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October Tide: Tunnel Of No Light

Düster-melancholisches Meisterwerk
Wertung: 9,5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 51:43
Release: 25.03.2013
Label: Pulverised Records

Mit ihrer düsteren Mischung aus schleppendem Doom und melodischem Death Metal gelten October Tide bereits seit den Neunzigern als etablierte Größe der schwedischen Doom-Metal-Szene. Nach vier Jahren Stille und erneutem Besetzungswechsel stellt die Stockholmer Formation, nun mit Sänger Alexander Högbom, ihren aktuellen Longplayer "Tunnel Of No Light” vor.

Auf ihrem vierten Album zeigt die Band Freude an kleinen musikalischen Experimenten, bleibt im Großen und Ganzen jedoch dem Stil des Melodic/Doom-Death Metal treu und liefert langsame, düstere Klänge. Diese präsentieren sich in einer klaren und druckvollen Produktion aus dem Black Lounge Studio in Avesta, was bereits in den ersten Sekunden zu hören ist, wenn der Opener “Of Wounds To Come” mit tiefen Akkorden und melancholischen Melodien die Grundstimmung für die nächsten acht Titel vorgibt.

Die Growls des neuen Sängers, welcher ansonsten überwiegend im Death-Metal-Bereich bei Bands wie Centinex und Voltyrion aktiv ist, sind im Vergleich zu denen seines Vorgängers rauer, variabler und fügen sich gekonnt in das Gesamtbild der Songs ein. Bereits in den ersten Sekunden des dritten Tracks "Emptiness Fullfilled" hört man, mit welchem Nachdruck sein unheilvolles Gebrüll hier die Richtung weist. Generell ist im Vergleich zu vorangegangenen Werken auf diesem Album eine Entwicklung zu erkennen, die sogar leicht progressive Züge annimmt: So wechselt der fast neunminütige Track "Our Constellation" zwischen sanften, klar gespielten Passagen, harten Headbanger-Riffs und tiefem, schleppendem Doom Metal. Getragen wird das Stück von traurigen Melodien und eingängigem, jedoch ungewohnt vertracktem Drumming. Auch im letzten Song “Adoring Ashes” schreckte man vor dem Experimentieren nicht zurück und so machen sich hier vor allem in der zweiten Hälfte des Stücks sogar Einflüsse von alten Meistern wie Pink Floyd bemerkbar.

October Tide gehen auf diesem Album über traditionelles Songwriting hinaus. So wurde fast gänzlich auf den typischen Aufbau mit Strophe und Refrain verzichtet; jeder Titel hat seine eigene Form und Struktur. Lyrisch wurde hier auf sehr metaphorische und zur Atmosphäre passende Texte gesetzt, die beim Mitlesen in entsprechender Stimmung schon mal für Gänsehaut sorgen können. Unterstützung bekamen sie dabei unter anderem von Szenegröße Jonas Renkse, der die Band 1995 mitbegründete und heute vor allem als Katatonia-Frontmann bekannt ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass October Tide ein astreines, melodisches Death/Doom-Album liefern, das  mit einer angenehm dunklen Atmosphäre und einem neuen Konzept bezüglich Songwriting und Abwechslung zu überzeugen weiß. Für Fans der alten Katatonia-, Opeth- oder auch Paradise Lost-Alben ist dies ein absoluter Geheimtipp. Die Schweden haben durchaus Potential, sich über Genregrenzen hinaus einen Namen zu machen.

Nach reichlicher Überlegung bekommt das Album 9,5 von 10 Punkten – es wird seinem Titel absolut gerecht: Die Verbindung aus atmosphärischer Dichte und tieftraurigen Texten zieht den Hörer vom ersten Akkord an in seinen Bann und zeigt, dass October Tide wissen, wie man gnadenlosen Doom Metal macht. Lediglich mit dem teils ungewohnten Songaufbau tut sich vielleicht der ein oder andere Anfangs etwas schwer. Abschließend ist der Track "Emptiness Fullfilled" ganz besonders ans Herz gelegt, da dieser Song ziemlich alle Elemente liefert, die charakteristisch für "Tunnel Of No Light" sind. 


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