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Omnium Gatherum: New World Shadows

Schöne Arrangements, aber ein wenig Luft nach oben bleibt
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal, Symphonic Metal
Spielzeit: 52:02
Release: 04.02.2011
Label: Lifeforce Records

Es gibt wohl kaum eine skandinavische Metalband, bei der nicht Dan Swanö seine Fingerchen im Spiel hat. So stößt man auch bei der Recherche zum neuen Omnium Gatherum-Album ziemlich schnell auf den Namen des wohl bekanntesten schwedischen Produzenten für Todesmetall und Co. Und einen guten Job hat er gemacht, der Dan: „New World Shadows“, das mittlerweile fünfte Album der finnischen Combo, klingt präzise wie ein Uhrwerk mit Höhen und Tiefen an den richtigen Stellen. Natürlich darf hier nicht alleine der Mann am Mischpult alle Lorbeeren einfahren, denn die fünf Musiker von Omnium Gatherum gehören wohl inzwischen zu den bekannteren Bands der Szene.

Wobei die „Szene“, in die man die Band einordnen könnte, hier gar nicht so einfach einzukreisen ist. Sind wir mal ganz pauschal, kann man die Jungs zumindest dem Death Metal zuordnen. Ein Keyboard, das erfreulicherweise nicht inflationär gebraucht wird, ist auch vorhanden, also haben wir da was im Ansatz Melodisches, im Zweifelsfall Symphonisches vor uns liegen. Weiter eingrenzen kann man die Songs auf „New World Shadows“ aber schwerlich – teilweise kommt eine Prise Pagan-Feeling auf, aber das liegt vermutlich vor allem an dem deftigen Organ von Sänger Jukka Pelkonen, der in bester Todes-Manier durch die Tracks bollert.

Man muss sagen, die Band ist wirklich mutig: Gestartet wird mit dem über neun Minuten langen „Everfields“. Ein derart langer Track als Opener, das trauen sich auch die wenigsten. Und wenn doch, geht es meistens ordentlich in die Hose. Saftige Blastbeats und episch angelegte Gitarren lassen Hoffnung aufkeimen, dass dem hier nicht so ist. Und immer wieder wunderbar, wenn es denn technisch gut umgesetzt wird: das Zusammenspiel von klimpernden Keyboardmelodien und derben, tiefen Growls. So kann der erste Song direkt als Anspieltipp durchgehen. Mal sehen, was noch auf uns wartet.

Interessanterweise lässt auch der nächste längere Track, das Titelstück, wieder aufhorchen, auch wenn die Keyboards hier nett ausgedrückt irgendwie irre spacig klingen. Dafür donnern die Drums aber ordentlich nach vorne, auch die Gitarrenarbeit hat einen erstaunlich hohen Wiedererkennungswert, wenn man bedenkt, wie sehr der Song in weiten Teilen von den Vocals dominiert wird. Das nachfolgende „Soul Journeys“ fällt dann schon allein wegen der stärkeren, düsteren Grundstimmung auf, die Gitarren sind fast schwarzmetallisch und haben einen enormen Wiederkennungswert; jedesmal, wenn dieses Lick auftaucht, muss man einfach grinsen und mit dem Kopf nicken. Überhaupt passt hier der symphonische Anteil genial ins Gesamtbild, ohne an Härte einzubüßen.

„An Infinite Mind“ erwartet uns mit flirrenden Gitarren und wunderbaren, leicht knarzigen Vocals, die mehr gesprochen als gesungen werden. Der ganze Track hat einen leicht psychedelischen-düsteren Touch – als hätte man Dimmu Borgir mit Led Zeppelin in den Proberaum gesperrt. Ein sehr eigenwilliges Feeling, das dem Song aber gut steht und ruhig öfter auf der Platte auftauchen könnte, auch wenn man nach einiger Zeit ein etwas beklemmendes Gefühl in der Magengegend bekommt.

 Mit „Watcher Of The Skies“ wird noch ein richtig großartiges Instrumental geboten, bevor „Deep Cold“ über uns hereinbricht, das sich ähnlich ausufernd wie „Everfields“ gestaltet und genauso anfängt, wie man dem Titel nach erwarten könnte – mit kalten Gitarren und Snares, die sich langsam bedrohlich steigern, bevor Jukkas dumpfe Growls einsetzen. Dabei weiß der Mann seinen „Gesang“ hier so zu akzentuieren, dass es niemals langweilig wird und man nicht das Gefühl hat, einem tollwütigen Wildschwein gegenüber zu stehen. Auch hier erinnert die Keyboard-Dramatik ein wenig an die Norweger Dimmu Borgir, nur, dass es Omnium Gatherum wesentlich besser schaffen, sanfte Gitarrenklänge in ihre Songs einfließen zu lassen, ohne dass es klingt, als hätte jemand einfach zwei Aufnahmespuren aneinander geklebt. Und das Beste: Die Band hält die Spannung über die volle Distanz von neuneinhalb Minuten, auch wenn die zweite Hälfte des Tracks eher sphärisch ausfällt.

Nach anfänglicher Skepsis kann man mit Fug und Recht behaupten, mit „New World Shadows“ eine Platte vorliegen zu haben, die man sich durchaus auf Heavy Rotation stellen kann. Obwohl nach mehrmaligem Hören die doch recht einheitlichen Vocals allmählich ein wenig an Farbe verlieren, kann man über die technischen Fähigkeiten der Finnen nicht meckern, im Gegenteil – alleine das Gitarrenspiel sollte schon eine Handvoll Punkte wert sein. In Kombination mit den teils wirklich ausgeklügelten Songarrangements pendelt sich die Scheibe bei 7,5 Punkten ein – eine sehr gute Scheibe mit ein wenig Luft nach oben.

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