Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

October Tide: Rain Without End

Aus der Vergangenheit Katatonias
Wertung: 6.5/10
Genre: Doom/ Gothic Metal
Spielzeit: 39:41
Release: 10.11.2008
Label: Vic Records/ Soulfood

October Tide sind keine neue Band, sondern vielmehr ein altes Nebenprojekt von Katatonia. Das Album „Rain Without End“ ist demnach eine Wiederveröffentlichung, in diesem Falle eine aus dem Jahr 1995. Aber wie es sich für ein solches Unterfangen gehört, wurde die Platte natürlich soundtechnisch überarbeitet, was von keinem Geringeren als Dan Swanö übernommen wurde.

„Rain Without End“ ist keine fröhliche, beschwingte Platte. Hier regiert nordische Melancholie mit einem gehörigen Schuss Doom Metal und grabestiefem Gesang. Sprich: Der Sound ist dem von (den damaligen) Katatonia sehr ähnlich. Warum die Bandköpfe Renkse und Norrman dennoch dieses Projekt ins Leben riefen, lässt sich leicht erklären. Die damalige „kreative Pause“ ihrer Hauptband hätte auch leicht eine permanente Pause werden können. Deswegen ist es kein Wunder, dass sie den Fans düstere Brocken wie „Ephemeral“ präsentierten und dabei trotz aller Düsternis immer das passende Händchen für Melodien bewiesen.

Der Gesang von Renkse darf aber zwiespältig aufgenommen werden. Growlen kann er, das steht außer Frage. Nur leider tut er dies bei October Tide ständig und ohne nennenswerte Variationen in der Stimme. Heute klingt er völlig anders als bei Katatonia oder seinem Einsatz beim fantastischen letzten Ayreon-Album. Schon alleine deswegen ist dieses Album etwas besonderes.

Ganz objektiv und ohne verklärt-nostalgischen Blick betrachtet ist „Rain Without End“ aber keine Platte, die man unbedingt haben oder kennen muss. Die düstere Atmosphäre hat einen gewissen Reiz, bietet aber nichts, das man nicht auch schon vorher (oder nachher) besser zu hören bekam. An die damaligen Genrekönige Paradise Lost kamen October Tide jedenfalls zu keiner Sekunde heran. Das ist auch der Grund für die kurze, lediglich ein weiteres Album umfassende Karriere der Band. Lieder wie „All Painted Cold“ oder „Blue Gallery“ sind rein für sich gesehen gute Songs in der Schnittmenge von Dark und Gothic Metal. Aber außer beinharten Katatonia Fans wird sich wohl kaum jemand für sie interessieren.

Das soll keinesfalls bedeuten, dass October Tide mit ihrem Debüt billige Stangenware abgeliefert haben. Der Musik fehlte einfach das kleine Bisschen, das sie zu etwas Besonderem gemacht hätte. Für düstere, neblige und regenverhangene Tage ist „Rain Without End“ aber die perfekte musikalische Untermalung. Die Tatsache, dass viele Melodien immer nur kurz angespielt werden, verleiht diesem Album , ob seiner dunklen Mid-Tempo lastigen Ausrichtung, nämlich eine gewisse Wirkung, die eben nur in diesem speziellen Rahmenbedingungen funktioniert. Ein Antesten der Platte sei hiermit empfohlen, man darf nur keinen vergessenen Klassiker erwarten.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen