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Onslaught: VI

„66’Fucking’6“
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 39:29
Release: 20.09.2013
Label: AFM

Zwei Jahre ist es her, dass Onslaught mit ihren „Sounds Of Violence“ mächtig auf den Putz hauten. Nun sind die Briten wieder am Start und bringen mit ihrem schlicht „VI“ betiteltem Album neue Kost für Verehrer des Thrash Metals.

Wer den Backkatalog der Band etwas im Kopf hat, der weiß, dass Onslaught immer sehr stiltreu waren und selten größere Experimente oder Spielereien gewagt haben. Die Vermutung liegt nahe, dass auch „VI“ keine größeren Überraschungen zu bieten haben wird - was schnell mehr als nur bestätigt wird: Frei nach der Regel „Schuster bleib bei deinen Leisten“ haben Onslaught ihr Handwerk beibehalten und liefern auch auf „VI“ knallharten Thrash Metal von der Insel. Eingefleischte Fans der Formation wird's freuen.

Trotzdem ist „VI“ aber natürlich kein Eins-zu-Eins Abklatsch des Vorgängeralbums. So haben sich die Briten mit der neuen Platte mehr auf eingängige Strukturen konzentriert und das technische Gefrickel ein bisschen hintenan gestellt. Paradebeispiel hierfür ist „Children Of The Sand“: Der Titel geht schnurstracks vorwärts und kracht zielstrebig ins Hirn des Hörers, hat mit orientalischen Melodien, breit angelegtem Gitarrensolo, Streichern und einer weiblichen Stimme aber auch ein paar kleinere Überraschungen parat. Minimale Progression ist also durchaus vernehmbar.

Jetzt muss hier aber kein eingefleischter Thrasher die Platte bestürzt aus dem Fenster werfen. Die Experimente beschränken sich auf dieses eine Lied und damit hat es sich. Alle anderen Songs präsentieren sich genau so, wie man es erwartet und gewohnt is: "Dead Man Walking" zum Beispiel haut einfach voll auf die Glocke und wird sicherlich für das eine oder andere HWS-Syndrom sorgen.

Einen Besetzungswechsel hatte die Band auch noch zu verzeichnen: Bereits vor den Aufnahmen zu „VI“ hat Drummer Steve Grice die Band verlassen; für ihn wurde Mic Mourihan eingewechselt. Ob der neue Drummer nun besser oder schlechter ist, als der langjährig in der Band aktive Vorgänger, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass Mourihan seinen Job sehr gut macht und zuverlässig für den richtigen Drive sorgt.

Wer „Sounds Of Violence“ mochte, der wird auch mit „VI“ keine Probleme haben. Die Langrille kann sogar noch etwas an eingängiger Brutalität zulegen, was den meisten Fans der Truppe nur Recht sein dürfte. Onslaught dürften die richtige Adresse für Slayer-Fans sein, die die Amis ohne Dave Lombardo und Jeff Hanneman abgeschrieben haben. Die Briten haben zwar nicht das gleiche Budget zur Verfügung, wie ihr amerikanisches Pendant. Wie man richtig guten Thrash macht, weiß man aber auch in Großbritannien.

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