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Omnia: Live On Earth

I Don’t Speak Human
Wertung: 9/10
Genre: Folk/ Paganfolk
Spielzeit: 77:42
Release: 12.10.2011
Label: Screaming Banshee Records

Es wird ja nicht viele freiwillige Besucher eines Omnia-Konzertes geben, die sich nach der Vorstellung negativ über die Show äußern. Viel zu mitreißend sind die Vorstellungen der Niederländer. Hochenergetisch und kraftvoll werden die lebhaften Stücke ins Publikum geschleudert und versetzen dieses in der Regel fast augenblicklich in eine Art Tanztrance. Nach einem solch hochkonzentrierten Musikerlebnis sind die Zuhörer normalerweise schwer erledigt, aber überglücklich.

Eine Omnia-Show kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben. Wie schön wäre es also, wenn man sich die Energie einer solchen Darbietung mit nach Hause nehmen könnte? Normale CDs der Band gibt es natürlich einige, jedoch können diese nicht die Kraft einer Liveshow widerspiegeln. So hat das nun erschienene Livealbum „Live On Earth“ von Grund auf schon seine Daseinsberechtigung. Auch wenn eine kleine Kunststoffscheibe natürlich nie das komplette Konzerterlebnis mit seinen Gerüchen, der dampfigen Atmosphäre und den anderen Menschen übertragen kann, so konnte zumindest der akustische Eindruck eines Konzertes von Omnia größtenteils übermittelt werden.

Aufgenommen wurde „Live On Earth“ im Frühjahr 2012 während der „I Don’t Speak Human“–Tour.  Damit sind die Songs sehr aktuell und die Aufnahmen erstellen einen schönen Spiegel über das aktuelle Liveprogramm der Formation. Zu finden sind in der Setlist viele ganz kräftige Nummern wie „Auta Luonto“, aber auch ruhigere Stücke wie zum Beispiel „Niiv“. Insgesamt kommt vor allem die lebensbejahende Stimmung dabei immer sehr gut zur Geltung, was zum Beispiel die Nummer „Free“ sehr aufzeigt. Mit viel Elan schallen die Worte „I’m Free“ immer wieder durch das Mikrofon – fast wie ein trotziger Schwur gegen alle und alles, was etwas anderes behaupten könnte.

Ganz kann sich das Gefühl eines Auftritts der übrigens fast komplett neu besetzten Band natürlich nicht einstellen. Eine wichtige Sache kann aber helfen, dem Original möglichst nahe zu kommen, und das ist primitive Lautstärke. Man muss „Live On Earth“ einfach laut hören, um alle Eindrücke zu erfahren, die eine Folkscheibe, die ja stark vom Laut und Leise und vom Überraschungsmoment lebt, mitbringt. Ein perfektes Beispiel hier ist „Wytches’ Brew“.

Somit geht es gleich weiter zu einem weiteren, sehr wichtigen Punkt, der bei Gruppen mit vielen Instrumenten bei Liveaufnahmen meist ein Problem macht - der Sound. Auslöschungen, zu leise oder zu laute Instrumente, Rauschen oder sonstige Störungen sind da keine Seltenheit und eigentlich sind solche Mängel auch auf „Live On Earth“ zu erwarten. Finden wird man aber keine solchen Mängel. Das lässt zwei Schlüsse zu. Der erste wäre fast utopisch schön: Alles hat bei den Aufnahmen immer so wunderbar geklappt, dass der Sound einfach so wie er ist, verwendet werden konnte. Der zweite, realistischere kommt zu dem Ergebnis, dass die Aufnahmen zwar live gemacht wurden, aber sämtliche unschönen Parts im Nachhinein im Studio overdubbed wurden. Die Wahrheit könnte irgendwo in der Mitte liegen. Wenn wirklich nichts nachher noch eingespielt wurde, dann waren die Livekonzerte jedenfalls von einer sehr, sehr hohen musikalischen Qualität. Overdubs hin oder her. „Live On Earth“ ist ein wunderbares Tondokument einer wunderbaren Ausnahmeband, die sich nicht umsonst großer Beliebtheit erfreut und mit dieser Livescheibe beweisen die Niederländer auch eindrucksvoll, dass sie ihren Ruf keineswegs durch ihre CDs, sondern durch ihre Auftritte erworben und verdient haben.

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