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October Tide: Grey Dawn

Irgendwie friedlich und doch so düster
Wertung: 8,5/10
Genre: Doom / Melodic Death Metal
Spielzeit: 39:56
Release: 23.11.1999
Label: Avantgarde Music

"Grey Dawn" ist der zweite Longplayer von October Tide und somit der Nachfolger des Debüts "Rain Without End". Mittlerweile ist die Band mit Mårten Hansen am Gesang dreiköpfig: Katatonia-Frontmann Jonas Renkse übernimmt ab jetzt nur noch die Drums, Fred Norrman kümmert sich wie gewohnt um den Rest.

Das Album knüpft stimmungstechnisch an seinen Vorgänger an, wobei die Songs im allgemeinen trotz der vielen dissonanten Akkorde gradliniger und klarer von der Rolle gehen. Der Sound ist im Vergleich auch ein wenig glatter gebügelt. So würden Katatonia vermutlich klingen, hätten sie ihren ursprünglichen Stil in die Death-Doom-Richtung weiterverfolgt.

Den Titelsong gibt es als erstes zu hören und der macht zunächst einen verhältnismäßig energiegeladenen Eindruck, was aber spätestens nach der Hälfte wieder in die gewohnt ruhige, schleppende Struktur übergeht, wie man sie von October Tide bisher kennt.

Die Growls von  Mårten Hansen (This Ending) sind ein wenig sanfter, aber auch variabler und fügen sich gut in den weiterentwickelten Sound ein. Auch am Schlagzeug gibt es dieses Mal etwas mehr Abwechslung als beim Vorgänger.
Die Songs haben fast alle immer wieder atmosphärische Cleanparts seitens der Gitarren, die sich mit verzerrten, zum Teil schon regelrecht friedlich klingenden Melodien abwechseln, wie beispielsweise im sehr melodischen "Sweetness Dies". Man bekommt hier Lieder zu hören, die in sich selbst ruhen und trotz der eigentlich düsteren Musik und der Growls eine beruhigende Wirkung auf den Hörer haben.

Songs wie "Into Deep Sleep" starten mit einem rockigen Intro und entfalten sich dann nach und nach mit Melodien, wie sie kaum dunkler und zugleich sanfter sein können und dazu mit Textstellen wie "You know I wish you all the best" schon fast herzerwärmend ankommen.

Umgedreht wird der Spieß dann bei "Floating", welches mit einer lockeren, zweistimmigen Melodie startet, anschließend aber düster und böse bis zum Schluss wütet. Hier wird es dann auch lyrisch wieder um einiges schwärzer. Auch "October Insight" ist eines der unheilvolleren Stücke auf "Grey Dawn". Zum Schluss gibt es dann quasi zum Einschlafen ein akustisch gezupftes Instrumental mit dem Titel "Dear Sun", das für ein derartiges Werk den perfekten Abschluss bildet.

October Tide gehen auf diesem Album aus den Tiefen des endlosen Regens etwas Richtung Sonne und zeigen, dass sie immer noch wahre Meister sind, wenn es darum geht, melodischen Death-Doom zu spielen, diesmal zwar nicht ganz so depressiv, aber dennoch mit dunkler Stimmung und etwas mehr Variation in Sachen Songstruktur. Auch wenn die Scheibe vermutlich kein Meilenstein wird, ist es auf jedenfall ein wichtiges Album für die schwedische Death/Doom Szene und dürfte eine klare Empfehlung für die Fans des Genres und der alten Katatonia- oder Paradise Lost-Werke sein. Von einer Band, die derart an sich arbeitet, darf man auch in Zukunft sicher einiges erwarten.

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