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Odroerir: Götterlieder II

Wer "Götterlieder" mochte, wird auch am Nachfolger Gefallen finden
Wertung: 7.5/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 62:57
Release: 28.05.2010
Label: Einheit Produktionen

Wie ungewöhnlich dieser Name auch für eine CD ist, so logisch ist er auch: „Götterlieder II“ ist, nicht schwer zu erraten, eine Fortsetzung des Albums „Götterlieder“. Dieses Album beschäftigt sich schon wie sein Vorgänger mit den germanischen Mythen und Sagen und zielt darauf ab, diese in einer möglichst authentischen Weise zu präsentieren. Diese Fortsetzung behandelt dabei natürlich nicht die gleichen Geschichten wie die erste CD, sondern berichtet diesmal unter anderem über „Heimdall“, den berühmten Wächter von Asgard, wie zum Beispiel auch über „Idunas Äpfel“, durch welche die Götter ewige Jugend erlangen.

Für die Vertonung dieser Geschichten benutzen Odroerir fast ausschließlich traditionelle Instrumente, welche dem ganzen Album eine sehr glaubwürdige Atmosphäre zusprechen. Der durch E-Gitarren und Schlagzeug bedingte Metal-Aspekt ist zwar präsent, hält sich aber im Hintergrund. Man muss sich also bewusst sein, dass diese CD zwar dem Folk Metal zugeordnet werden kann, der Folklore-Anteil aber enorm hoch ist. Vergleiche mit anderen Folk-Metal-Bands wie beispielsweise Eluveitie oder Turisas würden ein völlig falsches Bild vermitteln. Odroerir klingen einfach wie Odroerir, ohne dass ein vergleichendes Beispiel dafür greifen würde. Gerade dadurch beweisen sie aufs deutlichste ihre Individualität, die so extrem nur selten beobachtet werden kann.

Ein besonders Merkmal von Odroerir ist vor allem der Gesang. Dieser ist sehr edel und fast schon opernhaft gehalten. Er spiegelt den Gesang aus dem klassischen Altertum wider und wirkt in Zusammenhang mit der Thematik sehr passend bis leicht überzogen. Odroerir zeigen sich dabei aber vielfältig, so dass man neben männlicher und weiblicher Solostimme auch oft einen Chor zu Gehör bekommt.

Wie schon die Geschichten selbst, sind auch die Texte sehr dicht an der Edda geschrieben, wenn nicht sogar von dort eins zu eins übernommen. Was dem ein oder anderen jetzt vielleicht als einfallslos vorkommt, wirkt auf diejenigen, die die Edda gelesen haben, wie ein Glanzstück. Neben dem großen Widererkennungseffekt schaffen es Odroerir mit ihren Liedern dem trockenen Text der „Lieder-Edda“ Leben einzuhauchen, die noch dazu so realistisch klingen, dass man sie fast für Überlieferungen klassischer Werke halten könnte. Zugegeben, die E-Gitarren bilden da eine Ausnahme. Diese sind aber, wie bereits erwähnt, so dezent eingesetzt, dass sie die gemächliche Stimmung von „Götterlieder II“ zwar wohlwollend aufmotzen, diese aber nicht zerstören.

Ein besonders schöner Aspekt ist auch die Einleitung zu dem 19-minütigem Stück „Allvater“. Schon in den ersten Minuten wird durch Hufgetrappel (Sleipnir lässt grüßen) und Rabenschreie (Bezug zu Hugin und Munin) deutlich, dass es sich um ein Lied über Odin handeln muss.

In sich also ein schlüssiges, feinsinniges Album, welches sich der Vertonung der Edda durchaus als würdig erweist. Aber einen sehr markanten Kritikpunkt gibt es dann doch. Denn wie passend dieses Album auch klingen mag, es klingt doch auch einfach wie das erste Album „Götterlieder“. Nicht nur, dass der Name zwar einheitlich aber gleichzeitig auch schrecklich unkreativ ist, ist die Musik auch einfach die gleiche. Würde die CD „Götteralbum II“ für sich alleine stehen, so würde es keine Reibungspunkte geben. Als Nachfolgealbum macht sie aber dadurch einen schlechten Eindruck, was sich folglich in der Bewertung widerspiegelt. Eigentlich schade, da beide Alben gelungen sind. Aus diesen beiden CDs einfach ein Doppelalbum namens „Götterlieder“ zu machen, wäre für Odroerir mit die cleverste Entscheidung gewesen. Leider ist ihnen dies nicht in den Sinn gekommen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald eine passende Special Edition mit den beiden Alben. Eine Kaufempfehlung wäre dieses Projekt allemal wert.

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