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October Falls: A Collapse Of Faith

Ambient Black Metal vom Allerfeinsten
Wertung: 9/10
Genre: Ambient Black Metal/Progressive
Spielzeit: 41:59
Release: 18.06.2010
Label: Debemur Morti Productions

„A Collapse Of Faith“ – Ein Album, das schon bei erster Betrachtung neugierig macht und verspricht etwas ganz Besonderes zu sein. Dabei sollte man sich nicht vom simplen Cover oder der sehr kurzen bzw. im Original fehlenden Tracklist abschrecken lassen. Denn obwohl das Album nur drei Tracks umfasst, handelt es sich keinesfalls um eine kurzweilige oder halbgare EP. Es umfasst vielmehr rund 42 Minuten sehr epischen und abwechslungsreichen Ambient Black Metal aus Finnland, der auch progressive Klänge verarbeitet.  

Schnell kann man feststellen, dass die Tracks nahtlos ineinander übergehen und so ein zusammenhängendes Lied bilden. Deutlich und verständlich wird jetzt auch, warum es keine echte Tracklist gibt. Was anfangs irritierend wirkte, zeigt sich nun vielmehr als eine neue unkonventionelle Art, Musik zu einem Album zusammenzufassen.

Aber kommen wir jetzt zur Musik selber: October Falls spielen eine Mischung aus Ambient Black Metal und Progressive. Nicht schwer zu erraten, dass hier die Atmosphäre wie auch die Melodien im Vordergrund stehen. Das Lied ist ruhig gehalten und birgt neben akustischen Gitarren-Melodien, Klavier-Parts und dem Plätschern von Regentropfen auch heisere Black-Metal-Screams. Diese stehen zwar im Kontrast zu den ruhigen Melodien, fügen sich aber erstaunlich passend in das Lied ein. Auch Double-Bass-Abschnitte können auf dem Album ausgemacht werden, halten sich jedoch passend im Hintergrund und untermalen dadurch die nachdenkliche Stimmung vorsichtig.

Obwohl die Melodie schleppend ist, erscheint sie lange nicht so melancholisch wie der Titel impliziert. Sie wirkt eher ruhig und mit sicherem Gang. Durch die interessanten Melodien neigt die Musik sogar stellenweise zu einer verträumten Stimmung. Diese nimmt aber dank der sporadisch eingesetzten, aber dafür kontrastreichen Vocals nie Überhand. Die Atmosphäre taumelt folglich irgendwo zwischen Verträumtheit, Nachdenklichkeit, Melancholie und teilweise Verzweiflung. Dadurch bekommt es eine ganz besondere Wirkung, die den Hörer so in seinen Bann schlägt, dass die CD sehr schnell durchgehört ist. Zwei Lieder hätten sich hier vielleicht besser gemacht. Dabei sei aber zu bedenken, dass dann die Wirkung wohl nicht mehr so groß gewesen wäre, die „A Collapse Of Faith“ durch seine scheinbare Schlichtheit für den Hörer überraschend entfaltet. Dies sei daher der Band zugute gehalten.

Das Album „A Collapse Of Faith“ beweist auf geschickte Weise, was es heißt, Musik ohne jeglichen Mainstream-Ambitionen zu machen. October Falls zeigen sich bei diesem Album ideenreich, unkonventionell, emotional und gleichzeitig wunderbar unaufdringlich. Und wäre das nicht schon genug, erschaffen sie ganz nebenbei auch noch ein Lied, deren Länge alle Grenzen sprengt, ohne sich dabei zu wiederholen. Eine ganz große Art, Musik zu machen!

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