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Opeth: In Live Concert At The Royal Albert Hall

Eindeutig die bisher beste DVD der Schweden
keine Wertung
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 262:00
Release: 17.09.2010
Label: Roadrunner Records

Schon wieder eine Opeth-DVD? Die letzte lag doch gerade einmal zwei Jahre zurück, werden einige vielleicht angesichts der Veröffentlichung von „In Live Concert At The Royal Albert Hall“ denken. Andererseits jedoch dürfte wohl bekannt sein, dass Opeth keine halben Sachen machen und sich auch bei diesem Release natürlich etwas gedacht haben. Im April schließlich spielten die Schweden eine kleine Tour mit sechs ausgewählten Shows in Stockholm, Essen, London, Paris, Los Angeles und New York, um den 20-jährigen Geburtstag ihrer Band gebührend zu feiern. Dafür hatten sich Mikael Åkerfeldt und seine Mannen etwas ganz Spezielles einfallen lassen, indem sie das komplette „Blackwater Park“-Album am Stück (das seinerseits zehnjähriges Jubiläum hatte und sicherlich auch deshalb einen besonderen Status in der Opeth-Discographie einnimmt, da es so etwas wie den Durchbruch für die Band markierte), und in einem zweiten Set von jedem weiteren Album einen Song in chronologischer Abfolge spielten.

Die Jungs scheinen eine Schwäche für London zu haben, da auch die beiden vorigen DVDs „Lamentations“ und „The Roundhouse Tapes“ aus der britischen Hauptstadt stammen. Und nachdem der Titel „The Roundhouse Tapes“ eine Hommage an Iron Maidens Kult-EP „The Soundhouse Tapes“ war, hat man mit „In Live Concert At The Royal Albert Hall“ wiederum einer legendären Rockband gehuldigt, die einst in diesem wunderschönen Venue spielte: Deep Purple performten dort vor 40 Jahren ihr Maßstäbe setzendes Konzert für Band und Orchester, zu welchem sie auch eine Platte herausbrachten, auf deren Cover wiederum die Frontseite von Opeths neuestem Output anspielt.

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass eben dieser einen Pflichtkauf nicht nur für Opeth-Jünger, sondern auch generell für an progressiver Musik Interessierte darstellt. Geschlagene drei Stunden zockt das Stockholmer Quintett ein traumhaftes Konzert, das wirklich keine Wünsche mehr offen lässt: In der ersten Hälfte wird, wie erwähnt, die gesamte „Blackwater Park“-Scheibe durchgeackert, wobei besonders die psychedelische Version der Ballade „Harvest“ nennenswert ist, die sich immens von der Studioversion unterscheidet. Aber jeder weiß, dass Opeth auf der Bühne eine Macht sind und dass sie ihre Songs zwar mit derselben Tightness und meist ohne große Veränderungen im Vergleich zu den Studiowerken spielen, hin und wieder dann aber eben doch auch mal eine Überraschung in petto haben. Apropos Tightness: Zum ersten Mal auf einem Opeth-Live-Produkt ist nun auch Gitarrist Fredrik Åkesson zu bewundern und ohne auch nur ein einziges Wort gegen Peter Lindgren sagen zu wollen, strahlt der ehemalige Arch Enemy-Klampfer irgendwie doch etwas mehr Souveränität aus.

„Blackwater Park“ wird im Übrigen ohne eine einzige Ansage durchgezogen; erst in der zweiten Hälfte (und damit auf der zweiten DVD), die aufgrund der Tatsache, dass die Combo hier einen Querschnitt durch ihr gesamtes bisheriges Schaffen vollzieht, fast noch interessanter ist, kommen wieder Åkerfeldts berühmt-berüchtigte Ansagen zum Zuge. Zwei Beispiele: „How many of you have fucked to Opeth? – That’s not very good... Jerked off?”, oder, als Anspielung darauf, dass an diesem Abend gefilmt wird, „The problem with this film is that metal people are so fucking ugly”. Auch kleine Pannen wurden draufgelassen, aber mehr will ich jetzt nicht vorausnehmen, um nicht den Spaß zu verderben.

Neben einer grandiosen Setlist, einer ausgezeichneten Performance und wie immer lustigen Ansagen ist auch die technische Seite ein absolutes Kaufargument. Das Bild ist gestochen scharf, der brillante, absolut differenzierte Sound ist sowohl in Stereo als auch in 5.1 verfügbar und der Schnitt ist zehnmal besser als auf „The Roundhouse Tapes“, wo man zum Teil schon von einem Cutting-Overkill sprechen musste. Auch das Menü in Buchform ist genau wie das Artwork im Allgemeinen sehr stilvoll gehalten; zudem gibt es als Bonusmaterial ein 40-minütiges Interview mit Mikael Åkerfeldt, bei dem er Fragen gestellt bekommt, die von Fans aus aller Welt zusammengetragen wurden, sowie eine dreiviertelstündige Dokumentation „On Tour with Opeth“.

Insgesamt liegt hier ganz klar die bislang beste Opeth-DVD vor, die mit knapp viereinhalb Stunden Material außerdem auch die ausführlichste geworden ist. Besser geht’s echt nicht mehr. Das Teil kommt wahlweise als Doppel-DVD-Set oder als Fünf-Disc-Set, bei dem zusätzlich noch drei Audio-CDs am Start sind, die noch einmal das komplette Konzert beinhalten. Für die etwas Betuchteren gibt es des Weiteren eine Version, die die beiden DVDs und anstatt der CDs vier LPs enthält.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann