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One Step Closer: This Place You Know

Ein heißer Tipp, nicht nur für staubige Festivals
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore Punk
Spielzeit: 28:16
Release: 24.09.2021
Label: Run For Cover Records

Wilkes-Barre, Pennsylvania, scheint ein Ort zu sein, den man nicht bewohnen kann ohne wütend zu werden; zumindest, wenn man den Hardcore Punks von One Step Closer glauben kann (nicht zu verwechseln übrigens mit einer Linkin Park-Tributeband gleichen Namens, wer hätte es erwartet…). Auf einer knappen halben Stunde toben sich die fünf Amis um Sänger Ryan Savitski auf ihrer aktuellen Scheibe „This Place You Know“ aus, die nun auch schon letzten Herbst veröffentlicht wurde, aber immer noch ganz ordentlich knallt und für deutschlandweite Hitzerekorde fast besser geeignet ist als für Herbststimmung.

Und Festivals. Diese Band stellt man sich unweigerlich auf einem kleinen Festival vor, bei dem der Mosh den Staub aufwirbelt und man sich Grasflecken an den Knien holt, wenn man auf die Schnauze fällt. Die zehn Tracks gehen steil nach vorne, machen keine Gefangenen und geben wenig Zeit für Verschnaufpausen – angetrieben von tightem Drumming und Savitskis heiserem Geschrei, das immer wieder zu kippen droht und nur gelegentlich von klarem Gesang unterstützt wird, der sich tatsächlich auch von den meisten anderen Bands zu unterscheiden vermag. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: „Hereafter“ scheint dann tatsächlich eine richtige Ballade zu sein, die einem nicht gerade die Schamesröte ins Gesicht treibt, aber jetzt auch nicht unbedingt auf die Tracklist gehört hätte. Vielmehr sollten One Step Closer das tun, was sie augenscheinlich am besten können: alles abholzen.

Dass sich Melodie und Zorn auch bei dieser Truppe nicht ausschließen, zeigt das anschließende „Time Spent, Too Long“ ganz schön, obwohl auch hier für meinen Geschmack ein bisschen zu stark auf die Bremse getreten wird. Die Herrschaften werden doch ihr Pulver nicht schon zu Beginn der Scheibe verschossen haben?

Wo denkt ihr hin! Schon „Autumn“ beherbergt wieder die typisch galoppierenden Drums, die wir alle aus dem Hardcore und Punk so lieben, lässt sogar eher rockige Gitarren mit einfließen und zeigt vor allem den Fronter wieder in stimmlicher Hochform. Eine absolute Überraschung stellt dann das mit einer Spoken-Word-Passage eingeleitete „Chrysanthemum“ dar, bei dem der klare Gesang deutlich mehr Platz eingenimmt als gewohnt, sodass man sich fast ein bisschen an Crossover und Alternative Rock der Anfangs-2000er erinnert fühlt.

Was mit dem nicht mal zweiminütigen Hardcore-Stampfer „I Feel So“ als ziemlich eindeutige Hardcore Punk-Scheibe begann, hat sich in kurzer Zeit zu einer erstaunlich variablen Platte gemausert. Balladen hätte es nun wie erwähnt nicht unbedingt gebraucht auf „This Place You Know“, schwache Momente kann man One Step Closer aber ansonsten wirklich nicht vorwerfen. Hier sollte man in jedem Fall auch noch mal die beiden ersten EP- bzw. Demo-Veröffentlichungen auschecken; wer weiß schon, was sich da noch für Perlen verbergen mögen.

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