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One Bullet Left: Armageddon Suicide

Kein Werk für die Ewigkeit
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal/Metalcore
Spielzeit: 52:23
Release: 26.02.2010
Label: Darkest Hour Music

One Bullet Left aus Oberhausen melden sich mit ihrem Debütalbum zu Gehör. Man beschreibt die Mucke als Modern Melodic Metal und scheint hier das „böse“ Wort Metalcore umschiffen zu wollen. Bereits 2006 veröffentlichte die erst 2005 gegründete Band eine EP, die auf den Namen „Invisible Fleshwounds“ hörte. Nun, fast vier Jahre später, wird „Armageddon Sunrise“ nachgelegt.

Lustiger weise beginnt das Album quasi mit dem Titeltrack der damaligen EP. Was direkt auffällt, ist der hervorragende Sound der Scheibe, die in der gleichen Klangschmiede produziert wurde, in der auch The Burning und Crematory ihre Aufwartung gemacht haben. Growls und Schreigesang sorgen für die typische Soundgestaltung. Kein schlechter Auftakt.

„Whatever May Come“ sorgt mit seinen brachialen Gitarren für mächtig Druck. Önder Bölükbasi und Florian Golland malträtieren ihre Sechssaiter nach Herzenslust. Das Tempo wird variiert, die Vocallines ändern sich und so wird gelungen versucht, keine Langeweile aufkommen zu lassen.

„Alpha Dogs“ legt da nochmals einen drauf. Der bedächtige Start endet in einem Thrash-Riff-Gewitter mit sehr starkem Basseinsatz von Benjamin Biller. Das lädt zum kräftigen Kopfschütteln ein und überzeugt den gemeinen Metaller.

Da kann „This Prayer“ nicht gegen anstinken, denn im Eiltempo drischt man sich durch die Strophen. Die Vocals von Mario Grasso kommen zwar auf den Punkt, aber das ändert nichts an dem insgesamt ein wenig enttäuschenden Song. Irgendwie schwingt hier auch so eine kleine Göteborg-Death Metal-Duftnote im Metalcore mit.

„Into The Dark“ beschreitet keine neuen Wege. Und genau das ist vielleicht ein Problem, man versucht zwar, abwechslungsreich zu klingen, aber insgesamt gelingt das nur begrenzt. Zu viele Metalcoreveröffentlichungen hat es schon gegeben.

„Black Widow“ macht genau da weiter, wo der vorherige Song aufgehört hat. Gut, dass eine Pause dazwischen war, sonst wäre der Songwechsel vielleicht gar nicht aufgefallen. Sorry Jungs, die Mucke drückt zwar, aber irgendwie bleibt da viel zu wenig im Gedächtnis kleben.

So nach und nach erhalten auch immer mehr die Thrash-Gene in der Musik von One Bullet Left Einzug in den bandeigenen Metalcore. „Feast For The Carnivore“ beinhaltet genug Groove, um ein Livepublikum in Ekstase zu versetzen, aber irgendwie will der Song nach diversen Durchläufen nicht mehr zünden.

Zur großen Überraschung wird „Love Boat Morgue“ dann von einem Klavier eröffnet. Eine gewisse Özge Özkan sorgt für Gastvocals, die sich wohltuend abheben und für einen gelungenen weiteren Farbtupfer in der Mucke der Oberhausener sorgen.

„Chapter III: Mortal Divinity” bekommt dann auch ein kurzes Tasteninstrumentintro. Dass man dann aber doch recht stark in Synthesizerklängen abtaucht, ist schon recht ärgerlich. Da kommen halt zwei Minuten lang nur Töne aus der Konserve. Egal, denn „Not Our World“ heizt dann wieder richtig ein. Interessante Songstruktur, welche ein wenig vertrackt erscheint und auch einen gewissen progressiven Touch mit sich bringt, nur stellt sich die Frage, ob das zu der Band passt.

„Reach For The Stars“ und der Titeltrack haben dann die Aufgabe, die CD zu beenden. Gerade der Letztgenannte macht dies wirklich gut, auch wenn der Trackbeginn ein wenig Sorgen hat aufkommen lassen. Insgesamt passt das als Abschluss, die Melodie geht ins Ohr und man findet doch noch ein kleines Highlight. Da wohl zwischen der ersten EP und diesem Album ein großer Schritt in der Entwicklung der Band gemacht wurde, darf man gespannt sein, wie es weiter geht.

Fazit: Nach dem ersten Durchlauf war die Begeisterung deutlich höher und sie nimmt mit jedem zusätzlichen Hörgang ein wenig ab. Schade, dass das so ist, am spielerischen Können liegt das ganz sicher nicht. Vielleicht sollte die Band überlegen, auch ein paar Cleanvocals mit an Bord zu holen, um dann den eigenen Stilvorgaben des Modern Melodic Metal doch ein wenig näher zu kommen.

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