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Opeth: In Cauda Venenum (Expanded Edition)

Starke Songs, fragwürdige Veröffentlichungspolitik
keine Wertung
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 29:26 (nur Bonus-CD)
Release: 13.05.2021
Label: Atomic Fire Records

Rund zweieinhalb Jahre nach ihrem letzten Meisterwerk „In Cauda Venenum“ warten Opeth via dem von Ex-Nuclear Blast-Chef Markus Staiger 2018 aus der Taufe gehobenen und 2021 so benannten Label Atomic Fire Records mit neuem Material auf. Um eine neue Langrille handelt es sich leider nicht, sondern lediglich eine Neuauflage eben jenes 13. Studioalbums der Schweden, die mit einigen Bonustracks ausgestattet und dementsprechend mit dem Zusatz „Expanded Edition“ betitelt wurde.

Bevor hier auch nur eine Note analysiert wird, sei deswegen auf die Politik des noch jungen Labels hingewiesen, die, freundlich ausgedrückt, sehr unsympathisch herüberkommt: Da die Bonustracks offenbar nicht auch als einzelne EP erhältlich sind, werden Fans gezwungen, sich das ganze Album noch einmal zu kaufen, um auf die zusätzlichen Songs zugreifen zu können, was vielen Supportern sauer aufstoßen dürfte. Wäre es nicht fairer gewesen, schon 2019 bei Erscheinen der Platte optional eine Edition mit den Bonustracks anzubieten, oder alternativ damit bis zum nächsten Full-Length-Album zu warten und diese dort mit anzuhängen? Oder eben jetzt eine kostengünstigere Einzel-EP zu offerieren?

Klar ist auf jeden Fall, dass jeder Fan diese drei Songs braucht, denn wie bei dieser Ausnahmeband nicht anders zu erwarten, handelt es sich hier nicht einfach nur um minderwertige Ausschussware. Stilistisch sind diese logischerweise mit den Stücken des regulären Albums (das ja damals bereits rezensiert wurde und auf das an dieser Stelle daher nicht näher eingegangen wird) verwandt und genau wie diese liegen sie in schwedischer und englischer Sprache vor, sodass sich eine sechs Nummern umfassende Tracklist ergibt.

Bei Songs, die „The Mob“ bzw. auf Schwedisch „Pöbeln“ sowie „Freedom & Tyranny“/„Frihet & Tyranni“ bezeichnet sind, könnte man eher härtere Stücke erwarten, das Gegenteil ist jedoch der Fall: Der Opener ist eine leichtfüßige, folkig geprägte Ballade, die mit ihren stark präsenten Akustikgitarren und Flöten-artigen Sounds nicht unerheblich an „Will O The Wisp“ vom „Sorceress“-Album erinnert, während der Closer eine gemächlich marschierende, schwelgerische Nummer von überbordender Opulenz und atemberaubender Schönheit markiert – göttliche Gesangslinien und ein überragendes Gitarrensolo von Fredrik Åkesson inklusive. Von diesem herrlichen Juwel kann man gar nicht genug bekommen.

Das Mittelstück „Width Of A Circle“/„Cirkelns Riktning“ hingegen ist eine Spur härter ausgefallen und weist mit seinem aufwühlenden Charakter, dem dynamischen Umfang und der spannenden Struktur Parallelen vor allem zu „Next Of Kin“/„De Närmast Sörjande“ vom regulären Album auf.

Insgesamt drei relativ unterschiedliche und starke Songs, die dennoch eine nachvollziehbare Einheit ergeben und – unabhängig von der angesprochenen Labelpolitik – eine schöne Ergänzung zur 2019 erschienenen Platte darstellen. Andere Bands wären froh, wenn sie Stücke dieses Kalibers als reguläre Songs veröffentlichen könnten – bei Opeth sind dies einfach mal Bonustracks. Hier läuft das Ganze rauf und runter; hoffentlich müssen wir nun nicht mehr allzu lange auf die nächste Full-Length-Scheibe warten…

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