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Odroerir: Götterlieder

Für Interessenten der germanischen Mythologie
Wertung: 8/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 51:45
Release: 31.08.2005
Label: Einheit Produktionen

Kaum zu entziffern sind Bandname und Titel, die beim Betrachten des Covers der CD ins Auge springen. Das Bild hinter dem in altertümlichem Buchstaben geschriebenen Bandnamen Odroerir stellt die Elemente Wasser, Erde und Luft und in deren Mitte Odin, den aus der Edda bekannten allmächtigen Allvater, dar. Passend dazu trägt das Album den Namen „Götterlieder“.

„Odroerir“ ist die Bezeichnung für den sagenumwobenen, aus der Edda (quasi die heidnische Bibel) bekannten Skaldenmet, nachdem Gründer Fix die Band 1998 benannte. Von Anfang an war geplant, ruhigeren Metal, gespickt mit Melodien aus den Bereichen Mittelalter und Folklore zu kombinieren. Und das ist der Formation mit diesem Werk ohne Zweifel gelungen.

Das gesamte Album beschäftigt sich – wie der Name schon vermuten lässt – mit allerhand Geschichten aus der Edda. Von Odin, Loki, dem Schiff Skidbladnir und Co. ist hier die Rede. Für diese Vertonung hat man bewusst größtenteils auf zu harte Elemente verzichtet, dafür umso mehr auf akustische Instrumente gesetzt.

Mit dunklem Grollen und Hufgeklapper beginnt das Intro „Ginungagap“. Fließend ist der Übergang zum ersten, rein-akustischen Song „Weltenanfang“. Engelsgleich setzt die Stimme von Sängerin Ivonne ein, bevor sie später durch die angenehm tiefe Stimme von Fix und weiterem, mehrstimmigem Backgroundgesang unterstützt wird. Die Chöre sind ein in „Götterlieder“ oft verwendetes, musikalisches Mittel. Der Gesang ist durchgehend in deutscher Sprache. Zum nächsten Song ist der Übergang erneut kaum zu bemerken und erst wenn die Stromgitarren einsteigen, wird bewusst, dass der „Wanenkrieg“, der Kampf zwischen Wanen und Asen, begonnen hat. Erstmals überzeugt Fix hier besonders in einer äußerst melodischen Gesangspassage am Anfang, ohne Unterstützung durch einen Chor oder Ivonnes Stimme. Eine gewisse Ähnlichkeit zur Stimme von Rammstein – Frontmann Till Lindemann in dessen melodischsten Phasen ist zu bemerken. Der 8-Minüter endet in einem lang gezogenen Gitarrensolo. Überhaupt werden Soli sehr gerne und häufig eingebaut. Auch mit anderen Instrumenten, wie zum Beispiel mit der Geige im weiteren akustischen, sehr ruhigen Song „Ask und Embla“, in dem die weiblichen Vocals nur hintergründig und unterlegend auftauchen, um die warmen, männlichen zu unterstützen.

„Zwergenschmiede“ ist ein stellenweise recht rockiger Song mit interessanter, fröhlicher Gesangsmelodie, die erneut von Fix dargeboten und dabei durch Gitarre bzw. Geige, welche die gleiche Tonfolge im Hintergrund spielen, unterlegt wird. Man beginnt automatisch, mitzuwippen. Die Chöre im weiteren Verlauf überzeugen ebenso wie das Violinensolo und die Stimme des Erzählers Stickel, die sehr emotional ihren Teil zu den Lyrics beiträgt. Einziger Wehmutstropfen ist die stellenweise sehr leise Gesangsstimme, die nicht gegen die Lautstärke der Begleitung ankommt. Der abschließende, siebte Track des Albums („Skirnirs Fahrt“) ist der wohl abwechslungsreichste des Albums. Ganze 15 Minuten lang werden mit melodischen Flöten-, Violinen- und Gitarrenklängen (mal akustisch, mal verzerrt) alle nur möglichen Musikspektren abgedeckt und ermöglichen es den Sängern, in ganz neue stimmliche Dimensionen vorzustoßen. Emotionaler und überzeugender geht es kaum.

Vor allem sollte dieses Werk Interessenten der germanischen Mythologie überzeugen, wenn sie sich einmal von den üblichen, aggressiven Double-Bass-Attacken von anderen Bands, die sich durch gleiches Grundthema inspirieren ließen, ausruhen möchte. Wer sich in der Materie nicht auskennt, wird mit den Texten wohl kaum etwas anfangen können, doch von der Musik überzeugt werden. Übrigens handelt es sich hier um „Götterlieder 1“ – ein zweiter Teil ist geplant.

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