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Ophis: Withered Shades

Death-Doom in Vollendung
Wertung: 8/10
Genre: Doom Metal/Death Metal
Spielzeit: 64:26
Release: 05.07.2010
Label: Solitude Productions

Welche Musik eignet sich am Besten, um tiefste Verzweiflung auszudrücken? Manche mögen dafür gerne den Black Metal nutzen, doch bekanntermaßen lassen sich diese Gefühle in deutlich langsameren Gefilden oft noch viel stärker zeigen – die Rede ist natürlich von Doom Metal, dem sich Ophis in einer seiner extremen Formen widmen. In fünf Stücken, bei denen nur einmal die Zehn-Minuten-Grenze unterschritten wird, zelebrieren die Hamburger mit ihrer Mischung aus Death und Doom tiefste Finsternis und machen dabei eine erstaunlich gute Figur, denn auch ohne allzu viele Innovationen vermögen die Klagelieder zu überzeugen.

Da Monotonie in diesem Genre ja bekanntlich ein Stilmittel ist, wird immer wieder versucht mit diesem eine trostlose Atmosphäre zu erzeugen – nur allzu häufig bewirkt mangelnde Finesse im Songwriting dabei jedoch, dass der Hörer sich lediglich zu Tode langweilt. Ophis hingegen wissen, wie man trotz bedrückender Gleichförmigkeit immer wieder kleine Details und interessante Wechsel einbaut, um das Ganze auf die Dauer spannend zu gestalten. Obwohl das Tempo meistens zäh und schleppend gehalten ist, wagt die Band immer wieder Ausbrüche in schnellere Regionen und legt dabei einen ordentlichen Groove an den Tag. Begleitet werden die düsteren Oden von tiefen Growls und einigen Kreischern, auf Klargesang verzichtet man komplett und beruft sich eher auf seine Death-Wurzeln.

Schon der Einstieg „The Halls Of Sorrow“ bietet keine leichte Kost: Schleppende Riffs und schwermütige Melodien führen den Hörer langsam in das Sounduniversum der Band, das trostlos und zugleich faszinierend ist. Immer wieder gibt es kleine Änderungen im Riffing und in den Melodien zu bewundern, die das Stück langsam, aber effektiv aufbauen. Erst nach gut acht Minuten gibt es einen wirklich auffälligen Wechsel zu entdecken, denn urplötzlich zieht man die Geschwindigkeit deutlich an und lässt ein alles zermalmendes Death Metal-Riff vom Stapel, das fraglos den Klimax des Songs darstellt. Ebenso nahtlos knüpft danach eine ruhige, cleane Passage an den aggressiven Teil des Stückes an und erzeugt mit unheimlichen Wind-Geräuschen ein beklemmendes Gefühl.

Im weiteren Verlauf weicht man kaum von dieser Formel ab, was aber auch gar nicht nötig ist, denn Experimente würden die dichte Atmosphäre vermutlich nur stören. So hangeln sich Ophis geradlinig an ihrem Stil entlang und präsentieren hervorragende Doom-Epen wie „Suffering Is A Virtue“: Die Tempowechsel sind gelungen, die cleanen Gitarren setzen gekonnt Akzente und einige Riffs bringen mehr Emotion herüber, als so mancher Sänger es vermag. Neben der Verzweiflung bekommt auch der Hass seinen Platz eingeräumt und kann sich beispielsweise in „Earth Expired“ entfalten, das als bedrohlich-aggressives Stück daherkommt. Ist das Tempo zu Beginn für die Verhältnisse der Band noch relativ hoch, folgt eine abrupte Bremsung und später sogar ein Part, in dem der Bassist der Truppe solieren darf, bevor gegen Ende noch ein wenig geschreddert wird.

„Withering Shades“ ist grau, trostlos und bedrückend – und damit für alle Doom-Heads genau der richtige Soundtrack für den Herbst, sofern man etwas mit der härteren Gangart dieses Genres anfangen kann. Ophis setzen weder neue Maßstäbe, noch bringen sie Innovationen mit, spielen ihren Stil aber authentisch und überzeugend, denn die Verzweiflung und Hoffungslosigkeit ist in nahezu jeder Note zu spüren. Die Songstrukturen sind ausgereift und durchdacht, ohne zu abgehoben zu wirken oder in übertrieben progressive Gefilde abzudriften, stattdessen wird auf diverse Feinheiten beim Riffing und Tempo vertraut. Für Freunde des Genres ein sehr empfehlenswertes Werk, das definitiv ein kleiner Geheimtipp im Bereich des Doom-Death ist.

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