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Opeth: Deliverance

Für mich schwächstes Opeth-Album - trotzdem sehr gut
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 61:50
Release: 04.11.2002
Label: Music For Nations

Obwohl ich Opeth mit „Deliverance“ kennengelernt habe und die Songs darauf im Prinzip wirklich stark sind, fehlt mir im Nachhinein im Vergleich zu den anderen CDs auf dem Album irgendwie etwas – allerdings habe ich monatelang gerätselt, was das sein könnte.

Inzwischen jedoch ist es mir klar geworden: Es fehlt die Verspieltheit, die ganzen filigranen Gitarrenfills, die warme, naturbezogene Atmosphäre, die man bei aller Düsternis sonst immer mit dieser göttlichen Band assoziierte. Natürlich dürfte dies damit zusammenhängen, dass Mikael Akerfeldt und seine Spießgesellen ankündigten, ein ausschließlich hartes (das vorliegende) und ein ausschließlich sanftes (das 2003 erschienene „Damnation“) Album zu veröffentlichen. Zunächst einmal scheint sich „Deliverance“ – zumindest was den Härtegrad betrifft – nicht sonderlich von Alben wie „My Arms, Your Hearse“ oder „Blackwater Park“ zu unterscheiden, aber wenn man sich etwas näher mit dem Werk befasst, merkt man, dass es vor allem die eiskalte Atmosphäre ist, welche die CD möglicherweise sogar härter, oder wenigstens straighter, direkter erscheinen lässt.

Wie gesagt, man verzichtet auf sämtliche Schnörkel und knallt dem Hörer sehr düstere, kalt schneidende Riffs um die Ohren, die Akustikgitarren wurden im Vergleich zu den Vorgängern stark reduziert, die Growls dafür perfektioniert und die Texte sind diesmal ziemlich persönlich – und da man sie nicht gerade als optimistisch und lebensbejahend bezeichnen kann, sind auch sie mit Sicherheit ein Grund für die kalte Atmosphäre, die „Deliverance“ ausstrahlt.

Der Opener „Wreath“ bereits ist wahnsinnig düster, selbst für Opeth-Verhältnisse, aber in jedem Fall auch wieder sehr stark und mit interessanten Effekten unterlegt, die Mikael Akerfeldt in der Dokumentation auf der „Lamentations“-DVD als „almost like winds“ klingend bezeichnet. Hier dürfte natürlich auch wieder Produzent Steven Wilson seine Hand im Spiel gehabt haben; was das Ausprobieren von Effekten angeht, ist der Porcupine-Tree-Chef ja bekanntermaßen sehr experimentierfreudig.

Das anschließend folgende Titelstück gilt bei der Band selbst als eine der herausragendsten Kompositionen, die sie je geschrieben haben, und das sicherlich nicht zu Unrecht. Allein das End-Riffing ist ein unglaublicher Killer, auf den man sich jedesmal, wenn man den Track hört, wieder freuen kann. Es wird zwar tierisch oft wiederholt, ist aber dermaßen geil, dass es zu keiner Sekunde zu nerven beginnt. Jeder, der auf einem Konzert der Schweden dazu schon mal die Rübe geschüttelt hat, weiß, wovon ich spreche, wenn ich Nackenschmerzen am nächsten Tag garantiere...

„A Fair Judgement“, das dritte Stück, kommt sogar gänzlich ohne Growls aus, ist aber allein schon durch die verloren und hoffnungslos klingenden Gesangslinien keinen Deut weniger düster und beklemmend als die vorigen Songs und besticht durch einen schönen Akustikpart und viruose Gitarrensoli. Was das schleppende Doom-Riffing am Ende anbelangt, so habe ich von manchen Leuten gehört, dass sie es überflüssig und deplatziert fanden, ich allerdings kann diese Meinung nicht teilen: Für mich trägt es eher noch zur düsteren Stimmung bei und live kommt es umso besser, wenn sie es mit immer mehr Ritardando zum Besten geben, es also bei jeder Wiederholung langsamer und langsamer spielen.

Das kurze Instrumental „For Absent Friends“ ist auch nicht schlecht, aber dennoch längst nicht so gut wie „Patterns In The Ivy“ oder „Ending Credits“, letztlich aber ohnehin lediglich eine Überleitung zu „Master’s Apprentices“, das mit knochentrockenen, straighten Gitarrenriffs aufwartet, die von absolut perfekten Growls unterlegt sind und in der Mitte von einem netten, harmonischen Gesangs-Arrangement abgelöst werden. Und bei der Stelle, wo sich die klare Stimme emporschraubt und direkt das Growling einsetzt, kriege ich jedesmal eine Gänsehaut...

Der letzte Song mit dem coolen Titel „By The Pain I See In Others“ ist dann allerdings das wohl schlechteste Stück, das Opeth je geschrieben haben. Keine Ahnung, aber so oft ich „Deliverance“ auch gehört habe – zu dem Lied habe ich noch nie so richtig Zugang gefunden. Irgendwie klingt das Ganze uninspiriert und unausgegoren und was diese komische, rückwärts abgespielte Passage am Ende der CD soll, wird wohl auf ewig Opeths und Wilsons Geheimnis bleiben...

Fazit ist für mich, dass wir hier in jedem Fall ein insgesamt hervorragendes Metalalbum vorliegen haben, das bei der Veröffentlichungsflut heutzutage immer noch ganz weit vorne rangiert, was solch exzellente Tracks wie „Deliverance“ oder „A Fair Judgement“ beweisen. Trotzdem fehlt mir wie eingangs erwähnt manchmal so das gewisse Etwas, das die anderen Opeth-Alben auszeichnete, auch wenn ich keiner von der Sorte bin, die von ihrer Lieblingsband immer nur dasselbe hören wollen.

An der Produktion gibt es erneut nichts zu meckern, sie entspricht schlicht und einfach der kalten, freudlosen Stimmung. Acht Punkte ist mir die CD schon wert und sie mag besser sein als so manches Album von anderen Bands, denen ich diese Punktzahl gebe, aber Opeth sind nun mal Opeth und müssen sich bei ihrem außergewöhnlichen musikalischen Können einen anderen Maßstab gefallen lassen.

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