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Ophthalamia: Dominion (Rerelease)

Die Reinkarnation des schwedischen Black Metal?
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal / Doom Metal
Spielzeit: 63:04
Release: 14.10.2011
Label: Soulseller Records

Ophthalamia sind eine der skandinavischen Kultbands, die sich vor allem in den Mitte-Neunzigern etablieren konnten, als die zweite Welle des skandinavischen Black Metal aufschwappte. Der Sound dieser Gruppen war nicht mehr so roh und unmelodiös als der der Vorgängergruppen. Der Black Metal fand Einzug ins Kinderzimmer. Gleichzeitig sorgten Buchveröffentlichungen (z.B.: „Lords Of Chaos“) und jede Menge Fernsehbeiträge in hauptsächlich den privaten Sendern für ein großes mediales Interesse am Phänomen „Satanismus“. So war die Situation (wenn auch nur sehr oberflächlich überrissen) als „Dominion“ zum ersten mal das Licht der Welt erblickte. 

Inzwischen hat sich die Welt verändert - die Platte aber nicht, fast nicht. Sie hat vier Bonus Songs erhalten. Alle vier Songs sind aber auch in anderer Version schon auf dem Album enthalten. Eine weitere Veränderung betrifft den Sound der Scheibe: Der Rundling wurde remastered. Diese Arbeit hat Michael Bohlin von Pain übernommen. 

Diejenigen, die sich während der Neunziger mit der dunklen Seite des Metal auseinandergesetzt haben, sind zumindest unbewusst an einigen Songs der Gruppe nicht vorbeigekommen. Allen voran bleibt hier der Titel „Time For War“ zu nennen. 

Beim näheren Hinhören ist man versucht, die Musik der Band als Melodic Black Metal zu bezeichnen. Neben infernalischem Geschrei dominieren vor allem Mid-Tempo-Gitarrenriffs und melodiöse Gitarrenläufe die Musik auf „Dominion“. Blast Parts sucht man praktisch komplett vergeblich. Ganz im Gegenteil, das Album beginnt so  melodiegeschwängert wie eine Achtziger-Hair-Platte. Nach dem recht kurzen Einleitungsstück wird die Stimmung aber schnell düsterer und man merkt schnell, dass man hier ein Stück schwarzmetallische Kunst in den Gehörgang spült. 

Musikalisch betrachtet ist „Dominion“ durchaus sehr gelungen. Das verwundert auch nicht so sehr, denn an den Instrumenten und auch am Mikro befinden sich nur namhafte Musiker der skandinavischen Black-Metal-Szene. Die Scheibe war früher gut und ist inzwischen zum vergriffenen Kultobjekt (zumindest bei Sammlern) gereift.

Das alles kann aber nichts daran ändern, dass diese Form des Black Metals Staub angesetzt hat und es wohl nicht ganz leicht sein dürfte, die Jugend von der Musik zu überzeugen. Andererseits ist das vielleicht auch gar nicht nötig. Dann ist die Platte von alten Hasen für alte Hasen.  

Wer nach der Scheibe gesucht hat, der sollte sofort zugreifen. Durch das Remastering wurde nichts vom ursprünglichen Charme zerstört. Black-Metal-Fans sollten sich das Teil im Allgemeinen einmal zu Gemüte führen, alleine schon aus nostalgischen Gründen. Fans von Gruppen wie AgathodaimonNight in Gales oder auch Graveworm müsste die Scheibe eigentlich sofort gefallen.

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