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One Man Army And The Undead Quartet: Grim Tales

Das Bindeglied zwischen Debut und Zweitling
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 46:57
Release: 24.10.2008
Label: Massacre Records

Da sind ist sie wieder, die One Man Army & The Undead Quartet. Nach ihrem überragendem Debut „21th Century Killing Machine“ konnte die Band ja mit „Error In Evolution“ nicht wirklich nachlegen. Man vernachlässigte etwas das groovige Element in den Death / Thrash Kompositionen und brachte deutlich mehr Melodie in die sonst schon fast hymnenhafte brachiale Audiowelt der Schweden. Nun liegt das dritte Album vor und wie so oft heißt es ja beim dritten: „Make it or break it!“.

 

„Black Clouds“ sorgt erstmal für richtig große Fragezeichen über meinem Schädel, denn hier dringen sehr melodische Melodic Metal Töne, wie sie auch Metallica gerne zu ihrer besseren Zeit gespielt haben, an mein Ohr. Aber das hat dann ein abruptes Ende und „Misfit With A Machinegun“ hämmert im bester Thrash Metal Art aus dem Boxen. JA, man klingt frisch und ungestüm. Johann Lindstrand schreit seine Botschaften ins Volk und der Schädel rotiert unweigerlich im Takt mit. Starker Einstieg,der für ordentlich Stimmung in Headbangerkreisen sorgen wird.

 

Also, so kann es gerne weiter gehen und das tut es auch mit „Saint Lucifer“. Nach recht synthetischem Drumeinstieg hämmern dem Hörer die Riffs um die Ohren und man geht im zügigen Midtempo auf die Reise. Der gelungene Chorus geht direkt ins Hirn und sorgt für ordentliche Mitgrölaktionen. Die Gitarren von Mikael Lagerblad und Mattias Bolander sorgen für ordentlich Power und das benötigt diese Form von Musik auch.

 

„Cursed By The Knife” beginnt wie auf Livegigs zugeschnitten mit einem auffordernden: „Are You Ready?, Are You Ready?, Are You Ready?, One, Two, Three, Four, Kil Kill” und ab geht die Luzie. Ja, genau das ist es, was die Musik von One Man Army ausmacht. Ohne Kompromisse geht man hier wieder zu Werke, wie schon auf dem Debutalbum. Der Wechsel zu Massacre Records scheint sich positiv ausgewirkt zu haben. Die Nackenmuskulatur glüht und der Metalfan freut sich.

 

Ebenso kräftig startet „A Date With Suicide“. Marek Dobrowolski`s Schlagzeug hämmert auf gewohnt höchstem Niveau auf alles ein, was sich bewegt oder sich zu widersetzen versucht. Dazu das äußerst präzise und dennoch druckvolle Bassspiel von Robert Axelsson. Leider hat man hier immer wieder elektronisch verfremdete Vocals eingesetzt, was den an sich sehr guten Song doch eher behindert als pusht.

 

Deutlich groovender beginnt „Death Makes It All Go Away”. Hier versucht man wohl, eine weitere Hymne zu erschaffen. Der etwas rockigere Anstrich stört gar nicht, zumal auch immer wieder der Powerregler nach oben gezogen wird. Fast schon ein wenig erhaben singt sich Johan durch den eher langsamen Song. Das brillante Gitarrensolo, das wie die Faust auf`s Auge passt, sorgt für weitere Stimmung.

 

„Dominator Of The Flesh” bringt dann leider auch nicht die erhoffte Wende. Zu sehr bewegt man sich im Midtempo und verzettelt sich in zwar gelungenen Vocals, aber irgendwie gibt es hier weniger die klare Linie als bei den ersten Songs und auch der Refrain sticht nicht derart heraus.

 

„Bonebreaker Propaganda“ sorgt mit seiner teilweise etwas sperrigen Guitarline auch eher für etwas gedämpftere Stimmung, allerdings trotzdem auf nicht unbeachtlichem Niveau. Der Death Metal verschwindet eigentlich immer mehr und der Thrash Metal übernimmt das Kommando mit diversen, eher rockigen Elementen, welche aber den Sound eher bereichern als behindern.

 

Dann kommt aber endlich wieder ein richtiges Highlight: „Make Them Die Slowly“. Zwar mit einigem „I love Metallica“-Flair ausgestattet, aber dennoch ein weiteres Highlight des Albums, das live auch trotz der eher langsamen Ausrichtung richtig knallen wird. Der Hymnencharakter hat wieder zugenommen, auch wenn der Refrain nicht so recht harmonisch wirkt. Aber genau das zeichnet die Band aus. Mitten drin kommt dann ein absolut unerwarteter, recht moderner Part, der sich fast wie ein anderer Song anhört, aber dennoch richtig Spaß bringt. Andere Bands hätten hier zwei oder gar drei Songs daraus gemacht, aber nicht die One Man Army. Die kombinieren und schaffen Großes.

 

„The Frisco Reaper” tritt dann das Gaspedal wieder richtig durch. Der Schädel rotiert bis zum ersten Break. Der Kopf fällt in den Nacken und man streckt die Faust in den Himmel und grölt den Refrain mit. Ja, so liebt meines Vaters Sohnemann das.

 

„Bastards Of Montrosity“ weist wieder starkes Riffing und tolle Gitarrensoli auf, welche gepaart mit der druckvollen Rhythmuseinheit, bestehend aus dem superben Schlagzeug und dem motivierten Bassspiel, einiges aus sich rausholt. Dass da Johan`s Gesang natürlich nicht fehlen darf und die wieder einmal zum Mitgrölen verführenden Vocals geradezu für Liveperformances prädestiniert sind, ist klar.

 

 

Fazit: Ein sehr starkes Album, welches zwar nicht ganz an das Debut anknüpfen kann, aber für deutlich Aufwind nach dem zweiten Werk sorgt. Leider ist der Mittelteil des Albums nicht ganz so stark wie der Anfang und das Ende. Trotzdem, wer das Debut mag, bekommt gute Kost, auch wenn es deutlich abwechslungsreicher vor sich geht. Wer mehr auf „Error In Evolution“ steht, wird hier hören, dass es besser geht, auch wenn man sich ein bisschen mehr auf alte Stärken verlässt.

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