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Of Virtue: To Breathe Again

Epischer Metalcore so wie er sein sollte
Wertung: 8.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 24:21
Release: 19.12.2009
Label: Eigenproduktion

Michigan scheint für alle Metalcore- beziehungsweise Deathcore-Liebhaber der Geheimtipp schlechthin zu sein – immerhin sind aus diesem Staat Amerikas dieses Jahr zahlreiche, enorm beeindruckende Bands hervorgegangen, die zum Großteil auch in diesem Jahr ohne Label eine starke EP veröffentlicht haben, wie beispielsweise The Contortionist oder The Yellow Sign.

Dort einreihen können sich die Mannen von Of Virtue, die spät im Dezember ihre EP „To Breathe Again“ veröffentlichen und damit hervorragenden Metalcore in Form von sechs Songs anbieten. Der knapp anderthalb-minütige Opener „…Is Moving On“ zeigt direkt, wo der Hammer hängt: Auch wenn es sich nur um ein besseres Intro der EP handelt, werden hier bereits spannungsgeladenes Drumming, vornehmlich auf den Toms, sowie sich aufbauende Gitarren und bedrohliche Vocals gezeigt.

Wirklich los geht es dann mit dem Track „The Greatest Height“, der sich keineswegs hinter den Werken einiger Szenegrößen zu verstecken braucht. Die Riffs treten einerseits ordentlich in den Arsch aufgrund der energtischen Breakdowns, andererseits werden – generell auf der gesamten EP – häufig auch klare, sehr atmosphärische Parts auf der Gitarre gespielt, die dem Sound eine gewisse Epik verleihen und an Bands wie The Contortionist, während die harmonischeren, aber stärker verzerrten und tragenderen Riffs – eher an For The Fallen Dreams erinnern. An letztere erinnert speziell auch das Organ des Frontshouters Nick, der ebenso voluminös und stark klingt wie sein Kollege.

Diese eben erwähnten, harmonischeren Riffs findet der aufmerksame Hörer gerade bei dem Song „The Feat Of Man“ vor, der insgesamt sehr stark an die – übrigens ebenfalls aus Michigan stammenden – For The Fallen Dreams erinnert. Ob sich in Zukunft wohl, ganz im Stil der Göteborger Art, so etwas wie eine Michigan-Schule entwickeln wird? Allzu abwegig ist das im Moment auf jeden Fall nicht, bei diesen hochkarätigen Bands.

Aufgrund des geladenen, spannenden Aufbaus, der explodierenden Stimmung, der genialen Kombination von Melodie, Epik und Brutalität sowie der Verwendung des klaren Gesangs, der hier nur ganz dezent und kurz zum furiosen Schluss des Songs zum Einsatz kommt, erinnert das Ende ein wenig an die Finnen von Circle Of Contempt, die eben genau jene Elemente – zwar vor allem instrumental ausgeführt, aber doch vom Aufbau ähnlich – in ihren Songs beinhalten. Nach dem ruhigen Instrumental „Built On Lies“ folgt der letzte Song namens „Blood On My Hands“, der abschließend noch mal einen etwas doomigen Einfluss erahnen lässt, so beginnt der Song zwar grimmig und aggressiv, geht jedoch in eine friedlichere Bridge über, die von mildem, klarem Gesang bestimmt wird und schließlich wieder vom typischen Of Virtue-Sound abgelöst wird – also epische, wenig verzerrte Gitarrenparts mit etwas Hall, schiebende Riffs, derbe Shouts und sattes Drumming.

Jeder, der etwas von epischem Metalcore oder Bands der Michigan-Machart hält, wird nur schwer an dieser CD vorbeikommen – die Musik ist hervorragend, das Cover-Artwork brillant und die Produktion außerordentlich fett und stimmig. Kaum vorstellbar, dass hier noch kein Label aufmerksam geworden ist, aber was nicht ist, kann ja noch werden – und wird auch. Ich bin mir sicher: 2010 kommt aus Michigan noch ganz viel auf uns zu!

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