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Open Surgery: After Birth Abortion

Unterm Strich anstrengend...
Wertung: 6,5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 21:04
Release: 17.12.2018
Label: BVR Records

Hat man heutzutage auch nicht mehr oft, dass ein Line-Up seit der Gründung 2012 zusammenhält und in unveränderter Form im deathmetallischen Underground herumlärmt. Die Schweden Open Surgery gehören jedenfalls zu dieser Bandspezies und legen nun nach den beiden Full-Length-Hassbatzen „Experiments Of Excessive Torture“ von 2014 sowie „Post Mortem Mutilation“ aus dem Jahre 2016 einen weiteren Arbeitsnachweis in Form der EP „After Birth Abortion“ nach und bleiben sich so ihrer kraftvollen Ableben-Lyrik treu.

Die Abtreibungsverfechter machen es einem aber nicht leicht, den Songs mit Leichtigkeit zu folgen, zu sehr klingen die ersten vier Nummern gleich. Erst „Evil Possession“ macht da sehr spät zum Abschluss der EP eine willkommene Ausnahme, denn das Quartett verschleppt hier endlich mal das Tempo und wähnt sich sogar kurz auf einem doomigen Walzentrip; ohne jedoch das bisherige Gehacke außer Acht zu lassen, punkten sie hier vor allem mit der Leadgitarrenarbeit. Genau jene setzt mit ihren Soli eben fast immer die eigentlichen Highlights in den Songs: Mal recht strange wie im Opener „Hammer Justice“, dann doch eher melodiös verspielt wie in „Decades Of Extreme Confinement“, ansonsten aber setzt man sich als Konsument dem ruppigen Midtempo-Gemetzel der Schweden aus. Dazu dann das derbe Gegrunze von Gitarrist Daniel (ex-Obduracy, ex-Suicidal Seduction), der trotzdem recht verständlich bleibt, leider aber auch wenig Varianz aufweist.

So müssen dann halt Kleinigkeiten herhalten: Die kurze Zäsur in „Reduced To Broth“ vor dem Gitarrensolo, einem Song, wo sie auch mal heftiger davonbrettern, schnell aber auch wieder dem wenig groovigen Midtempo verfallen, oder aber immer wieder der Eindruck in „Altar Of Death“, der sich wie eine Fortsetzung des Openers anhört, als würden die Vier hier eine Destruction-Vorlage in deathmetallisch tiefer gestimmte Tabulaturen übersetzen.

Man muss schon wissen, dass Open Surgery komplett auf Melodie verzichten und lieber treibend, manchmal rollend anheizen, sich aber niemals mit Vollgas ins Tech-Death-Nicht-Nachvollziehbar-Nirvana schreddern. Unterm Strich ist es aber halt auch anstrengend, sich durch die sechs Songs zu wühlen, denn Gehackehärte allein ist nun auch nicht immer ein probates Mittel. Und da sich die Nummern auch noch recht gleich anhören, bleibt die große Überraschung bis auf „Evil Possession“ aus.

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