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Opeth: Still Life

Das beste Album der besten Band
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 62:29
Release: 18.10.1999
Label: Peaceville

Es gibt Bands, deren CDs monatelang im Player rotieren, ohne dass sie einem irgendwann auf den Keks gehen. Es gibt Alben, die kann man zum hundertsten Mal hören und man entdeckt immer wieder etwas Neues.

So geht es mir mit den göttlichen Opeth und deren Überwerk „Still Life“.

Jedes Album von Opeth ist irgendwie anders und jedes ist für sich ein Meisterwerk. Natürlich ist es schwer zu sagen, ob nicht „Blackwater Park“ mit seiner düsteren Brachialgewalt und solchen unfassbar genialen Stücken wie „Bleak“, „The Drapery Falls“ oder natürlich dem infernalischen Titeltrack oder „My Arms Your Hearse“ mit seinem sowohl in lyrischer als auch musikalischer Hinsicht durchdachten Konzept, ob nicht „Deliverance“ mit Akerfeldts an Perfektion grenzenden Growls oder auch der aktuelle Output „Ghost Reveries“ mit seinem psychedelischen Flair auf einer Stufe mit „Still Life“ stehen.

Sicherlich sind diese Alben nicht wirklich schlechter und doch ist das vierte Studiowerk der Schweden mein Favorit und sogar mein Lieblingsalbum überhaupt.

Die Ausgewogenheit zwischen Melodik und Aggressivität ist auf keinem anderen Album der Prog-Deather so klar erkennbar, die Wechsel zwischen Akustik und Härte nirgendwo so abrupt und doch mit völliger Logik eingesetzt, das Songwriting auf keiner anderen Opeth-Scheibe so ausgeglichen und die Akustikpassagen waren vorher wie nachher nie so traumhaft schön.

Jedesmal ist es wieder spannend, sich die CD in den Player zu packen, woraufhin gleich „The Moor“ mit dem sich langsam aufbauenden, bedrohlichen Intro erklingt, das schließlich in bestes Headbanger-Riffing mündet, um sich letztlich in einem Wahnsinns-Chorus zu entladen.

Und dann die Struktur solcher Stücke wie „Godhead’s Lament“, bei dem man im Refrain gar nicht weiß, zu welcher Gitarre man abgehen soll und wo man einfach nur auf die Knie fällt, wenn Mikael Akerfeldt beim Abwärts-Riffing in eben diesem Refrain am Ende die Passage clean singt, die er beim ersten Mal growlte. Und wie schafft man es, bei einem Song, der so brachial beginnt, in der Mitte eine solche, fast schon tänzerisch anmutende Passage einzubauen, die trotzdem völlig logisch in das Stück integriert ist?

Und wie schafft man es – wie bei „Serenity Painted Death“ – erst so unglaublich fies zu growlen und sofort danach ein wundervoll gefühlvolles Gitarrensolo zu spielen und wiederum anschließend glockenhell zu singen, ohne dass man sich als Hörer vor den Kopf gestoßen fühlt?

Genauso „Moonlapse Vertigo“: Erst das geniale Intro (ich liebe es, wie es sich aufbaut und die Akustikgitarre im Hintergrund ertönt) und dann der stetige Wechsel zwischen einer gegrowlten und einer gesungenen Strophe, inklusive eines dramatischen Riffings plus Gitarrensolo in der Mitte.

Doch auch die ruhigen Stücke haben es in sich: Das wunderbare „Benighted“ mit dem sanften Gesang und dem zerbrechlichen Gitarrensolo ist die beste Gelegenheit, sich nach dem Gewitter, das „Godhead’s Lament“ entfacht hat, etwas zu entspannen und „Face Of Melinda“ beweist dank der abgefahrenen Akkorde, die den dramatischen Schlussteil einläuten, dass die Jungs auch über den Metal-Tellerrand hinaussehen und Ahnung von Jazz haben müssen. Dieser Song ist ein perfektes Beispiel für spannendes und dennoch nachvollziehbares Songwriting.

Mein Favorit ist aber – obwohl es wirklich schwerfällt – wahrscheinlich „White Cluster“. Die Akustikstelle singe ich auch nach dem hundertsten Hören noch gerne mit und diese dissonanten Akkorde und diese Dynamik suchen ihresgleichen…

Man hätte niemals für möglich gehalten, dass Opeth es schaffen, das schwindelerregend hohe Niveau von „My Arms Your Hearse“ noch zu übertreffen und wahrscheinlich ebenso wenig, dass sie mit „Blackwater Park“ wenige Zeit später ein gleichwertiges Werk veröffentlichen würden, aber sie haben es dennoch hinbekommen.

Übrigens wird die geschmeidige Produktion dem verspielten, sehr melodischen Gesamtwerk mehr als gerecht, Gitarren und Schlagzeug haben einen geradezu edlen Klang. Es war logisch, dass nach dieser Flut von himmlischen Melodien mit „Blackwater Park“ wieder etwas düstereres und härteres kommen musste, doch so gut der Nachfolger auch ist, meine Nummer eins wird wohl auf ewig „Still Life“ bleiben.

Fazit: Jeder Opeth-Fan und jeder Anhänger von anspruchvollem Death Metal kann mit dieser CD nichts falsch machen.

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