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One Man Army And The Undead Quartet: The Dark Epic

Besser als die letzten beiden Alben, aber keinesfalls hundertprozentig überzeugend
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 48:19
Release: 25.02.2011
Label: Massacre Records

Ich will hier gar nicht lange um den heißen Brei herumreden: Das ganze Lob für One Man Army And The Undead Quartet, die Band um Ex-The Crown-Sänger Johan Lindstrand, habe ich nie so richtig nachvollziehen können. Zugegeben, die erste persönliche Impression war auch nicht die beste, da vor einigen Jahren, als die Schweden mal als Vorband von Children Of Bodom auftraten, ein unerträglich lauter, viel zu breiiger Sound verhinderte, dass ich Lust hatte, mir das Ganze länger als fünf Minuten anzuhören, aber es wäre natürlich unfair, von dieser einen negativen Konzerterfahrung gleich auf den Gesamtkatalog und die musikalischen Qualitäten der Ein-Mann-Armee und dem untoten Quartett zu schließen.

Doch auch nach Einfuhr der bis vor diesem Release erschienenen drei Alben bleibt der eher fade Eindruck bestehen, beziehungsweise ein Gefühl der Gleichgültigkeit. Ist nicht schlecht gemacht, die Angelegenheit, und spielerisch haben die Jungs zweifellos was auf dem Kasten (allein die Gitarrensoli können sich hören lassen), aber so richtig vom Hocker reißt das irgendwie nicht. Auf dem Debüt „21st Century Killing Machine“ mögen noch einige starke Nummern enthalten sein – der Fast-Titeltrack „Killing Machine“ ist ganz okay, ebenso „Behind The Church“, und selbstredend das tatsächlich formidable „So Grim, So True, So Real“ (Metallica als Inspiration?); auch „Hell Is For Heroes“ läuft an sich gut rein, muss aber als echt schamloser Amon Amarth-Rip-off bezeichnet werden –, aber ansonsten ist das nicht Fisch und nicht Fleisch – von den nachfolgenden Alben wollen wir mal gar nicht reden. Vielleicht hätte man sich in Bezug auf letztere allerdings auch mehr Zeit lassen sollen, da nach dem 2006 veröffentlichten Erstling die beiden Scheiben „Error In Evolution“ und „Grim Tales“ jeweils im Abstand von nur einem Jahr herausgebracht wurden – jedenfalls ist man hier songschreiberisch völlig in Bedeutungs- und Belanglosigkeit versunken.

Hoffnung also für den neuesten Output „The Dark Epic“, da diesmal ganze drei Jahre ins Land gezogen sind? Zunächst einmal sieht es wahrhaftig nicht schlecht aus, denn der Opener „Stitch“ ist richtig geil geworden, ein Stück, das es durchaus mit dem Kaliber von „So Grim, So True, So Real“ aufnehmen kann. Ein sehr thrashiges und super auf die Marmel kloppendes Mainriff im Uptempo, das gleich zum fröhlichen Moshen und Headbangen einlädt, ein Midtempo-lastigerer Chorus und ein fies stampfender Mittelpart bilden die Basis für die beste Komposition seit langem.

Derart überzeugend geht es zwar leider nicht konsequent weiter, aber „The Dark Epic“ ist definitiv besser als die letzten beiden Scheiben geworden, vor allem die beiden Longtracks, „Sandman Apocalypse“ und der Titelsong, haben es in sich: „Dark Epic“ ist behutsam aufgebaut und durchdacht strukturiert, bietet Tempovariationen und eine Menge cooler Riffs, außerdem bilden das Akustikintro und -outro eine willkommene Abwechslung inmitten des ganzen Geballers. Letzteres wird streckenweise ein bisschen zum Problem, das man mit dieser Platte haben könnte: Obwohl beispielsweise „Skeletons Of Rose Hall“ und „Devil’s Harlot“ durchaus Riffs besitzen, die zumindest nach ein paar Durchläufen haften bleiben, machen sich gerade in der Mitte des Albums ein wenig Ermüdungserscheinungen breit. Das liegt nicht unbedingt an mangelnder Qualität beim Songwriting (auch wenn die Band da nach wie vor nicht hundertprozentig überzeugt), sondern eher an unzureichender Dynamik; die Produktion knallt zwar irgendwie, aber es gibt kaum mal ein Durchschnaufen, fast die ganze Zeit herrscht die gleiche Lautstärke, wodurch das Album wenig Tiefe besitzt und der Hörer schnell den Eindruck gewinnen könnte, dass hier irgendwie alles gleich klingt.

Daher sind ein paar Rotationen unumgänglich, um mit der Scheibe warm zu werden, dann aber zeigt sich, dass One Man Army And The Undead Quartet mit „The Dark Epic“ ein Album am Start haben, das objektiv betrachtet okay geworden ist, obwohl songschreiberisch wie erwähnt nach wie vor viel Luft nach oben ist. Außer „Stitch“ nämlich gibt es kein Stück, das man tatsächlich als „Hit“ bezeichnen könnte, wenngleich der kurze und knackige Rausschmeißer mit dem freundlichen Titel „How I Love To Kill You“ dank des catchy Mainriffs auch noch auf der Habenseite verbucht werden darf. Dennoch: Abgesehen von den gelungenen Longtracks und dem fetten Opener steht man technisch absolut im Soll, und außerdem besitzt Johan Lindstrand einfach ein herrlich fieses Death-Metal-Organ exakt in der Schnittmenge zwischen Growls und Shouts – in der Gesamtsumme sind sieben Punkte daher drin.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann