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One Without: Thoughts Of A Secluded Mind

So klischeehaft wie Ikea-Verkäufer, die jeden morgen durch schwedische Eiswüsten auf ihren Elchen zur Arbeit reiten.
Wertung: 6/10
Genre: Gothic Rock / Melodic Metal
Spielzeit: 53:11
Release: 02.10.2009
Label: Lifeforce Records

Sieht man sich die Cover-Artworks der beiden alten Demo-CDs sowie der 2007er Single „No Spinning Dice“ an, kann man bereits erkennen, dass die Schweden One Without für farbenfrohe Frontcovers nicht viel übrig haben, sondern eher ein Faible für triste Aufmachungen haben – so auch bei ihrem über Lifeforce Records veröffentlichtem Debüt-Album „Thoughts Of A Secluded Mind“.

Einreihen kann sich die Band problemlos bei Formationen namens Deadlock, All Ends oder Beseech], wobei vor allem die Ähnlichkeit zu letzteren gravierend ist – gerade der Gesang von Frontfrau Catrin Feymark, der in einer angenehmem, mittelhohen Tonlage liegt, lässt hier warme Erinnerungen an die sich inzwischen aufgelöste Band aufkommen. Rifftechnisch passt das Ganze eher zu Truppen mit männlichen Frontern, als da beispielsweise Poisonblack oder Charon zu nennen wären. Woran es an Ähnlichkeit jedoch mangelt, sind wirkliche Ohrwurm-Melodien, wie bei all den anderen Bands, sowie männlicher Gesang. Zwar sind die Melodien durchweg ansprechend, harmonisch und gehen auch sehr gut ins Ohr, wie etwa der Refrain des Songs „Reign With Hate“, der auch von männlichem Hintergrundgesang unterstützt wird. Ansonsten ist „Thoughts Of A Secluded Mind“ jedoch gesanglich viel mehr beim Gothic Rock angesiedelt als beim Metal, da man kaum Screams oder Growls vernimmt – und wenn, dann nur als dezente Begleitung im Hintergrund.

One Without haben grundsätzlich alles richtig gemacht – eigentlich sehr schade, dass dieses Album nicht so wirklich zünden will. Instrumental gesehen gibt es rein gar nichts zu beanstanden, hier wird schließlich eine solide Leistung abgeliefert: Die Riffs sind mal treibend, mal tragender, aber immer passend zur Stimmung und zum Gesang. Das Mastering hebt stellenweise den Bass-Sound sehr schön heraus, was schon wieder Erinnerungen an das 2005er Album „Songs For The Sinners“ von Charon aufkeimen lässt. Und genau dort liegt das Problem: Der Sound ist einfach zu austauschbar. Alles ist wunderbar produziert, gespielt, gesungen, geschrieben – aber es fehlt der ganz eigene Effekt, das gewisse Etwas, ja, das was eine herausragende Band so besonders macht. Daraus resultiert leider, dass die Songs allesamt anständig und sehr nett anzuhören sind, allerdings leider auch genauso schnell wieder aus dem Kopf verschwinden, wie sie ins Ohr gehen. Bildlich ausgedrückt ist der Sound dieser Band ungefähr so vollgeladen mit typischen Sounds und so klischeehaft wie die Vorstellung, dass die Bandmitglieder als Ikea-Verkäufer jeden morgen durch die schwedischen Eiswüsten auf ihren Elchen zur Arbeit reiten.

Aber um das Ganze dann mal positiv zu formulieren: One Without schnappen sich von vielen erfolgreichen Bands wichtige Eigenschaften, die sie sehr gut selbst umsetzen und zu einer hübschen Mischung vermengen, die im Endeffekt dann in einem soliden Album resultiert, dass Fans der altbekannten Bands reinen Gewissens kaufen können und an dem sie sicherlich ihre Freude haben werden. Mit etwas mehr Eigenständigkeit auf der nächsten Platte sollte dann auch der endgültige Erfolg nicht mehr fern sein.

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