Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Odyssea: Storm

Eingängig und gut, aber nur ein Projekt
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 60:47
Release: 21.12.2015
Label: Diamonds Production

Die Promoflut reißt nicht ab, nun mischen sich auch noch Odyssea im Reigen ein und veröffentlichen mit „Storm“ den zweiten Longplayer, nachdem man schon 2004 mit dem Debüt „Tears In Floods“ um die Ecke kam. Dabei ist das Ganze auch nur ein Projekt von Pier Gonella (Necrodeath, ex-Labyrinth) und Roberto Tiranti (ebenfalls ex-Labyrinth und zahlreiche andere Bands) mit null Aussicht auf Liveverköstigung, was insofern auch ganz unrealistisch klingt, als dass sich doch hier auch gleich eine ganze Latte an Gastmusikern verewigt hat – und schon wachsen die Zweifel noch ein Stückchen mehr in die Höhe, ob denn derlei Releases überhaupt angebracht sind.

Geboten wird ordentlich produzierter Power Metal mit typisch italienisch hymnischer Schlagseite, immer schön eingängig, mit gniedelnder Härte, an der eigentlich kaum etwas auszusetzen ist, der aber auch nicht gerade als weitere Offenbarung durchgeht. Durch die zahlreiche Gästeschar wird aber auch genügend Abwechslung mit vielfältiger Stilmixtur geboten, allerdings tummeln sich einige Songs auch gerne im Bereich „guter Durchschnitt“ herum.

Nicht schlecht gemacht, sauber gespielt, klasse produziert, aber eben auch ohne die letzte Raffinesse, so das Fazit beispielsweise für „Understand“, was dann weder wirklich Hü noch Hott bedeutet. Und kaum wird ein Song wie die mit reichlich hymnischen Ohrwurm-Pathos und Double-Bass-Pfeffer getriebene Nummer „Freedom“ interessant, so sind es die Keyboard-Effekte, die den wirklichen Genuss verleiden. Das geht auch besser, wie das mit mit spacigen Keyboards angereicherte „Ice“ beweist, wobei der Song auch gut zu einem Moviesoundtrack passen würde – geiles Gesangsduell, wo vor allem die weibliche Stimme ordentlich punktet und für ein paar wenige Sequenzen gar auf orientalischen Einfluss setzt.

Als Highlights setzen sich der Opener „No Compromise“ (kein Intro, schwer dynamisch treibende Gitarren, tolle Refrainmelodie, tolles Solo erstaunlich kurz gehalten und somit ein prima Einstand) und auch der Titeltrack „Storm“ (zackig mit reichlich Double-Bass-Einsatz, hymnischer Ohrenschmeichler mit Schmackes) durch, flankiert durch Best-Of-Anwärter wie das schwerriffige, mit progressiveren Ansätzen versehene „Tears Of The Rain“ mit leicht nachdenklichem, wehmütigem Touch, aber noch weit weg von Melancholie entfernt oder der erstarkte Neuaufleger des Debüt-Songs „Fly“, denn die Gesangslinien wirken ein bisschen frischer und die Keyboards setzen ein paar freche Akzente. Erwähnenswert wäre da noch die metallisierte Covernummer „Galaxy“, im Original von Oliver Onions, wobei man sich auch mal Helmut Lotti hätte einladen können – der Song selbst ist ja auch als „Fantasy“ für den '82er Schinken „Der Bomber“ mit Bud Spencer verwendet.

Gut, aber nicht immer essentiell, sauber gespielt, doch der letzten Tropfen vom Herzblut ist nicht eingeflossen. Schade, denn einige Songs haben nun auch schon eine Reifezeit von gut zehn Jahren intus. Als Geschmäckle bleibt halt immer hängen, ob denn solche Projekte wirklich sein müssen, die Metalszene erlebt doch auch so Jahr für Jahr eine wahre CD-Schwemme.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands