitschwimmen können.

Zuvor hören wir uns aber „Lunar Asylum“ mal ganz genau an. Nach dem fast einminütigen Intro legen Order To Ruin mit „Planet Zero“ los. In bandtypischer Manier werden die Knallerriffs aus den Boxen geschleudert, dass es nur so kracht. Auch „The Mystery Of A Madman“ reiht sich hier ein: Ein treibendes Leadriff sorgt von Beginn an für den richtigen Drive und zieht den Hörer gnadenlos in seinen Bann. Es gibt aber einen Haken, der leider gar nicht unerheblich ist: Eine der Gitarren wird stellenweise aus dem Song geschnitten und dieser Schnitt wurde vermutlich erst nachträglich im Studio gemacht oder über der Gitarre liegt ein heftiger Kompressor oder ganz heftiger Rauschfilter oder sowas ähnliches. Jedenfalls hat das den Effekt, dass man als Hörer meint, mit der Stereoanlage stimme etwas nicht, weil der Schnitt so scharfkantig und unnatürlich kommt (eine gestoppte Gitarre klingt nicht so abrupt ab). Verstärkt wird dieser Effekt noch im Kopfhörer. Dieser ist dann auch so gravierend, dass er den sonst wirklich geilen Song fast unhörbar macht, da sich einem immer dieser synthetisch wirkende Cut einprägt. Leider kommt diese Arbeitsweise an anderer Stelle auf der Platte nochmals vor.

Dass die Münsteraner allerdings nicht nur Vollgas nach vorne preschen, sondern auch ordentlich stampfen können, beweisen sie mit Titeln wie „Dreamdeamon“. Hier wird zwar nicht direkt auf Speed gearbeitet, dennoch bleibt hier kein Auge trocken. Dominant sind auch hier völlig zu Recht die Gitarren. Diese überzeugen auf der neuen Scheibe nicht nur durch Killerriffs, sondern auch durch geile Soli, die zwar selten, aber dafür richtig gut sind. Außerdem gibt es auch immer wieder klitzekleine Ausflüge in die akustische Schiene, die das Werk insgesamt auflockern.

Nicht selten erinnert die Platte ein wenig an „Blacken The Angel“ von Agathodaimon (kennt das heute noch irgendwer?), nur in schneller. Auch ein bisschen „Lunar Strain“ von In Flames schwingt mit. Die Vergleiche könnte man mannigfaltig ziehen, aber dennoch sind Order To Ruin auch dieses Mal keinesfalls eine Kopie. Viel zu genau betreiben die drei Musiker das Songwriting und viel zu akribisch ist alles ausgearbeitet.

Ein Problem entsteht nun bei der Punktevergabe für die Scheibe. Wir bewegen uns hier irgendwo zwischen einer 8,5 und einer 9. „Lunar Asylum“ ist zweifelsohne ein gelungenes und starkes Album, das vor allem geile Fortschritte im Songwriting zeigt, die sich sehen lassen können. Auf der anderen Seite fehlt aber ein bisschen diese geniale Ideenvielfalt der ersten Scheiben der Truppe. Dort war etwas unbefangener an die Sache herangegangen worden. Den Ausschlag geben aber dann die oben angesprochenen komischen Gitarrenabwürger. So etwas sollte einfach nicht passieren, auch nicht bei Eigenproduktionen. Eine große Kaufempfehlung kann dennoch ausgesprochen werden.

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