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Oomph!: Oomph!

Oomph! in ihrer Anfangszeit
Wertung: 6.5/10
Genre: Elektro Rock
Spielzeit: 49:46
Release: 01.01.1992
Label: Machinery Records

Ist es mittlerweile wirklich schon wieder 14 Jahre her, dass das gleichnamige Debütalbum von Oomph! im Jahre 1992 erschien? Jaja, wie die Zeit doch vergeht - und noch immer ist das Trio aus Braunschweig (gebürtig aber zumeist aus Wolfsburg), bestehend Dero (Gesang, Drums), Crap (Gitarre, Keyboards) und Flux (Gitarre, Sampling), erfolgreicher denn je unterwegs.

Zeit also, nach dem teilweise doch recht zwiespältig von den Kritikern beurteilten Erfolgsalbum “Wahrheit Oder Pflicht“ im Jahre 2004, jenes Debütalbum der bereits schon 1989 gegründeten Combo etwas näher zu betrachten:

Zu ihrer Anfangszeit war man musikalisch noch eher im harten und treibenden Elektrobereich angesiedelt. Gemischt mit einigen rockigen Gitarreneinschlägen und Deros recht imposanten „Schreigesang“, konnte man schon die eine oder andere Ähnlichkeit zu Rammstein erkennen (welche sich aber bekanntlich offiziell erst wenige Jahre später gründeten).

Der Sound zur damaligen Zeit war recht roh und komplex gehalten, was man u.a. an einigen Hörspielsequenzen in vereinzelten Songs erkennen kann (u.a. im recht aggressiven und treibenden Opener “Mein Herz“). Aber auch scheute man sich in der Anfangszeit nicht davor, sowohl musikalische als auch textliche Experimente vorzunehmen, die man später doch etwas vermisste. Auch war zu Zeiten des Debütalbums noch die Ausgeglichenheit etwas größer, was die Einteilung an deutschen und englischen Texten anbelangt. Aber nun gut, das ist auch nicht weiter schlimm, so lange die übrige (musikalische) Umsetzung stimmt.

Allgemein sind die jeweiligen Titel dieses Frühwerkes doch recht verschachtelt und klinisch-kalt eingespielt und produziert worden, was der Abwechslung ab und an merklich etwas schadet. Eine Art roten Faden sucht man vergeblich, die jeweiligen Textinhalte sind doch recht weit gefächert und kontextlos ausgefallen.

Besonders hervorzuheben ist natürlich der wohl bekannteste und provokativste Oomph!-Song aller Zeiten. Nämlich: “Der Neue Gott“. Gleich in zwei Versionen liegt dieser Titel auf dem Album vor. Als erstes in der zensierten „Radio Version“ (in welcher im Refrain nicht nur in englischer Sprache gesungen wird, sondern der Inhalt auch noch recht stark umgeschrieben zu sein scheint) und letztendlich auch in der komplett unzensierten Originalversion, wie man sie auch aus den hiesigen Dark- und Gothic - Clubs her kennt.

“Der Neue Gott“ ist wie gesagt eine recht boshafte, blasphemische und zynische Anspielung gegen das Christentum und Gott insbesondere, verpackt in einem Mantel aus melodiösen Synthesizerklängen und treibenden Drums und umgarnt mit Deros deutlichen und passend-rauen Gesangslinien. Ein Klassiker, der seine Zeit wahrlich erfolgreich bis heute überdauern konnte und einen dann doch etwas kopfschüttelnd zurücklässt, wenn man an aktuellere Songinhalte alá „Eckstein Eckstein, alles muss versteckt sein...“ (aus dem Titel “Augen auf!“) denkt.

Aber dennoch: Für Freunde verschachtelter, elektronischer Musik mit leicht morbid angehauchten Textinhalten wird dieses Album sicherlich eine kleine Fundgrube sein. Alle anderen sollten vorher allerdings ruhig mal reinhören, bevor sie sich diese allererste Oomph!-CD zulegen möchten.

Ebenso möchte ich noch kurz erwähnen, dass diese von mir besprochene CD die Erstauflage aus dem Jahre 1992 ist. Demzufolge kenne ich die neueren Bonustracks und Remixe auf den späteren Re-Releases nicht und kann diese somit auch nicht in diese Wertung mit einbeziehen.

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