Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Oceano: Revelation

Polarisierendes Album
Wertung: 7,5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 30:25
Release: 19.05.2017
Label: Sumerian Records

Oceano schicken mit „Revelation“ bereits ihr fünftes Album ins Rennen, was bei elf Jahren Bestehen immerhin schon mal als anständige Fleißarbeit oder als ein hohes Maß an Kreativität gewertet werden kann. Dabei kann sich die Deathcore-Truppe bei all ihren Scheiben darauf verlassen, dass die Zahl der Hasser und Liebhaber sich in etwa die Waage hält. Ob der neue Output nun tatsächlich eine so große Offenbarung ist, dass die Lobpreisungen in Überhang geraten, kann man bei einer halben Stunde und zehn angebotenen Titeln ergründen.

Zumindest muss man den Amis erstmal lassen, dass sie sich musikalisch doch etwas von ihren Genre-Kollegen abheben. Oceano bleiben auch bei ihrem Neuankömmling ihrer Devise treu, dass alles etwas tiefer gelegt werden muss. Die Gitarren ein Stück tiefer gestimmt, alles wirkt schleppender und selbst beim Gesang regieren hier derbe, dunkle und unverwüstliche Growls, die nur von wenigen giftigen Screams abgelöst werden. Und sieht man mal vom Einstieg mit „Dark Prophecy“ ab, bei welchem vor Druck fast die Augäpfel herausspringen, bewegt sich der Fünfer eher betulich vorwärts. Auf zackige Passagen wird weitestgehend verzichtet, was der Scheibe einen leicht stoischen, stupiden Charakter verleiht. Wen wundert es also, dass man dem titelgebenden Song am meisten Potenzial einräumen möchte. Immerhin verfügt dieser über die wohl größte Eingängigkeit der Scheibe und holt mit anständigem Groove ab.

Nun kann man das Ganze mögen oder nicht, in jedem Fall entwickelt „Relevation“ einen ganz eigenen, wenn auch eher brutalen Charme, der aber dennoch fesselt. Und wer tatsächlich die ersten Stücke überstanden hat, ohne den Silberling gegen die Wand schlagen zu wollen, wird das Deathcore-Monster wohl lieben. Zumal Oceano musikalisch tatsächlich auch einiges zu bieten haben. Besonders Schlagzeuger Andrew bringt anständigen Schub in die Stücke und sorgt bei „The Event“ für eine bedrohliche bis angreifende Stimmung. Dem steht die Saitenfraktion in nichts nach, von filigran bis hin zur totalen Zerstörung kann man alles hören, was schließlich in „Human Harvest“ seinen Höhepunkt erreicht.

Aber selbst dies reicht den Amis mitnichten, Grundlage der Tracks sind meist Elektroklänge, die stellenweise gar sphärische Anklänge schaffen. Bei dem Instrumentalstück „Final Form“ besticht besonders der melodische Elektrostart, um ihn mit Drums und Gitarre sogleich wieder völlig zu zerschreddern. Gut gelungen und vor allem sorgen solche Einlagen für etwas Abwechslung. Genau an dieser mangelt es dem Album etwas und dies möchte man als Schwachpunkt benennen. Da die Amis die ganze Zeit ein Tempo fahren und man am schleppenden Grundrhythmus über die volle Distanz festhält, wird „Revelation“ sicher einigen zu eintönig erscheinen. Insgesamt allerdings eine gute Scheibe, die polarisieren wird und mit der man sich aus der Masse herausheben kann.

comments powered by Disqus

Zweieinhalb Stunden Atze-Datze-Party

Höllenlärm in der Maxus-Sauna

Ist denn alles nur „Schall und Rauch“?

Lokale Metalszene wird nun auch in Gelsenkirchen befeuert