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One Win Choice: Conveyor

Überraschend frisch
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Hardcore, Punk
Spielzeit: 33:50
Release: 18.03.2011
Label: Ass-Card Records

One Win Choice haben da begonnen, wo viele Hardcore Punks beginnen: bei der Do-It-Yourself-Attitüde. Zu Anfangszeiten druckte die Band ihre eigenen T-Shirts, organisierte ihre Konzerte selbst und kümmerte sich um all das, was für eine größere Combo die Plattenfirma übernommen hätte. Inzwischen sind die Fünf auf Ass-Card Records untergekommen und müssen sich nicht mehr selbst den Rücken bucklig schuften, dennoch klingt ihr zweites und neuestes Album „Conveyor“ ganz so, als wollten die Amis immer noch alles selbst in die Hand nehmen. Im Gegensatz zu den meisten neueren Punkbands spürt man hier direkt beim ersten Durchlauf die Ehrlichkeit und das Herzblut, das in die 13 Songs geflossen ist – und das alles ohne Kitsch und Pathos.  

Den Spagat zwischen wütendem Gerotze und melodiösem Hardcore schaffen One Win Choice scheinbar spielend und dabei muss man den Jungs zusätzlich zugute halten, dass auf der kompletten Scheibe kein einziger Lückenfüller auszumachen ist. Klassisch besetzt ist das Quintett mit zwei Gitarren, einem Bass, einem Schlagwerk, und mit Sänger Dan Kloza haben OWC sogar einen Sänger in ihrer Mitte, der weder besoffen noch weinerlich klingt – das muss bei Melodic Hardcore-Punk schon mal gesondert erwähnt werden.

Obwohl alle Tracks halbwegs rasch zu Ohrwürmern aufsteigen, schrecken die Herren auch vor kleineren Experimenten nicht zurück; ein Beispiel ist das leicht unrhythmische „Release Me“, bei dem man durchweg über die Tempowechsel stolpert, das aber trotzdem eine ganze eigene mitreißende Dynamik entfaltet. Was außerdem direkt auffällt, ist die Gitarren-Vielfalt – hier werden nicht die Punk-typischen drei Akkorde heruntergezockt oder das Hardcore-mäßige Geschredder fabriziert, stattdessen gibt es ausgeklügelte Melodien (wie im Opener „Movements“) und teils fast epische Licks zu bewundern. Trotzdem klingen One Win Choice nicht zu technisch oder verkopft, sondern fast schon ungestüm – eben so, wie man es sich bei einer Band dieses Genres wünscht.

Wo ist da der Haken, könnte man fragen, der einen davon abhält, die volle Punktzahl zu geben? Ganz einfach: Es klingt alles relativ ähnlich. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch: „Places“ galoppiert derartig nach vorne, dass man innerlich schon längst mit dem Pogo begonnen hat, „Act Your Age“ bietet dann einen fast schon dem Post-Hardcore zugehörigen düsteren Anstrich, und mit „Frame Your Favorite Pictures“ haben One Win Choice einen lupenreinen Ohrwurm geschaffen, dessen Refrain dem Hörer als allererstes im Hirn steckenbleibt.

Dass die Jungs sich zum Teil auch dem Hardcore verschrieben haben, hört man spätestens beim recht druckvollen „Hands Over Hearts“, das mit Gangshouts und einem Drumming wie ein Uhrwerk aufwarten kann und Sänger Dan in Hochform präsentiert, auch wenn die Gitarrenspur für einen kleinen Moment schwer an Devildrivers „Hold Back The Day“ erinnert. „Breating Normally“ bietet dann nochmal einen genialen Punksong zum Abschluss, zu dem man springen, tanzen, mitgrölen und Leuten im Mosh die Nase blutig schlagen kann, bis sich die Balken biegen.

Unterm Strich kann man mit „Conveyor“ als Melodic Hardcore-Punk-Fan nicht viel falsch machen. Acht Punkte sind hier in jedem Fall drin und nach jedem Durchlauf schließt man die Scheibe ein bisschen mehr ins Herz. OWC haben jedenfalls den Dreh raus, wie man ehrlichen Punk serviert.

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